Der Chip


 

Der Chip gehört zu den wichtigsten Schlägen im Amateurgolf. Warum? Weil aufgrund der Komponenten Länge und Präzision, eine Annäherung sehr oft nicht direkt auf das Grün gebracht werden kann. Ein guter Chip an die Fahne macht so einiges wieder wett und wenn der Putt zum gelungenen „Up&Down“ noch fällt haben wir alles richtig gemacht. Deshalb sollte man sich mit diesem Schlag anfreunden. Lasst euch inspirieren, dem Chip seine wichtige Bedeutung zukommen zu lassen und eure Werte auf der Runde zu verbessern.



Training zu Hause - Chippen im Garten

Ihr wollt etwas abschalten und ein wenig trainieren, habt aber zu wenig Zeit oder keine Möglichkeit zum Golfplatz zu fahren? Ihr wollt euer kurzes Spiel einfach zu Hause verbessern? Dazu braucht ihr nicht viel:

 

  • eine Ecke im Garten

 

  • einen Regenschirm oder Schlägertuch

 

  • ein Wedge oder kurzes Eisen

 

  • einige Bälle

 

und los geht's!

 

Nun könnt ihr aus verschiedenen Distanzen chippen und als Ziel für den Landepunkt dient der Regenschirm oder ein Schlägertuch.

 

Zu einfach? Dann variiert als erstes die Entfernung, indem ihr euch 2-3 Stationen aufbaut in unterschiedlichen Entfernungen (z.B. wie auf dem Foto 5m und 10m) und spielt abwechseln von den Stationen. So habt ihr die nötige Variabilität und müsst euch auf jedem Schlag neu einstellen.

 

Nun haben 16 von 20 Bällen das Ziel getroffen und es droht langweilig zu werden? Zur weiteren Erhöhung des Schwierigkeitsgrades könnt ihr nun von den Stationen mit unterschiedlichen Schlägern spielen.

 

Natürlich wird hierbei der Roll komplett vernachlässigt, aber als Übung für die Landepunkte und zur Festigung der Chiptechnik eignet sich diese Übung hervorragend. So kann schnell nach Feierabend ein kleines zeitoptimiertes Kurzspieltraining absolviert werden.

 

Viel Spaß dabei (M)

 

Ein wenig Ausrüstung, etwas Platz und los geht`s. Seid kreativ!
Ein wenig Ausrüstung, etwas Platz und los geht`s. Seid kreativ!

Unsere Technik

 So, dann schauen wir uns mal die Grundtechnik des Chips an. Keep it möglichst simple lautet unsere Devise, die auch erfolgversprechend ist. Die Hinweise unserer Basics habt ihr noch im Gedächtnis. Jetzt gibt es nur noch das Grün mit der Fahne und dem ausgewählten Landepunkt, den Ball vor dem Grün in einer Chipsituation und Dich, den Golfer mit dem ausgewählten Schläger für eine möglichst flachere Flugbahn.

 

Zu empfehlen ist  eine Standposition, mit etwa zur Hälfte schulterbreit ausgerichteten Füßen und die Ballposition zum jeweils hinteren Fuß ausgerichtet. Das Griffende des Schlägers zeigt auf die linke Hüftseite. Je nach Körpergröße und Schläger kann der Griff normal oder etwas kürzer gefasst werden. Da müsstet ihr mal sehen, wie ihr eine halbwegs bequeme Haltung einnehmen könnt. Gleichzeitig sollte sich die Körperhaltung auch für eine kontrollierte Bewegung eignen. Wichtig ist, dass sich die Arme vor dem Körper auch bewegen können. Testet beim Üben einmal leicht variierende Abstände des Balles zum Körper aus.

 

Grundsätzlich sind die Knie natürlich leicht gebeugt und der Oberkörper ist nach vorne geneigt. Sollte wie gesagt auch bequem sein. Nun achtet mal ganz besonders auf eure Handgelenke, die während der Chip-Bewegung stabil bleiben sollten. Bei kurzen Chips ist gar kein Handgelenkeinsatz zu empfehlen. Der linke Arm ist leicht gestreckt mit dem Schaft auf einer Linie - und bleibt auch so. Das Gewicht ist mehr auf dem linken Fuß verlagert, was euch gleich helfen wird, aus der Ansprechposition heraus in einem besseren Winkel an den Ball zu kommen und damit erst den Ball und dann den Boden zu treffen.

 

Nun steht ihr also da in der Ansprechposition und visiert natürlich nur den Landepunkt des Balles auf dem Grün an. Die Flughöhe des Balles und der Rollweg zur Fahne sind klar und einkalkuliert. Leitet den Rückschwung nicht zu schnell und nur aus der Oberkörperrotation (nicht nur Arme!) und mit einem guten Rhythmus ein, so wie ihr gerade eben den Probeschwung einstudiert habt.

 

Die Länge des Rückschwunges und der gleichartige - nicht zu schnelle -  konsequente Durchschwung kann etwas länger oder kürzer sein. Klar, hier kommt es ja auch auf die Entfernung zur Landezone und das auf den Flugwinkel abgestimmten Eisen und dessen Loft an.  Sonst ist alles fast so, wie bei einem längeren Putt. Übrigens werdet ihr erfolgreicher chippen, wenn der Ball möglichst viel rollt. Probiert es aus.

 

Jetzt noch zwei entscheidende Schwunggedanken, die wir für sehr wichtig halten und selbst anwenden. Zunächst bleiben beim Schwung die Hände vor dem Schlägerkopf. Dieser sollte die Hände nicht – schon gar nicht im Treffmoment – überholen. Dann ist es bei Probeschwung und Schlag wichtig, sich auf den Widerstand des Grases einzustellen und nicht hängen zu bleiben.

