Der Pitch


 

Einige mögen den Pitch, andere wiederum nicht. Fakt ist, dass ein Golfer aufgrund unterschiedlicher Spiellinien oder aufgrund des Layout des Platzes immer wieder in die Verlegenheit gebracht wird, den Pitch zu spielen. Wasserhindernisse, Bunker oder Büsche etc. lauern überall. Lasst euch inspirieren, euch mit dem hohen Pitch anzufreunden oder lieben zu lernen. Wenn`s klappt, geht das übrigens ganz schnell.     


Der Low-Spinner

Immer wenn wir am Wochenende den Pros im TV zusehen, können wir es kaum fassen, mit welchen Schlagvarianten die Professionals Ihren Ball auf das Grün und oft direkt an die Fahne bringen. Der sogenannte Low-Spinner hat es uns besonders angetan. Diese Schlagvariante ist ein flacher Pitch, der enorm viel Spin produziert, dass der Ball im besten Fall dort kontrolliert auf dem Grün beißt und zum Liegen kommt, wie es vorher geplant war.

 

Für uns Amateure ist der kontrollierte Low-Spinner-Schlag eine eher schwierige Pich-bzw. Schlagvariante. Wir haben uns aus Neugier und gewisser Ehrfurcht trotzdem einmal mit diesem Schlag befasst und möchten die Inspiration der Professionals aufnehmen um uns diesem  Schlag überhaupt einmal zu nähern. 

 

Wir haben keine Erwartungen, dass wir diesen Schlag jemals perfekt kontrollieren werden. Aber wir wollen uns damit beschäftigen und Erfahrungen sammeln, die unser Golfspiel weiter bringen. Theoretisch und nachher auch praktisch. Lets`s go!

 

Zunächst zur Situation. Der Ball liegt etwa +/-  30-50 Meter, praktischerweise vor dem offenen Grüneingang.  Dieser Schlag kann aber auch gut und platziert über Hindernisse gespielt werden, wenn wir so halbwegs die Längenkontrolle mittels Spin draufhaben. Aufgrund eurer überlegten Taktik nähert ihr euch aber eh` immer über die „offene Grünseite“ an, sofern dies möglich ist. Dies bedeutet die optimale Spiellinie für euch Amateurgolfer, die die Hindernisse (Bunker oder Wasserhindernisse) weitgehend entschärfen. Gerade, wenn unser Spielplan nicht unbedingt ein G.I.R. (Green in Regulation) vorsieht und wir den Ball zum Anspielen des Grüns erst einmal vorbereiten. Überlegt, ob ihr den Ball besser mit einem hohen Pitch/Lobshot oder mit einem flachen Low Spinner auf dem Grün zum Halten bringt. Darum inspirieren wir euch mit dieser flachen Variante für euren flexiblen Golf-Werkzeugkasten.

 

Die saubere Lage des Balles auf dem Fairway ist unbedingt erforderlich – warum könnt Ihr gleich ableiten. Eines noch! Achtet noch auf die Gefahren, die ggfs. hinter dem Grün lauern.

 

Ein z.B. getoppter Ball schießt schnell über das Grün. Hier sind oftmals Ausgrenzen, Wasserhindernisse oder Bunker angelegt. Für uns arbeitet manchmal auch die Topographie des Grüns, besonders, wenn es nach hinten ansteigt, oder im hinteren Bereich durch einen erhöhten „Wall“ abgesichert ist. Schaut euch die Situation also gut an und überlegt, welchen Schlag Ihr wie spielen wollt.  

 

Nun also zur Technik.  Notwendig ist ein Schläger mit hohem Loft, also mindestens Pitching-, Gap-, oder LobWedge. Die Grooves müssen unbedingt frei und die Schlagfläche sauber sein, da der Schläger hier sehr präzise arbeiten muss.

 

Der Ball ist nunmehr relativ flach und „dünner“  zu treffen.  Hände und Schaft sind dabei vor dem Ball, was zu einem „entloften“ des Schlägers führt.  Jetzt wird es wissenschaftlich. Durch diesen „forward shaftlean“ mit ca. 10° -  14° erreicht man die perfekte Voraussetzung für diesen Schlag. Der flache Eintreffwinkel beträgt etwa -3° bis -5° und produziert ein minimales Divot. Hier wird also mindestens ein PW mit etwa 43° - 46°  gewählt. Ein sogenannter Spinnloft von 45° (Dynamischer Loft – vertikaler Eintreffwinkel) wäre weiter eine optimale Voraussetzung für diesen Schlag. Den bekommt man am besten mit einem 54°-56° Loft hin. Probiert diese Schlagart einmal mit unterschiedlichen Wedges aus und beobachtet! Der Schwunggedanke entspricht übrigens eher dem des Draws.

 

Der Ball ist absolut sauber zu treffen. Im Idealfall im unteren Bereich der Grooves. Eine kontrolliert beschleunigte Schlägerkopfgeschwindigkeit sorgt für den Spin, den wir für diesen Schlag produzieren wollen. Durch die Geschwindigkeit entsteht hier sehr viel Reibung auf den Ball und dieser hat wenig Zeit über das Schlägerblatt zu rollen.  

 

Das gute Ergebnis ist ein flacherer Abflugwinkel des Balles. Dieser trifft das Grün, setzt einmal auf und beim zweiten Mal greift der produzierte Spin, so dass der Ball fast auf der Stelle liegen bleibt. Wenn Ihr so einen Ball an die Fahne bringen könnt, dann habt ihr es drauf! Wir müssen selbst auch noch einiges dafür tun! Dass es nicht unmöglich ist, zeigt uns regelmäßig ein Golfbuddy auf der Runde. Er spielt ein 11er Handicap und hat einen bewundernswerten Treffmoment. Diesen Schlag hat er absolut drauf!

