Der Pitch


 

Einige mögen den Pitch, andere wiederum nicht. Fakt ist, dass ein Golfer aufgrund unterschiedlicher Spiellinien oder aufgrund des Layout des Platzes immer wieder in die Verlegenheit gebracht wird, den Pitch zu spielen. Wasserhindernisse, Bunker oder Büsche etc. lauern überall. Lasst euch inspirieren, euch mit dem hohen Pitch anzufreunden oder lieben zu lernen. Wenn`s klappt, geht das übrigens ganz schnell.     


Wedge-Game by Paul Dyer - Die magischen 4 Gleichungen.

Quelle: Srixon (Werbehinweis)
Quelle: Srixon (Werbehinweis)

Moin Moin zu einer neuen Inspiration, die wir beim (Achtung Werbehinweis) Land Rover LiveGolf am 19.02.  bei Paul Dyer aufgeschnappt haben. Paul ist als Mitglied der Leadbetter-Academy sowohl  fachkundiger und unterhaltsamer Top-Coach und Referent. Wenn Ihr also mal die Gelegenheit habt, ihm bei einem Messevortrag oder einer LR-Veranstaltung zusehen zu können, dann lasst euch dort unbedingt inspirieren.

 

Mit seinem Thema „Play your best Golf now!” zeigt uns Paul, dass vieles im Golfsport einfacher wird, wenn man es nicht zu kompliziert macht. Dabei stellte er zu diesem Thema seine vier wichtigsten Bausteine zum wichtigen Spiel mit den Wedges vor. Vier wichtige Dinge, die man wissen muss, um sein persönlich bestes Golf aus sich herauszuholen. Gerade in Zeiten, wo man sich gegen die Informationsflut aus dem SocialNet kaum noch wehren kann, ist es wichtig, auf dem Platz bei sich zu bleiben! Dabei helfen vereinfachte Strukturen und Denkweisen. Es schadet eher zu viel zu wissen und vielleicht auch noch gleichzeitig umsetzen zu wollen HaHa! Ihr wisst, was wir meinen!

 

Nun also zu den vier wichtigen Bausteinen, die total easy zu verinnerlichen, für das gesamte Spielverständnis aber elementar sind! Die Bausteine sind zusammenhängende Gleichungen, die uns in quasi jeder Wedge-Situation auf dem Platz sofort weiterhelfen. Let`s go!

 

Point 1  - Schwerpunkt = Divot

So what?! Das Wissen um euren körperlichen Schwerpunkt ist extrem wichtig für Ballkontakte! Stellt euch in eine Ansprechposition und verlagert euren körperlichen Schwerpunkt für den (imaginären) Schlag einmal links, einmal mittig und einmal rechts. Welchen Schwungweg nimmt der Schläger und welchen Eintreffwinkel wird das zur Folge haben? Wo wird ein Divot entstehen? Auch für das Eisenspiel ist dieser Grundsatz wichtig. Wie muss der körperliche Schwerpunkt sein, damit der Schläger so auf den Ball trifft und an der richtigen Stelle sein Divot produziert? Probiert dies zum Verständnis mal auf der Range und wechselt dabei den Schwerpunkt des Oberkörpers.  Merke: Schwerpunkt = Divot!

 

Point 2 – Umfang = Distanz

Diese Gleichung ist nichts anderes als das Verhältnis von Schwungradius zur Länge des Ballfuges. Ein volles Pitching Wedge fliegt weiter als ein 3/4 –PW. Diese Gleichung gilt natürlich auch vom Putter bis zum Driver für alle Schläger. Zu verinnerlichen ist also die Gleichung Umfang = Distanz! Bekommt ihr hin! ;-)

 

Point 3 – Loft = Höhe

Diesen Baustein meinen die meisten aus dem Eff-Eff zu beherrschen. Jeder kennt seine Lofts und kann visualisieren, welche Steigung des Ballfluges mit dem welchem Schläger zu erreichen ist. Diese Lofts sind mehr oder weniger baulicher Standard und fest mit dem Schläger verbunden.  Im Spiel selbst, verändern wir oft Lofts, ohne genau darauf zu achten. Aus der Ansprechposition bei einer Annäherung  fassen wir den Schläger vielleicht kürzer und verwinkeln den Schaft etwas in Richtung Ziel. Mit der Ansprechposition verändern wir so den Loft. Oft unbewusst. Die Folge sind Ungenauigkeiten in der Höhen- und Längenkontrolle. Registriert mit dieser Gleichung also, welche Höhe (Länge) Ihr braucht und mit welchem Loft (im Treffmoment) diese tatsächlich erreicht wird. Loft = Höhe! Gut zu merken!

