Bunker


Der Bunker - das unbekannte Wesen. So schön er optisch in einem Layout des Golfplatzes auch aussehen mag, seine Wirkung auf den Amateurgolfer ist nicht selten verheerend. Die reine Vorstellung in einem zu überspielenden Bunker zu liegen löst Blockaden und Angstzustände aus. Dass dies nicht so sein muss, wissen leider nicht alle Golfspieler. Lasst uns hier einmal in die Welt des Bunkerspiels eintauchen und schauen, ob man nicht ein wenig Abhilfe oder Verbesserung schaffen kann. INSPIRE your GOLF!



Bunker Spezial - Sandspiele

Ungünstige Lage im Bunker. Lasst uns kreativ sein!
Ungünstige Lage im Bunker. Lasst uns kreativ sein!

Das Golfspiel bringt jeden Golfer in nette Situationen, die uns schier verzweifeln lassen. Besonders die Grünbunker stellen uns Amateure immer wieder vor Aufgaben, bei denen uns etwas mulmig wird. Natürlich liegt es in erster Linie daran, dass wir meist  – wenn wir ehrlich sind – den Bunker viel zu wenig trainieren. Besonders nett sind immer wieder Bunkerlagen, die uns nicht ganz geheuer oder einfach schwer sind. Auch können uns verdichteter und harter Untergrund als zusätzliches Erschwernis begegnen.  Für den durchschnittlichen Golfer ist ein herkömmlicher Bunkerschlag dann umso schwerer. Oftmals treffen wir bei den Versuchen unsere Kenntnisse anzuwenden nicht einmal das Grün. Ganz besonders im Anfängerbereich steht und bei solchen Lagen ein richtiger Kampf bevor.  

 

Gutes Golfspiel zeichnet sich nicht nur durch solide, wiederholbare Technik aus, sondern auch durch situationsbedingte Kreativität. Tiger Woods war zu seinen besten Zeiten bekannt dafür, immer wieder eine Lösung aus dem Hut zu zaubern. Für uns Amateure sind es oftmals unpopuläre Lösungen, die sich jedoch als effektiv erweisen können, wenn man den Score zusammenhalten möchte.

Die meisten kennen bereits die Lösung, den Bunker aus einer erschwerten Lage aus dem Grünbunker zu chippen. Das Grün selbst sollte  bei solch einem Schlag natürlich ausreichend Platz bieten, um die schnell und flach aufkommenden Bälle landen und bremsen zu lassen. Dass man einen Schläger im Hindernis nicht aufsetzen darf, müssen wir nicht mehr erwähnen, oder?!

 

Eine weitere kreative Lösung ist der Putt aus dem Bunker. Der im Bunker verwendete Putter wird umgangssprachlich gern als „Texas-Wedge“ bezeichnet. Dieser Putt kommt nur in Frage, wenn die Bunkerkante flach vom Sand bis zum Grün verläuft, auch wenn wir noch Vorgrün zu überwinden haben. Zunächst sollte man für diesen Schlag eine recht gute Vorstellungskraft für sich arbeiten lassen. Der Putter besitzt einen geringen Loft, so dass wir den gut getroffenen Ball mit dem richtigen Energieeinsatz – natürlich etwas hoppelnd – aus dem Bunker befördern können. Der Zweck heiligt meist die Mittel – warum nicht also auch hier?

Natürlich gibt es Stellen, an denen die Bunkerkante einfach zu hoch ist. Selbst ein hoppelnder Ball würde hängen bleiben. Der Weg zur Bunkerkante sollte auch nicht zu lang sein. Die Bremswirkung ist einfach sehr hoch. Bei der Dosierung des Schwunges muss natürlich eine zu überwindende Steigung zum Grün oder längeres Gras zwischen Grün und Bunker mit berücksichtigt werden. Mit welchem Schwungeinsatz wird sich der Ball wie verhalten. Welcher Einsatz ist notwendig, um den Ball auf das Grün oder sogar in die Nähe der Fahne zu bringen? Diese Variante ist manchmal gar keine schlechte Lösung, um das Grün als Ziel zu erreichen. Ihr kennt eure Bunker auf dem Heimatplatz. Haltet die Option im Hinterkopf und probiert Sie einfach einmal auf einer Privatrunde aus!

