Driver


 

Der Driver ist der gefährlichste Schläger im Bag. Der Vergleich mit den Sirenen kommt nicht von ungefähr. Seine Konzeption mit der Bauart des Kopfes, der Schaftlänge und dem niedrigen Loft ermöglicht wunderbare Schläge. Zumindest theoretisch. Denn aufgrund seiner Eigenschaften ist er auch der Schläger, der am Schwierigsten zu spielen ist. Lasst euch inspirieren und bändigt diesen sehr beliebten Schläger im Bag!


Drive Technik

Drive oder nicht Drive. Das ist hier die Frage. Heute geht es also um das Driven und wir hoffen, dass Ihr unsere Basics noch nicht vergessen habt. Wir wünschen es uns so sehr und wir kämpfen innerlich gegen diesen Zwang, die längeren Bahnen jeweils mit einem perfekten Drive zu eröffnen. Dabei wissen wir, dass wir nie wie Dustin Johnson und Co. vom Tee wegkommen. Aber hey, wir sind halt Amateure. Das soll aber nicht bedeuten, dass wir uns für unsere Verhältnisse nicht verbessern können. Fangen wir also an, uns eine gute und stabile Drive-Technik anzugewöhnen, die die Voraussetzung für unseren perfekten Drive bildet. Wie gesagt…. Für unseren perfekten Drive!

 

Wir beschäftigen und also erst einmal mit dem SetUp beim Drive. Wir wissen ja bereits, dass der Schwung sich vom herkömmlichen Eisenschwung unterscheidet. Das richtige SetUp – also die Einstellung von Körper und Schläger -           ist die elementare Voraussetzung für einen guten Drive.  Der Stand mit der Fußstellung ist breiter als bei einem Schlag mit dem Eisen. Die Füße sollten etwas breiter als schulterbreit stehen und der vordere Fuß zusätzlich leicht in Richtung Ziel gedreht werden. Das hilft dabei, ins richtige Finish – also die Endposition zu kommen.

 

Die Ballposition ist ebenfalls wichtig, um den geplanten Drive zu einem guten Drive zu machen. Da der Schlägerkopf den Ball in einer Aufwärtsbewegung treffen soll, platzieren wir das Tee mit dem Ball etwa auf Höhe der Ferse des vorderen Fußes auf. Bei Rechtshändern also der linken Ferse. Die Teehöhe sollte nicht zu niedrig gehalten werden, um diese Aufwärtsbewegung zu fördern. Je nach körperlicher Voraussetzung und eigenem Schwung können sich hier leichte Unterschiede ergeben, die wir in Abstimmung mit unserem Material durch Fitting oder explizites Training herausfinden müssen. Probiert mal kleine Unterschiede zu Teehöhe und Ballposition aus und ihr werdet die Unterschiede bemerken.

Warum soll man den Driver nun eigentlich in einer Aufwärtsbewegung treffen? Nun, weil der Driver mit seinem niedrigen Loft und langem Schaft für einen langen Schlag herhalten soll. Dazu brauchen wir einen guten Ballkontakt, eine gute Dynamik und einen nahezu perfekten Winkel. Wenn diese Komponenten zusammenpassen, schlagen wir den Ball erst einmal ordentlich hoch, welches sich auch auf die Weite auswirkt. Ein wesentlicher Punkt ist dabei die niedrig gehaltene Spin-Rate des Balles. Der hohe und lange Flug endet optimalerweise mit einem zusätzlichen Roll. Ein steilerer Eintreffwinkel bedeutet mehr Spin, weniger Länge und höhere Anfälligkeit für schwungbedingte Flugkurven.

Für die Dynamik auf den Ball ist eine gute Kraftübertragung Voraussetzung. Hier ist das Mysterium Sweetspot treffen das hohe Ziel. Also den Ball mittig auf das Schlägerblatt bringen. Gar nicht so einfach! Der moderne Schlägerbau erlaubt jedoch auch gute Drives mit nicht ganz optimal getroffenem Ball. Schlägerköpfe mit unglaublich guter Fehlerverzeihung machen das möglich. Hier solltet ihr regelmäßig eure genauen Treffer auf dem Schlägerblatt kontrollieren. Oft sieht man den Abdruck des Balles schon bei einer vorher gut gereinigten Schlagfläche. Face-tape-Aufkleber und Fußspray -  ja, Fußspray – auf der Schlagfläche erlauben nach dem Drive eine sehr gute Kontrolle.