 

Point 4 – Abrieb = Spin

Der durchschnittliche Amateur wir jetzt denken: Brauch ich das? Klar, wenn man sich verbessern möchte, sollte  man auch diesen Punkt als eine von Paul`s elementaren Gleichungen verinnerlichen. Wann brauche ich viel und wann brauche ich wenig Spin? Wie kommt Spin zustande? Er kommt vereinfacht so zustande, dass der mit Grooves versehene Schläger – richtig - an den Ball kommt. In Megazeitlupe reiben sich dabei die Groves mit dem Ball. Da dies mit hoher Geschwindigkeit passiert, entsteht ein Drall. Von der Winkelmechanik eines sauber getroffenen Wedges, also dieser wunderschöne Rückwärtsdrall, auch Spin genannt. Möchtet ihr Spin generieren, muss der Ballkontakt blitzsauber sein und über den Eintreffwinkel für den benötigten Abrieb sorgen. Logisch? Logisch! Je mehr Abrieb, desto mehr Spin!

 

Diese Basics helfen nun verinnerlicht in allen Wedge- Situationen auf dem Platz. Paul schafft mit diesen vier Gleichungen die Voraussetzungen, das Wedge-Spiel in wesentlichen Faktoren erfolgreicher werden zu lassen. Lasst euch inspirieren, denkt mal darüber nach und wendet die vier Gleichungen an! Danke an Paul Dyer von der Leadbetter-Academy für diesen guten Input! Viel Spaß und Erfolg wünscht euch euer IYG-Team! 


Der Low-Spinner

Immer wenn wir am Wochenende den Pros im TV zusehen, können wir es kaum fassen, mit welchen Schlagvarianten die Professionals Ihren Ball auf das Grün und oft direkt an die Fahne bringen. Der sogenannte Low-Spinner hat es uns besonders angetan. Diese Schlagvariante ist ein flacher Pitch, der enorm viel Spin produziert, dass der Ball im besten Fall dort kontrolliert auf dem Grün beißt und zum Liegen kommt, wie es vorher geplant war.

 

Für uns Amateure ist der kontrollierte Low-Spinner-Schlag eine eher schwierige Pich-bzw. Schlagvariante. Wir haben uns aus Neugier und gewisser Ehrfurcht trotzdem einmal mit diesem Schlag befasst und möchten die Inspiration der Professionals aufnehmen um uns diesem  Schlag überhaupt einmal zu nähern. 

 

Wir haben keine Erwartungen, dass wir diesen Schlag jemals perfekt kontrollieren werden. Aber wir wollen uns damit beschäftigen und Erfahrungen sammeln, die unser Golfspiel weiter bringen. Theoretisch und nachher auch praktisch. Lets`s go!

 

Zunächst zur Situation. Der Ball liegt etwa +/-  30-50 Meter, praktischerweise vor dem offenen Grüneingang.  Dieser Schlag kann aber auch gut und platziert über Hindernisse gespielt werden, wenn wir so halbwegs die Längenkontrolle mittels Spin draufhaben. Aufgrund eurer überlegten Taktik nähert ihr euch aber eh` immer über die „offene Grünseite“ an, sofern dies möglich ist. Dies bedeutet die optimale Spiellinie für euch Amateurgolfer, die die Hindernisse (Bunker oder Wasserhindernisse) weitgehend entschärfen. Gerade, wenn unser Spielplan nicht unbedingt ein G.I.R. (Green in Regulation) vorsieht und wir den Ball zum Anspielen des Grüns erst einmal vorbereiten. Überlegt, ob ihr den Ball besser mit einem hohen Pitch/Lobshot oder mit einem flachen Low Spinner auf dem Grün zum Halten bringt. Darum inspirieren wir euch mit dieser flachen Variante für euren flexiblen Golf-Werkzeugkasten.