 

Der Schlägerkopf muss trotz des Widerstandes durch den Ball gehen. Die Stabilität in euren Handgelenken und die stabile Ansprechposition unterstützen euch dabei.

 

So, das waren unsere wichtigsten Punkte zur Chip-Technik. Nun heißt es üben, üben, üben und die solide Grundtechnik verinnerlichen. Wir empfehlen noch einmal, verschiedene Chip-Längen mit verschiedenen Schlägern auszuprobieren und so eure persönlichen Chip-Eisen auszuwählen. Sich auf zwei Eisen (Lang = Flacher, Kürzer= Höher) einzuschießen und in der Vorbereitung dabei mit den jeweilig variierenden Landezonen zu arbeiten.

 

Bleibt am Ball und lasst euch demnächst von unseren favorisierten Chip-Übungen und weiteren Tricks und Hinweisen inspirieren. Inspire Your Chipping  – Inspire your Golf! C                 

 

 

 


Unsere Basics

Martin bei einer Chip-Übung
Martin bei einer Chip-Übung

Wie bereits angedeutet, ist der Standard-Chip in unseren Augen ein besonders Wichtiger. Im Gegensatz zum Pitch ist er auch einfacher zu spielen und sollte bevorzugt angewendet werden, wenn kein zu überspielendes Hindernis vor uns liegt. Der Chip wird mit Eisen unterschiedlichen Lofts gespielt, die je nach Loftzahl nach dem Treffmoment höher oder flacher vom Schlägerball abprallen. Ein Sandwedge erzeugt einen hohen, aber kürzeren Ballflug, ein Eisen 8 einen dementsprechend flacheren Ballflug. Je nach Flugkurve ist der Roll damit auch kürzer (SW) oder länger (E8). Ein wichtiger Faktor für den Chip ist die Auswahl des richtigen Schlägers die Visualisierung des Flugbodens, den unausweichlichen Rollweg und den überaus wichtigen Landepunkt zwischen den beiden Elementen.

 

Gerade der Landepunkt wird sehr häufig vernachlässigt. Im schlimmsten Fall konzentriert man sich beim Chip auf die Fahne. Dann wird der Chip automatisch zu lang, wetten? Der unausweichliche Rollweg wird natürlich in die Gesamtplanung mit einbezogen. Je nach Gesamtweg wird also erst die Flugbahn zum präzise visualisierten Landepunkt festgelegt und anhand der Flugkurve die Länge des Rollweges bis zum Endziel (Loch oder Fahne) bewertet. Nun muss man natürlich noch eine Vorstellung haben, mit welchem meiner Eisen ich diese Flugbahn spielen kann und wieviel Energie ich dafür benötige. Zu stark oder zu schwach getroffene Bälle ergeben mit demselben Schläger eine andere Flugbahn. Soviel steht fest!

 

Gerne wird für dieses Grundprinzip auch das Boccia-Spiel zum Beispiel genommen, welches man auf dem Chipping Grün auch mit Golfbällen simulieren kann.  Es geht darum, seine Vorstellungskraft  für das Gesamtprinzip zu schulen. Hocken wir uns also hin und werfen Bälle aus einer Position in unterschiedlichen Flugkurven und mit unterschiedlichem Energieaufwand und beobachten das unterschiedliche Flug- und Rollverhalten. Auch die Visualisierung der Landepunkte wird geschult. Nun stelle man sich vor, man möchte den Wurf nur noch mit einem Golfschlag tauschen. Wieder sind die unterschiedlichen Flugkurven und der unterschiedliche Energieaufwand entscheidend, um die ausgewählte Landezone (als Kreis, Quadrat oder Punkt) zu visualisieren. Verlässt der Ball das Schlägerblatt, haben wir keinen Einfluss mehr und warten gespannt auf das Ergebnis.

 

Um dieses System zu verfeinern, braucht es natürlich eine solide Technik und Kenntnisse seiner Abflugwinkel. Auch der Untergrund sollte eine Rolle spielen, denn unterschiedliche Bounces haben je nach Untergrund auch unterschiedliche Auswirkungen. Die Lage des Balles ist dementsprechend auch immer wichtig zu beurteilen. OK, aber ist es nicht schwer, sich auf alle Eisen gleichermaßen einzustellen? Natürlich – und deshalb ist aus unserer Sicht gerade am Anfang der Golfkarriere ratsam, sich auf zwei Chipping-Eisen einzustellen. Ein Höheres und ein Flacheres. Ich hatte mich damals auf das  Sandwedge und das E9 festgelegt. Das 9er war meine Universalwaffe, weil ich unheimlich viele unterschiedliche Schläge damit ausgeführt habe. Heute bin ich beim Chippen etwas variabler. Ich muss gestehen, dass ich es immer noch verbessern muss, um öfter das Up&Down zu spielen.  Jeder gechippte Ball der nah genug am Loch liegt um mit einem Putt das Ziel zu finden ist ein optimaler Chip. Das direkte Einlochen lassen wir hier ganz bewusst weg. Wenn er fällt, nehmen wir es dankbar an. Er muss aber nicht und so minimieren wir den Druck und lenken unsere Konzentration auf den wichtigen Landepunkt.  

 

So, dies genug Inspiration für den ersten Teil. Weiter geht es demnächst mit der soliden Grundtechnik, unseren Übungstipps und weiteren Inspirationen rund ums Chippen. INSPIRE your GOLF! C