 

Lassen wir uns also inspirieren und gehen diese Schlagvariante einmal bewusst an. Denkt wie immer dran: Der Weg ist das Ziel! Training ist absolut erforderlich, sowohl auf der Range (mit ordentlichen Bällen) als auch auf der Übungsrunde, wo ihr, wenn es die Situation erlaubt, auch mal einen 2. oder 3. Ball das Grün anspielen könnt. Dass Pitchmarken selbstverständlich ausgebessert werden, versteht sich von selbst.

 

Also viel Spaß mit dieser Inspiration und dem Low-Spinner, der euch hoffentlich einmal sehr viel Freude bereiten wird! Euer IYG-Team.   

 


Der Pitch - Unsere Basics

Foto: CM
Foto: CM

Beschäftigen wir uns einmal mit dem Pitch. Ein nicht wegzudenkender Schlag in unserem Golfspiel, weil eigentlich alle Golfer in die Verlegenheit kommen, den hohen Schlag zu spielen, der in den meisten Fällen das Grün trifft und sehr schnell liegen bleibt. Mit dem Backspin-Firlefanz wollen wir uns hier nicht beschäftigen, das machen wir sicher ein anderes Mal separat. Den hohen Schlag spielen wir zwangsweise, wenn ein Hindernis zu überspielen ist oder wenn wir tatsächlich den Ball absichtlich ohne direktes Hindernis hoch und direkter auf den Pin spielen möchten.

 

 

Eigentlich gehen die flacheren Spielvarianten immer vor, aber es gibt sehr oft Situationen, in denen kein Hindernis zu überspielen wäre, das Layout des Platzes oder die Spielsituation selbst für den Pitch spricht. Eine Situation wäre z.B. gegeben, wenn  auf der Spiellinie hinter der Flagge ein Bunker lauert und die Entfernung für einen Standard-Chip zu lang ist. Dies würde bedeuten, dass der theoretisch megalange Chip einfach schwerer zu dosieren ist als der hohe Pitch und auf die Gefahr eines zu langen Balls eingegangen werden muss. Natürlich muss das situationsbedingt entschieden werden, aber stellt euch folgende Situation vor:

 

100m vor dem Grün und das Loch ist am hinteren Grünrand gesteckt. Das Grün ist etwas härter und kurz hinter dem Grün lauert ein tiefer Bunker. Wer kommt auf die Idee einen flacheren Annäherungsschlag so zu spielen, dass bei nicht perfekt abgestimmter Länge der Ball das Grün trifft und in einem flachen Winkel über das Grün, hinter die Fahne in den Bunker rollt? Nein, die sicherste  Variante ist der hohe Pitch, der trotz des härteren Grüns schnell liegen bleibt.

 

Übrigens – es lohnt sich, unabhängig von der Flaggenposition immer in die Grünmitte zu zielen. Diese zu treffen muss beim hohen Pitch absolute Priorität haben, besonders, wenn man nicht so gut mit dem Spin ausgestattet ist. Lieber später den etwas längeren Putt, als einen anderen Schlag, der tendenziell ein höheres Risiko darstellt. Golf ist immer noch ein Fehlervermeidungsspiel und die wollen wir in jeder Entscheidung berücksichtigen.

 

So, und mit welchen Schlägern spielen wir den Pitch? Es kommt natürlich in erster Linie auf die Entfernung zum Ziel(-punkt) und unsere individuelle Länge mit der damit verbundenen Flugkurve an. Unter 100m bieten sich generell die Eisen mit sehr hohem Loft an. Vom Eisen 9 bis zum Lobwedge ist vieles denkbar. In der Regel sollte man versuchen mit dem Sand- oder Pitchingwedge zu arbeiten. Man sollte dabei verinnerlichen, dass der Pitch vom Grunde her nichts anderes ist, als die kleine Version eines vollen Schwunges.

 

Übrigens, was sehr oft nicht berücksichtigt wird ist folgendes. Der Pitch aus einer aufliegenden Lage des Balles wie z.B. dem Semirough ist anders zu beurteilen als der Pitch vom Fairway. Der Schläger mit hohem Loft gleitet gern etwas unter den Ball und damit erhöht sich dieser im Treffmoment zwangsläufig. Die Folge ist, dass z.B. ein Pitching Wedge wie ein Sandwedge unter den Ball kommen kann und damit möglicherweise entscheidend zu kurz bleibt. Also gilt es die Lage des Balles zu bewerten, den Schläger auszuwählen und auch die Schwunggeschwindigkeit auf die Lage des Balles anzupassen. Achtet einmal drauf und spielt auf einer einsamen Trainingsrunde mal mehrere Bälle auf solch einer aufliegenden Lage und achtet auf unterschiedliche Dynamik.  

 

Der hohe Pitch macht Spaß, besonders wenn er funktioniert. Den Schlag sollte man trainieren und das bestenfalls nicht von der Rangematte. Das Vertrauen, mit Dynamik durch den Ball zu gehen und ein Divot zu produzieren erhält man schlecht auf der Matte, wo der Schläger über die Oberfläche gleitet oder leicht abprallt.

 

Mit der Technik beschäftigen wir uns dann im nächsten Kapitel! Lasst euch inspirieren, euer Pitching auf Vordermann zu bringen! INSPIRE your GOLF! C   

Quelle: Srixon
Quelle: Srixon