 

Die saubere Lage des Balles auf dem Fairway ist unbedingt erforderlich – warum könnt Ihr gleich ableiten. Eines noch! Achtet noch auf die Gefahren, die ggfs. hinter dem Grün lauern.

 

Ein z.B. getoppter Ball schießt schnell über das Grün. Hier sind oftmals Ausgrenzen, Wasserhindernisse oder Bunker angelegt. Für uns arbeitet manchmal auch die Topographie des Grüns, besonders, wenn es nach hinten ansteigt, oder im hinteren Bereich durch einen erhöhten „Wall“ abgesichert ist. Schaut euch die Situation also gut an und überlegt, welchen Schlag Ihr wie spielen wollt.  

 

Nun also zur Technik.  Notwendig ist ein Schläger mit hohem Loft, also mindestens Pitching-, Gap-, oder LobWedge. Die Grooves müssen unbedingt frei und die Schlagfläche sauber sein, da der Schläger hier sehr präzise arbeiten muss.

 

Der Ball ist nunmehr relativ flach und „dünner“  zu treffen.  Hände und Schaft sind dabei vor dem Ball, was zu einem „entloften“ des Schlägers führt.  Jetzt wird es wissenschaftlich. Durch diesen „forward shaftlean“ mit ca. 10° -  14° erreicht man die perfekte Voraussetzung für diesen Schlag. Der flache Eintreffwinkel beträgt etwa -3° bis -5° und produziert ein minimales Divot. Hier wird also mindestens ein PW mit etwa 43° - 46°  gewählt. Ein sogenannter Spinnloft von 45° (Dynamischer Loft – vertikaler Eintreffwinkel) wäre weiter eine optimale Voraussetzung für diesen Schlag. Den bekommt man am besten mit einem 54°-56° Loft hin. Probiert diese Schlagart einmal mit unterschiedlichen Wedges aus und beobachtet! Der Schwunggedanke entspricht übrigens eher dem des Draws.

 

Der Ball ist absolut sauber zu treffen. Im Idealfall im unteren Bereich der Grooves. Eine kontrolliert beschleunigte Schlägerkopfgeschwindigkeit sorgt für den Spin, den wir für diesen Schlag produzieren wollen. Durch die Geschwindigkeit entsteht hier sehr viel Reibung auf den Ball und dieser hat wenig Zeit über das Schlägerblatt zu rollen.  

 

Das gute Ergebnis ist ein flacherer Abflugwinkel des Balles. Dieser trifft das Grün, setzt einmal auf und beim zweiten Mal greift der produzierte Spin, so dass der Ball fast auf der Stelle liegen bleibt. Wenn Ihr so einen Ball an die Fahne bringen könnt, dann habt ihr es drauf! Wir müssen selbst auch noch einiges dafür tun! Dass es nicht unmöglich ist, zeigt uns regelmäßig ein Golfbuddy auf der Runde. Er spielt ein 11er Handicap und hat einen bewundernswerten Treffmoment. Diesen Schlag hat er absolut drauf!

 

Lassen wir uns also inspirieren und gehen diese Schlagvariante einmal bewusst an. Denkt wie immer dran: Der Weg ist das Ziel! Training ist absolut erforderlich, sowohl auf der Range (mit ordentlichen Bällen) als auch auf der Übungsrunde, wo ihr, wenn es die Situation erlaubt, auch mal einen 2. oder 3. Ball das Grün anspielen könnt. Dass Pitchmarken selbstverständlich ausgebessert werden, versteht sich von selbst.

 

Also viel Spaß mit dieser Inspiration und dem Low-Spinner, der euch hoffentlich einmal sehr viel Freude bereiten wird! Euer IYG-Team.   

 


Der Pitch - Unsere Basics

Foto: CM
Foto: CM

Beschäftigen wir uns einmal mit dem Pitch. Ein nicht wegzudenkender Schlag in unserem Golfspiel, weil eigentlich alle Golfer in die Verlegenheit kommen, den hohen Schlag zu spielen, der in den meisten Fällen das Grün trifft und sehr schnell liegen bleibt. Mit dem Backspin-Firlefanz wollen wir uns hier nicht beschäftigen, das machen wir sicher ein anderes Mal separat. Den hohen Schlag spielen wir zwangsweise, wenn ein Hindernis zu überspielen ist oder wenn wir tatsächlich den Ball absichtlich ohne direktes Hindernis hoch und direkter auf den Pin spielen möchten.

