Eisen


 

Wer träumt nicht von knackigem Eisenspiel? Dem  Standardschlag des Golfspiels, der mit unterschiedlichen Eisen und mit unterschiedlichen Winkeln (Lofts) immer wieder wichtig ist. Solides Eisenspiel ist eine Bank für unser Golfspiel und deshalb wollen wir uns intensiv damit beschäftigen. Lasst euch inspirieren und verbessert euer Eisenspiel.



Englische Tees

Spielrichtung rechts!
Spielrichtung rechts!

Wir kennen es als Amateurhacker vermutlich alle. Mit durchwachsenem Eisenspiel kommen wir ans nächste Tee. Gerade bei einem PAR 3 ist die Entfernung so, dass wir eher ein Eisen als ein Hybrid oder Hölzchen schlagen wollen. Falls wir dieses im Auge haben und ein gut getroffener Ball das Grün überspielen würde wissen wir, dass gerade ein zu halbherzig geschlagener Schläger oftmals Fehler produziert. Gerade bei Hölzern und Hybrids. Gerade bei einer relativ kurzen Distanz wäre ein schönes Eisen mit weniger Roll jetzt angebracht.

 

Ein schönes Eisen ist ein gut getroffenes Eisen. Natürlich haben wir am Abschlag die Möglichkeit ein Tee zu verwenden, doch in Abwägung von Loft und Eintreffwinkel erreichen wir mit dem Eisen oftmals nicht die erforderlichen Länge für einen guten Schlag. Bei einem gut verteidigten Grün kann das schnell Wasser oder Sand bedeuten. Vorlegen ist je nach unserer Spielstärke immer ein Thema, aber je nach Layout manchmal keine Option.

 

Das Tee birgt die Gefahr, dass der Ball nicht knackig getroffen, sondern eher unterschlagen wird. So wird beispielsweise das benötigte 7er Eisen im Treffmoment schnell zum 9er Eisen. Die Folge ist klar. Höherer und kürzerer Ballflug mit entsprechendem Ergebnis.

 

Natürlich kann man den Ball sehr flach aufteen, wie es die meisten Profis mit Ihren Profischwüngen machen. Diese wissen aber, wie Sie zuverlässig und mit welchem Winkel den Ball treffen. Wir hingegen haben schon ganz nette Eisenschläge vom Fairway drauf. Mit genügend Rasen unter dem Ball, in guten Lagen selbstverständlich. Auf einem Abschlag ist der Rasen jedoch kürzer und verlangt für einen guten Eisenschlag vom Boden einen perfekten Ballkontakt.

 

Eine mögliche Lösung für das Dilemma hat die englische Tour-Proette Laura Davies mal ins Rennen gebracht. Das sogenannte „englische Tee“. Back to the Roots und ganz schön kreativ. Wie geht das?

 

Man bestimme seine Abschlagposition und hacke sein Eisen mit der vorderen Kante moderat nach hinten (vom Ziel weg) in den Boden. Bitte nicht nach dem Motto: „Wo rohe Kräfte sinnlos walten“! Die Rasenoberfläche verformt sich optimalerweise zu einem kleinen Hügel. Auf diesen „Teen“ wir nun den Ball auf. Ziel ist, eine gute Lage ohne Tee herzustellen. Auf dem Fairway dürfen wir das nicht. Auf dem Abschlag schon. Der Ball „thront“ nun, nicht zu hoch,  auf diesem kleinen Hügel und ist bereit für einen sauberen Treffer mit dem Eisen.

 

Wer Bedenken hat, die Rasenoberfläche hier auf dem Tee so einzuhacken, der überlege bitte folgendes: Wenn ein Spieler sich zulässig entscheidet, den Ball mit einem leckeren Divot vom Boden zu spielen und den Ball an die Fahne nagelt, erntet er trotz Beschädigung durch Divot meist Applaus. Oft werden diese Divots direkt wieder durch Sandgemisch repariert, aber das haben nicht alle Anlagen. Ist auch vom Untergrund abhängig.

Gegen die Spielrichtung betrachtet....
Gegen die Spielrichtung betrachtet....