Ball in Bergablage -Das Grün ist links.... Was also tun?
Ball in Bergablage -Das Grün ist links.... Was also tun?

 

Eine weitere Horrorlage für einen Amateurgolfer ist ein Ball in Bergablage in der Nähe der Bunkerkante. Der Stand ist miserabel und der Weg zum rettenden Grün noch weit, weil ihr den komplett zu überspielenden Bunker vor euch habt. Kennt ihr sicher! Hit and Hope oder lieber eine sichere Variante? Es liegt an euch! Für die sichere Variante sehr euch doch einmal das Umfeld des Bunkers nach hinten oder zur Seite an. Haben wir Platz für einen sicheren Schlag oder Chip, auch wenn er vom Grün wegführt? Bringt uns dieser Schlag in eine gute Lage, so dass wir den nächsten Ball halbwegs sicher mit z.B. Sandwedge oder Lobwedge auf das Grün bekommen?

 

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir mit dem versuchten normalen Schwung und einem Hit and Hope das Grün mit einem Schlag erreichen?

 

Also wenn Ihr die Sandförmchen zu Hause lassen möchtet, versucht kreativ zu sein und denkt an euer Ziel!  Wir möchten alle das Grün aus dem Bunker sofort oder mit möglichst wenig Schlägen zu erreichen.

 

Wenn jedoch der Standard-Bunkerschlag die beste Variante darstellt, dann spielt ihn! Die Schlagvorbereitung gerne neben dem Bunker beginnen, die korrekte Ansprechposition einnehmen, Schwungweg, Eintreffwinkel, -stelle und Ballflug visualisieren und rhythmisch/dynamisch/konsequent unter dem Ball durch den Sand schlagen.

 

Viel Spaß mit dieser Inspiration und gutes Gelingen! Euer Inspire Your Golf -  Team!    


Unsere Bunker Technik

Nachdem wir uns mal ein wenig mit den Basics beschäftigt haben landen wir – warum auch immer -  freudestrahlend im Grünbunker. Ist halt passiert und wird meine Amateurkarriere als „Hacker“ sicher nicht ruinieren. Natürlich wollen wir dort nun möglichst erfolgreich auf das Grün gelangen. Also bewerten wir, möglichst schon auf dem Weg zum Bunker, die Lage des Balles im Bunker, die Umgebung, die Grünbeschaffenheit, die Entfernung zwischen Bunker und Pin, die zur Auswahl stehenden Schläger und die Beschaffenheit des Untergrundes. All diese Informationen passen noch in unseren Kopf. Sie sind keine zusätzliche Belastung sondern helfen uns, möglichst gut aus dem Sand zu kommen und den Bunkerschlag auch von außerhalb schon visualisieren.

 

Aufgrund der Situation entscheiden wir uns ganz bewusst für einen Standard Bunkerschlag in Richtung Fahne und das 54° Sandwedge. Die Lage ist bei fluffigem Sand in leichter Bergauflage, die Bunkerkante ist nicht zu hoch und relativ nah entfernt. Der Stand kann frei eingenommen werden. Die Bedingungen für diesen Schlag sind eigentlich perfekt. Muss man ja auch mal sehen.