 

 

Eigentlich gehen die flacheren Spielvarianten immer vor, aber es gibt sehr oft Situationen, in denen kein Hindernis zu überspielen wäre, das Layout des Platzes oder die Spielsituation selbst für den Pitch spricht. Eine Situation wäre z.B. gegeben, wenn  auf der Spiellinie hinter der Flagge ein Bunker lauert und die Entfernung für einen Standard-Chip zu lang ist. Dies würde bedeuten, dass der theoretisch megalange Chip einfach schwerer zu dosieren ist als der hohe Pitch und auf die Gefahr eines zu langen Balls eingegangen werden muss. Natürlich muss das situationsbedingt entschieden werden, aber stellt euch folgende Situation vor:

 

100m vor dem Grün und das Loch ist am hinteren Grünrand gesteckt. Das Grün ist etwas härter und kurz hinter dem Grün lauert ein tiefer Bunker. Wer kommt auf die Idee einen flacheren Annäherungsschlag so zu spielen, dass bei nicht perfekt abgestimmter Länge der Ball das Grün trifft und in einem flachen Winkel über das Grün, hinter die Fahne in den Bunker rollt? Nein, die sicherste  Variante ist der hohe Pitch, der trotz des härteren Grüns schnell liegen bleibt.

 

Übrigens – es lohnt sich, unabhängig von der Flaggenposition immer in die Grünmitte zu zielen. Diese zu treffen muss beim hohen Pitch absolute Priorität haben, besonders, wenn man nicht so gut mit dem Spin ausgestattet ist. Lieber später den etwas längeren Putt, als einen anderen Schlag, der tendenziell ein höheres Risiko darstellt. Golf ist immer noch ein Fehlervermeidungsspiel und die wollen wir in jeder Entscheidung berücksichtigen.

 

So, und mit welchen Schlägern spielen wir den Pitch? Es kommt natürlich in erster Linie auf die Entfernung zum Ziel(-punkt) und unsere individuelle Länge mit der damit verbundenen Flugkurve an. Unter 100m bieten sich generell die Eisen mit sehr hohem Loft an. Vom Eisen 9 bis zum Lobwedge ist vieles denkbar. In der Regel sollte man versuchen mit dem Sand- oder Pitchingwedge zu arbeiten. Man sollte dabei verinnerlichen, dass der Pitch vom Grunde her nichts anderes ist, als die kleine Version eines vollen Schwunges.

 

Übrigens, was sehr oft nicht berücksichtigt wird ist folgendes. Der Pitch aus einer aufliegenden Lage des Balles wie z.B. dem Semirough ist anders zu beurteilen als der Pitch vom Fairway. Der Schläger mit hohem Loft gleitet gern etwas unter den Ball und damit erhöht sich dieser im Treffmoment zwangsläufig. Die Folge ist, dass z.B. ein Pitching Wedge wie ein Sandwedge unter den Ball kommen kann und damit möglicherweise entscheidend zu kurz bleibt. Also gilt es die Lage des Balles zu bewerten, den Schläger auszuwählen und auch die Schwunggeschwindigkeit auf die Lage des Balles anzupassen. Achtet einmal drauf und spielt auf einer einsamen Trainingsrunde mal mehrere Bälle auf solch einer aufliegenden Lage und achtet auf unterschiedliche Dynamik.  

 

Der hohe Pitch macht Spaß, besonders wenn er funktioniert. Den Schlag sollte man trainieren und das bestenfalls nicht von der Rangematte. Das Vertrauen, mit Dynamik durch den Ball zu gehen und ein Divot zu produzieren erhält man schlecht auf der Matte, wo der Schläger über die Oberfläche gleitet oder leicht abprallt.

 

Mit der Technik beschäftigen wir uns dann im nächsten Kapitel! Lasst euch inspirieren, euer Pitching auf Vordermann zu bringen! INSPIRE your GOLF! C