 

Das englische Tee bietet den Vorteil, bei einem halbwegs sauberen Treffer durch den Schläger eingeebnet zu werden. Es verbleibt eine kleine Macke, die mit Fuß oder Schläger direkt eingeebnet werden kann. Ist das nicht sogar Rasenschonender als ein fettes Divot zu hinterlassen?

 

Kritische Stimmen werden vielleicht von Leuten kommen, die sich noch nie mit dieser Art Tee befasst haben. Steht auch in keinem Lehrbuch soviel wir wissen. 

 

Wenn die Proette Laura Davies diese Tees auf Tourevents kreiert und nutzt, dann wird Sie sich sicher kein Verschulden zukommen lassen.

 

Also, durch das „englische Tee“ ist ein für Amateure besser zu kontrollierender Eisenschlag möglich. Probiert es mal aus und vergleicht den Schlag mit einer Variante vom Tee. Und wie im richtigen Leben gilt: Bloß nicht zu fest hacken! Viel Spaß und Erfolg mit dieser Inspiration wünsche euch euer IYG-Team!       

 


Magic Iron #6

Wenn es mal wieder mit den langen Werkzeugen hapert, verkrampft man schnell. Wir kennen das nur allzu gut. Es läuft dann eher in die falsche Richtung. Unter langen Werkzeugen verstehen wir insbesondere die Eisen #5 bis #3. Mit dazu nehmen kann man eigentlich das Utility, welches wir auch vom Boden spielen. Aber auch andere lange Schläger im Rescue- oder Holzbereich lassen uns ...

teilweise (   ), zwischendurch (   ), sehr oft (    

 ****bitte ankreuzen*** echt verzweifeln.

 

Unser Chris hatte für diese Situation eine wunderbare Inspiration, die wir hier gerne mit euch teilen möchten. Mir, © hilft sie derzeit sehr gut und gleichzeitig verfolge ich dabei einen weiteren Ansatz.

 

Falls ihr euch so wie oben beschrieben fühlt, dann nehmt euch auf der Range einmal euer 6er-Eisen zur Hand. Schwingt euch bewusst locker und ruhig  mit kürzerem Rückschwung ein. Achtet auf Timing, Rhythmus und entspannt während des Schwunges. Wenn ihr euch „warm“ und locker fühlt, nehmt ihr Bälle dazu. Bringt die Bälle ebenfalls locker und entspannt nach vorne.

 

Achtet dabei nicht auf Länge oder präzise Richtung. In erster Linie achtet ihr wieder auf Rhythmus, Timing und den eingespielten kürzeren Rückschwung, der max. ¾-Rückschwung betragen sollte. Thats`s it! Wundert euch nicht, wenn ihr neben der Entspannung ganz ordentliche Treffmomente und Resultate erzielt. Diese Methode kann was und irgendwie ist das 6er-Eisen wie geschaffen dafür.

 

Falls Chris Unstimmigkeiten im Driverspiel verspürt, ist es diese Übung, mit dem Eisen 6, welches ihn wieder auf die Spur bringt. Ein abwechselndes Bälleschlagen mit dem gleichen Rhythmus/Timing und sei Driver „funzt“ wieder! Hört sich gut an, oder?!

 

Ein weiterer Ansatz den ich gerade verfolge, sind auf dem Platz die Transporte mit den langen Schlägern. Da ich, © ,da momentan nicht wirklich zufrieden bin, habe ich mein Eisen #5 bis auf Weiteres aus meinem Bag verbannt. Auch Schläge, die ich sonst mit Utility oder Rescue machen würde, mache ich mit dem Magic Iron Six #6. Ich „zwinge“ mich, dieses Eisen vermehrt zu spielen. Das Ergebnis ist i.d.R. nur ein geringfügiger Längenverlust. Es verbessern sich aber merklich die Treffmomente und damit auch die Längen. Auch hier ist absolut kein Prügeln angesagt und die Schläge werden sicherer und sicherer.

 

Dieses Spiel hat was, auch wenn mittelfristig das #5 natürlich wieder ins Bag kommt. Es ist ein Trainingselement, genauso, wie wir bei den Quickies schon einmal auf die nette Wirkung hingewiesen haben, Trainingsrunden nur mit Eisen zu spielen.