Der Stand wird zunächst stabil eingenommen und der Ball näher des vorderen Fußes platziert. Durch leichte Seitenverdrehung nach links und rechts graben wir uns mit den Füßen etwas in den Sand ein  und verschaffen uns einen noch stabileren Stand. Bei der Ausrichtung  empfehlen wir,  euch das  „V“ einzuprägen. Der Körper steht leicht geöffnet (Rechtshänder nach links positioniert)und die Schlagfläche des Schlägers nach rechts aufgedreht. Der Ball wird gut getroffen in der Mitte des „V`s“ in Richtung des Ziels oder Landepunktes gehen. Übrigens soll der Schläger bereits im Griff aufgedreht werden. Bloß nicht nur die Handgelenke verdrehen. Und ja – das fühlt sich am Anfang manchmal etwas krank an. Ihr werdet gleich wissen, warum. Probiert es aus. Andere Faktoren (z.B. Untergrund, Entfernung zur Bunkerkante/Grün) können jedoch hier eine "neuralere" Ausrichtung günstiger werden lassen. Testet unterschiedliche Schlägeröffnungswinkel einmal aus und spürt, wie der Bounce arbeitet. 

Der Bounce ist der Winkel bzw. die Beschaffenheit der Sohlenkonstruktion. Übt einmal im Übungsbunker ohne Ball Probeschwünge mit unterschiedlich geöffneten Schlagflächen. Ihr werdet feststellen, dass die geöffneten Schläger einfacher durch den Sand gleiten, wofür sie auch konstruiert wurden. So erledigen Sie ihren Job. OK, der Spieler muss natürlich noch schlagen. Und wie?

 

Aus dem eingenommenen Stand visualisiert der Spieler den erfolgreichen Schlag aus dem Bunker. Er wählt bei dem pulvrigen Sand eine Stelle, etwa 10 cm vor dem Ball aus. An dieser Stelle soll der Schläger flach in den Sand eintauchen und unter den Ball gleiten, so dass dieser hoch und auf das Grün fliegt. Die Technik dazu, insbesondere hinsichtlich der Schulterdrehung (*Reminder an mich selbst), kann man mit dem Pitch vergleichen. Um ein präzises Eintauchen möglich zu machen, empfiehlt es sich, den Rückschwung auf jeden Fall kürzer zu halten.

 

Der Schläger nähert sich der Eintauchstelle und wird – Achtung Knackpunkt! – bewusst dynamisch durch den Sand gezogen, so wie Ihr das ohne Ball im Übungsbunker ausprobiert habt. Richtet euch auf den Wiederstand des Sandes ein und kontrolliert dabei die Geschwindigkeit. Je schneller Ihr dabei werdet, desto unsauberer kommt Ihr an und unter den Ball. Für die Weite und Höhe des Schlages ist die Menge des herausgeschlagenen Sandes ausschlaggebend. Nehmt die richtige Standposition und Ausrichtung ein, greift den Schläger richtig, konzentriert euch auf den Winkel des Schlägers und Eintauchpunkt und führt den kontrollierten Schlag konsequent durch. Ihr werdet euch wundern, wie einfach das sein kann.

 

Beim nächsten Mal beschäftigen wir uns mit weiteren Hinweisen und Kniffen rund um das Bunkerspiel. Bleibt am Ball und spielt im Sand! Für euer Golfspiel! Inspire your Golf! C 


Unsere Bunker Basics

Erfolgreiches Bunkerspiel ist kein Hexenwerk!
Erfolgreiches Bunkerspiel ist kein Hexenwerk!

Welcome to the Bunker!  Mit der Dynamik vom Guns’n’Roses-Song würden wir den Ball gerne aus dem Bunker beamen, wenn wir wieder einmal dort gelandet sind. Spielen wie er liegt ist jedoch angesagt und da haben wir meist die negativen Beispiele abgespeichert, als wir mit unserem Sandwedge den Bunker umgegraben haben, als würde ein Hund nach seinem Knochen buddeln. Gerade die Grünbunker haben es uns angetan und wenn wir könnten, würden wir gerne eine Zeitmaschine um Zehn Minuten nach vorne drehen. Natürlich nur in der Hoffnung, dort schon den Ball auf das Grün gebracht zu haben. Anders als beim Fairwaybunker ist das „Raushacken“ nämlich nicht mal so eben möglich. Aber nun mal im Ernst.