 

Kommen wir nochmal auf das wichtige SetUp zu sprechen. Aufgrund der Länge eines Drivers sind Abstände und Körperwinkel natürlich anzupassen. Das wisst ihr sicher und ist auch nur logisch. Bei der Justierung des Schlägers ist weiter darauf zu achten, dass das Griffende auf die Mitte des Körpers zeigt. Auch eine Justierung des Griffendes in Richtung des Oberschenkels ist nicht falsch, jedoch sollte hier auf die richtige Ausrichtung der Schlagfläche besonders geachtet werden.  Das Gewicht sollte anders als bei anderen Schlägen leicht auf dem rechten Fuß verlagert werden. Die Wirbelsäulenachse ist leicht „nach hinten“ gekippt. Das erleichtert die Aufwärtsbewegung des Schlägerkopfes. Der eigene Kopf ist in der Ansprechposition hinter dem Ball und kann in der dynamischen Bewegung des Schlages auch leicht verschoben werden.

 

Ein Punkt, den ich mir auf meine Agenda gesetzt habe ist die Optimierung des Griffes, der beim Drive ebenfalls eine sehr wichtige Aufgabe hat. Der Griff sollte nicht zu fest gefasst werden und eher mit den Fingern gehalten werden. Dies ermöglicht die gute Zusammenarbeit von Körper und Schläger mit hoher Schlägerkopfgeschwindigkeit durch den Release (Freilassen) der Handgelenke. Zu starre Handgelenke blockieren den Schwung und verschlechtern das Ergebnis. Dabei ist es gut sich in Erinnerung zu rufen, dass der dynamische Drive nicht mit aller Kraft geschlagen wird. Frei nach dem Motto : Töte es bevor es Eier legt…, weil das Unterbewusstsein sagt, dass man drauf hauen soll, wenn er weit fliegen soll. Natürlich ist eine optimierte Dynamik sehr förderlich, aber die notwendige Kontrolle muss unbedingt beibehalten werden.  

 

Der Schlägerkopf kann sich nun mit dem richtigen SetUp optimiert von unten nach oben durch den Ball bewegen. Für den Rückschwung gilt des den Schlägerkopf möglichst flach über das Gras zurück zu führen und den Körper aufzudrehen. Dabei sollte die linke Schulter hinter den Ball gebracht werden. Hier noch einmal der Hinweis für ein angemessenes Fitness- und Aufwärmprogramm. Übrigens ist es nicht schädlich, wenn man sich in der Ausholbewegung leicht nach rechts bewegt und das Gewicht mehr dorthin verlagert. Die Entfesselung der Energie im Rückschwung und die gute Zusammenarbeit der Bausteine muss natürlich geübt werden.

 

Damit die Schwunggedanken einen am Abschlag nicht völlig kirre machen, empfehlen wir, sich auf maximal zwei relevante Schwunggedanken zu konzentrieren und den Rest geschehen zu lassen. Bei mir sind es der flach zurück geführte Schlägerkopf und der Weg des Schlägerkopfes durch den Ball.

 

Weiterhin möchten wir noch einmal kurz auf das Material eingehen. Martin konnte in diesem Jahr den Srixon Z565 testen und war begeistert. Den ersten Eindruck sehr ihr hier >>> Srixon Z 565 <<<. Den detaillierten Bericht findet Ihr bald in der Materialecke. Die modernen Schlägerköpfe sind ordentlich fehlerverzeihend und holen aus schlechter getroffenen Bällen alles wieder raus. Achtet beim Kauf auf Einstellungsmöglichkeiten des Schlägerkopfes und den richtigen Loft. Lasst diesen nicht zu niedrig sein. Wie immer können ein Fitting oder viel Erfahrung bei der Auswahl eines geeigneten Loftes helfen. Für optimierte Flugdaten sind natürlich gemessene Daten  sehr effektiv.

 

Der Schaft sollte abgestimmt zum Schwungmuster des Spielers passen. Hier sind nicht nur Unterschiedliche Flex-Bereiche (Stiff, Regular, Senior oder ladies) zu beachten, sondern auch Schaftgewicht und Knickpunkte. Gar nicht so einfach, deshalb seht euch bei Bedarf nach Demo-Days um und testet einem unterschiedliche Treibschläger; so wurden sie damals genannt.