 

Lasst euch inspirieren, probiert es aus und schaut mal was passiert! Viel Spaß und Erfolg wünscht euch euer IYG-Team!   


Swing your personal "U"

Hier stehen wir wieder einmal auf dem Fairway vor dem Ball und betrachten die Situation. Wir nehmen uns die Zeit, um einen festen und überlegten Entschluss zu fassen, was wir als nächstes wollen und wie wir das erreichen. Vor unserem geistigen Auge visualisieren wir den gewünschten Ballflug zur nächsten Position. Ob Ablage auf dem Fairway oder das Grün angegriffen wird, ist erst mal zweitrangig. Nach Ermittlung der benötigten Entfernung und genauer Begutachtung von Faktoren wie der genauen Lage des Balles, Windeinfluss, Beurteilung der Landezone  bzw. Ausrollweg usw. planen wir den nächsten Schlag und legen uns entschlossen auf das Eisen fest, mit dem wir die Aufgabe, sprich den Schlag durchführen werden. Unser Entschluss ist in Granit gemeißelt und wir bereiten uns – kürzer oder länger – mental auf den nächsten Schlag vor. Ab geht’s in den Tunnel der Konzentration!

 

Nach der Einnahme der Ansprechposition und der genauen Justierung der Schlagfläche Schauen wir auf den Ball und sind uns sicher, in der Vorbereitung auch die richtige Ausrichtung auf das Ziel Vorgenommen zu haben. Hier haben wir vorher die Linie hinter dem Ball festgelegt und uns ein Zwischenziel auf dem Boden ausgesucht. Die Probeschwünge zur Auflockerung der angespannten Muskeln haben wir vor dem Schlag in sicherer Entfernung zum Ball gemacht. Und zwar so, dass die Sohle energisch den Boden berührt. Nun sind wir vorbereitet und kurz vor dem Schlag. Ready!

 

Soweit - so gut zur Vorbereitung. Das macht jeder; so oder so ähnlich. Was nun passieren sollte ist Folgendes. Der gewählte Schläger wird nach dem Rückschwung wieder Richtung Ball geführt, geschwungen oder geschlagen. Wie ihr wollt. Jeder weiß, dass der Kern eines guten Schlages im Treffmoment liegt. Ziel ist immer der saubere Treffer des (möglichst) Sweet Spot auf den Ball. Wir wissen dies alle und wollen es so gut wie möglich hinbekommen, was aber nicht ganz so oft oder selten funktioniert.

 

Falscher Ball - gute Skizze :-)
Falscher Ball - gute Skizze :-)

Das Problem ist Folgendes. Wenn der Winkel zum Ball etwas zu steil wird, weil wir es besonders gut machen wollen, erhöhen wir die Gefahr von fetten Treffern oder Toppern. Hier stellen wir uns eher ein „V“ für den Weg des Schlägerkopfes vor.  Bei einem gedachten „U“ ist der Eintreffwinkel etwas flacher. Dies sollte man immer vor seinem geistigen Auge sehen und es natürlich auch irgendwie antrainieren. Der Vorteil dieses flacheren U-Schwunges ist, dass wir über Verringerung des Fehlerpotentials eine höhere Konstanz erreichen können. Der Schwung wird irgendwie einfacher.

 

Der pyschologische Vorteil ist, dass die unterschwellige Angst, den Ball nicht sauber zu treffen durch die „einfachere Art“ etwas ausräumt. Mit zunehmend steigender Qualität der Schläge vielleicht sogar weitgehend ausräumt.

 

Also, schon in den Probeschwüngen lässt sich der flachere Weg des Schlägerkopfes einpendeln. Der saubere Kontakt bleibt Zielsetzung für den guten Golfschlag. Gerade dann, wenn man kein Profi ist und weniger Zeit oder Skills zur Verfügung hat, sollte man es sich doch nicht zu schwer machen, oder?!

 

Und yes, unser „U“ beschert uns nicht oder selten die optimalen Treffer. Aber was ist für einen Amateurgolfer schon optimal? Hier schätzen wir auch Fehlervermeidung als relevanter ein. Für Unsereins! Mit dem „U“ werdet ihr möglicherweise etwas Länge einbüßen, aber das solltet Ihr gerne in Kauf nehmen.