 

Bunkerspiel findet – wie das gesamte Golfspiel – im Kopf statt. Bei einem Standard-Pitch oder Chip hat man eigentlich selten Panik. Vor einem Standard- Bunkerschlag hat man Respekt oder sogar unterbewusste Angst. Wenn Ihr völlig respektlos seid, dann lest besser ein anderes Kapitel weiter. Bei den meisten Amateuren, mich eingeschlossen, ist warum auch immer noch dieser unterschwellige Respekt vorhanden. Warum ist das so? Weil die Erfahrungen uns dies gelehrt haben und wir in den meisten Fällen den Bunker zu wenig oder gar nicht speziell trainieren.  Ein wichtiger Punkt für das Verständnis. Aber worum geht es denn bei diesem selbst definierten Horrorschlag?

 

Der Ball liegt im Bunker, meist obenauf, manchmal auch leicht eingegraben. Um den Ball aus dem Bunker zu spielen – kennen wir theoretisch alle – müssen wir nicht den Ball, sondern den Sand unter den Ball „wegschlagen“ und damit ohne den Ball zu berühren, in hohem Bogen aus dem Bunker befördern. Dazu nutzen wir in der Regel das Sandwedge oder Lobwedge mit Ihren hohen Lofts von 54° und mehr. Und da man den Golfern noch etwas helfen möchte, ist die Sohlenkonzeption mit ihrer „Abflachung“ auch speziell für den Bunkersand geeignet. Das ist der berühmte Bounce, der ebenfalls leicht unterschiedlich sein kann. Meist bei 06°-14° Grad. Der Schläger in eurem Bag kann und will es! Ihr müsst nur noch mitmachen.

 

Vergleichen wir nun kurz einen Standard-Bunkerschlag mit einem Standard-Pitch. Beide Bewegungen sind nahezu identisch. Ein beabsichtigter hoher, kontrollierter Ballflug mit einem kurzen oder sehr kurzen anschließendem Rollweg. Nur der Untergrund und im Einzelfall natürlich auch die Dynamik ist unterschiedlich. Dies sollte man verinnerlichen, wenn wir uns mit dem Bunkerschlag auseinandersetzen wollen.

 

Einschieben möchte ich einmal Szenarien der Profi-Touren. Bei gewissen Layouts und in bestimmten Situationen  spielen die Professionals schon mal bewusst in die vorgelagerten Grünbunker. Meist, wenn die Landezone auf dem Grün wirklich brutal klein ist und Ausweichmöglichkeiten hinter oder neben dem Grün mit hohem, unangenehmen Rough etc. verteidigt sind. Und warum machen sie das? Weil der folgende Bunkerschlag leichter und erfolgversprechender ist, als jede andere Folgeoption, wenn das Grün fast nicht zu treffen ist.

 

Was soll uns das nun sagen, besonders, wenn wir wohl nie in diese Lage kommen werden? Ganz einfach – der Schlag ist grundsätzlich immer leichter als man denkt. Wenn man beim Bunkerspiel das Kopfproblem gelöst hat, ist das Schwerste geschafft. Das Aneignen der richtigen Technik, der Schwunggedanken etc. ist mit dem Hintergrundwissen nicht schwerer als die übrigen Standardschläge. Technisch gesehen ist er sogar leichter, weil sich durch  mehr Spielräume ergeben. Aber dazu später mehr...

 

Auf diese einzelnen Komponenten und noch weitere Aspekte gehen wir in den nächsten Kapiteln (Technik ff.) hier ein. Theoretisch oder auch Praktisch habt ihr sogar davon gehört oder gelesen. Das Rad neu erfinden können und wollen wir nicht. Aber wir hoffen, dass wir euch dazu inspirieren können, den Bunker – das fremde, ungeliebte Wesen – mit anderen Augen zu betrachten und vielleicht sogar ein Bunkerfreund zu werden. Na ja, die Angst verlieren und es als normale Aufgabe des Golfspiels zu betrachten wäre ja auch schon was, oder? INSPIRE your GOLF! C