Zu guter Letzt noch eine kleine Einschätzung, ab wann man mit dem Driven beginnen und wie man damit umgehen sollte. Der Driver ist und bleibt der Schläger im Bag, der am Schwersten zu spielen ist aber am meisten Spaß macht. Wann soll man also mit dem Driver beginnen? Wir empfehlen bei dem heutigen Material die Entscheidung von den persönlichen Möglichkeiten und Fortschritten abhängig zu machen. Abschläge mit Fairwayhölzern und Hybrids können generell sicherer die Bahn eröffnen. Die Entscheidung  müsst ihr für euch treffen. Aber einen halbwegs guten Golfschlag solltet ihr schon hinbekommen, dann werdet ihr Spaß haben! Eine Trainerstunde kann euch viel Zeit und Mühe ersparen. Und wenn er am Anfang nicht funzt, dann lasst ihn auf dem Platz stecken und bereitet euch gut auf den Drive vor.

 

Viel Spaß mit diesen Inspirationen und gutes Gelingen! C

 


Quelle Srixon
Quelle Srixon

Driver - Unsere Basics

 

Ihr habt auch am Wochenende die Tour gesehen und dort den Longhittern zugeschaut, wie sie kraftvoll mit ihren Drivern  ihre Bälle über die Plätze jagen? So lang, so dynamisch und so präzise. Meistens jedenfalls.  Das ist immer bewundernswert, aber leider nicht unsere Welt. Um genau so feuern zu können, brauchen wir die richtige Technik, die richtige Dynamik und das richtige Material. Die Jungs, denen wir zusehen – ihr wisst es alle – sind Professionals, die unter den besten Bedingungen nahezu täglich trainieren. Seit Jahren! Die Pros absolvieren zielgerichtetes Athletiktraining, trainieren mit Coach und den modernsten Messinstrumenten und bekommen das jeweils beste Material ihres Markensponsors zur Verfügung gestellt. Es ist immer wieder bewundernswert, was man mit diesen Voraussetzungen alles auf dem Platz anstellen kann. Aber ist das unsere Welt?

 

Professional-Golf und Amateurgolf sind bald zwei verschiedene Sportarten. Schaut euch mal ein Turnier live vor Ort an, dann wisst ihr was gemeint ist. Und unsereins steht auf der anderen Seite der „Ropes“ und nicht dort am Tee. Nichtsdestotrotz haben wir den legitimen Wunsch auch unseren Driver auszupacken und ihn dynamisch und mutig vom Tee zu schlagen und eine möglichst gerade und lange Flugbahn zu verfolgen. Können wir, nur nicht wie die Professionals.

 

Wie im Teaser bereits erläutert ist der Driver der schwierigste und oftmals beliebteste Schläger im Bag.  Beliebt, gerade weil er ein Gefühl von Kraft und Stärke vermittelt wenn er funktioniert. Wenn nicht, kennen die meisten das Gefühl. Schwierig, weil er mit einem sehr niedrigen Loft um die 10-11° ausgestattet ist und von der Bauart nicht nur den größten Kopf sondern auch den längsten Schaft mit sich bringt. Dies ermöglicht einen großen Radius der Schwungbahn und bei richtiger Anwendung entsprechend Länge.  Aber ganz so einfach ist es nicht.

Die grundsätzlichen Parameter, die für die Professionals mit den unverschämten Längen gelten, gelten vom Grunde natürlich auch für uns Amateurgolfer. Für einen guten Drive muss der Schläger dynamisch im SweetSpot getroffen werden, damit der Schläger seine volle Wirkung entfalten kann. Sauberes Treffen in der oft auch  markierten Zone des Schlägerblattes ist wie bei den Eisen das A und O. Weiterhin sollte der Winkel, mit dem der Driver an den Ball kommt, auf den Loft abgestimmt sein und den Ball zu einer optimalen Flughöhe verhelfen. Wenn er dynamisch auf den Weg gebracht wird, macht er auch seine Meter. Damit er halbwegs gerade oder mit verlässlicher Abweichung   bleibt, kommt natürlich auch auf weitere Parameter wie Schwungbahn und Schwungebene z.B. an.

Quelle: Srixon
Quelle: Srixon

Wenn alles ordentlich passt, kann auch ein Amateurgolfer schon für sich ordentliche und – ganz wichtig – vollkommen ausreichende Längen spielen und den Ball so ins Spiel bringen. Optimieren kann man immer und jede wichtige Komponente. Material, Technik und Power. Ein Werbespruch den man aus einer älteren Reifenwerbung kennt, dürfte auch für den Drive zutreffen. „Power is nothing without Control!“ heißt es da. Klingt irgendwie auf den Drive übertragbar und einleuchtend. Es gilt also mit Bedacht ans Werk zu gehen.

 

Kommen wir noch einmal auf das Material zurück. Hier achten wir in erster Linie auf den Kopf und den anteilig wichtigeren Schaft. Die Köpfe heutzutage werden immer weiter entwickelt. Dabei legt man die Schwerpunkte auf Fehlerverzeihbarkeit und natürlich Länge. Mit der Länge ist es so eine Sache. Alles ist relativ. Da der durchschnittliche Amateur aber sowieso nicht die mögliche Länge aus einem Driver herausholen kann, ist die Fehlerverzeihbarkeit hier schon wichtiger einzuordnen. Hier spielt auch der spezielle Loft eine wichtige Rolle, der nicht zu niedrig sein sollte. Einen 12,5°- Driver spielen bedeutet nicht, damit automatisch kürzer zu sein!

 

Ein weiteres wichtiges Augenmerk liegt auf dem Schaft. Dies ist für Könner sogar der noch wichtigere Punkt. Der Flex und die sich unterscheidenden Eigenschaften sind heutzutage auf die unterschiedlichen Schwungeigenschaften eingestellt. Man unterscheidet die Schäfte grob in Stiff (harter Schaft), Regular (Mittlerer), Senior und Ladies Flex (weicherer Schaft). Hier ist für die Einstellung u.a. die Schwunggeschwindigkeit entscheidend, mit der man an den Ball kommt.  Für Professionals und Amateure ist das sehr wichtig, wobei die Professionals noch weitere Härtegrade im Stiff-Bereich für sich ausloten.  Auch weitere Eigenschaften, wie zB. Verdrehung und „Knickeigenschaften“ spielen eine große Rolle. Es gilt also, die richtige Mischung für sich zu finden, damit man sein persönliches Optimum aus dem Driver herausholen kann. Eine Wissenschaft für sich!

 

Wie mache ich das? Wie komme ich an mein Optimum? Ehrlich? Indem man sehr viel Zeit zum Probieren unterschiedlicher Driver investiert oder sich fitten lässt. Ein Schlägerfitting misst alle Spielerspezifischen Eigenschaften und Parameter aus, die dazu beitragen den optimalen Schläger für sich zu finden. Wer das nicht investiert, muss mit weniger optimalen Drives rechnen. Übrigens habe ich vor Jahren einmal mit einer kürzeren Schaftlänge experimentiert. Dies hat Vor- und Nachteile, wie ich festgestellt habe. Zumindest mit meinem gekürzten Driver. Grob gesagt wurde ich etwas kürzer, aber präziser. Diese Gleichung kann man aber nicht verallgemeinern, weil es natürlich meine damaligen Schaft- und Schwungeigenschaften waren. Wenn ihr sowas vorhabt, lasst euch in jedem Fall beraten, da sich die Schafteigenschaften bei einer Kürzung verändern.

 

Also, der Driver kann unser Flaggschiff werden. Den Zeitpunkt, wann ihr einen Driver spielen müsst, kann ich euch verraten. Theoretisch nie. Auch mit anderen Schlägern bekommen wir den Ball ins Spiel. Nur nicht so schön und lang! Für den Anfänger sollte gelten, sich individuell langsam an den Schläger heranzutasten. Auch sollte man die ersten Einheiten mit einem Coach machen. Dieser kann einem sicher auch eine Menge dazu erzählen. Die schon etwas Fortgeschrittenen sollten sich je nach Anspruch immer mehr mit den  Bausteinen Technik, Material und Athletik beschäftigen. Je mehr man investiert, desto mehr Erfolg, desto mehr Spaß am Driving. Lasst euch in den nächsten Beiträgen weiter inspirieren, wenn wir uns vertieft mit Technik und Training auseinandersetzen. INSPIRE your GOLF! (C) 

Quelle: Srixon
Quelle: Srixon