 

Auf geht’s, auf die Fairways und an die Eisen! Wenn Ihr übrigens eine Runde nur mit Eisen spielt, habt Ihr mehr Gelegenheiten, dieses Schwungmuster zu trainieren! Da haben wir ja zuletzt drüber berichtet. Viel Spaß und eine gelungene Inspiration wünscht euch euer IYG-Team!    


Der flache Punch

Über uns ein Baum , vor uns ein Baum, das Grün vor uns! Ein hoher Pitch nicht möglich! Der Punch muss her!
Über uns ein Baum , vor uns ein Baum, das Grün vor uns! Ein hoher Pitch nicht möglich! Der Punch muss her!

Heute wollen wir uns mit dem Punch beschäftigen und bevor einige hier wieder Durst bekommen, wollen wir selbstverständlich nüchtern bleiben. Den Punsch gibt es vielleicht nachher zu Hause, wenn Ihr fleißig gelesen habt und Inspirationen aufsammeln konntet. Let`s go!

 

Also, unser Punch ist nämlich der flache Schlag oder flacher Punch aus dem Golfjargon. Wir können ihn alle sehr gut gebrauchen, denn wir alle stecken irgendwann mal in einer schwierigen Lage oder ein strammer Wind bläst von vorne oder der Seite. Außergewöhnliche Situationen erfordern im Golfsport außergewöhnliche Maßnahmen. Diese haben entweder mit Kreativität oder einem besonderen Schlag zu tun. Diesen besonderen Schlag benötigen wir unbedingt  in unserem Repertoire, denn windig kann es nicht nur in Schottland sein und flach unter Bäumen spielen können müsst ihr auch schon einmal.

 

 

Ok, stellen wir uns nun vor, in einer solchen Situation zu sein. Nehmen wir den verzogenen Ball, der unter einem Baum liegt. In der Spielrichtung könnte man das Grün erreichen. Dieser und weiterer Baum dahinter verhindern jedoch einen hohen Schlag. Der Ball würde Äste und Blätter treffen und somit zwangsläufig abgelenkt werden. Kramen wir also nun unser Wissen über einen notwendigen flachen Punch-Schlag heraus, um die Situation zu meistern.

 

Wir wählen zunächst ein längeres Eisen, je nach Entfernung zum Ziel. Das kann übrigens auch eine Landezone sein, die wir uns für unsere Strategie ausgeguckt haben.  Wir wollen den Schläger nachher mit lediglich etwa 75% Kraftaufwand schlagen und greifen ihn kürzer.

 

Die Ansprechposition muss nun wie folgt eingenommen werden.  Die Lage des Balles befindet sich rechts der Körpermitte und –ganz wichtig- die Hände sind vor dem Ball. Elementar ist, dass sie es auch zum Zeitpunkt des Treffmomentes sind! Das Gewicht lagert übrigens auf dem vorderen Fuß und die Hände sind etwas näher zum linken (Linkshänder analog rechten) Oberschenkel gebracht.

 

Nun zum Schlag! Wir denken weiter an unsere 75% und selbstverständlich berücksichtigen wir die Handposition. Wir schwingen kürzer zurück und treffen den Ball direkt. Die Hände bleiben passiv, was bedeutet, dass die Handgelenke nicht zu viel arbeiten. Nach dem Treffmoment drücken wir den Schläger nach vorne und schwingen keinesfalls wie beim vollen Eisenschlag durch. Dies funktioniert übrigens besser, wenn die Bewegung gezielt aus der Schulterdrehung kommt. Bitte unbedingt darauf achten, dass ihr nicht nur mit den Armen schwingt!  Der gute und saubere Ballkontakt sorgt für einen flachen Flug. Das längere Eisen und der geminderte Kraftaufwand gleichen sich aus. Ein guter Tipp ist noch, auch besonders auf den Schwungrhythmus und die Schwunggeschwindigkeit zu achten. Wer zu hektisch schwingt, trifft den Ball oft nicht sauber. Nix mit flachem Punch. Dann bleibt nur noch der Punsch mit „sch“ für uns. Oder zwei. 

 

Ich habe den Schlag schon oft bei Gegenwind vom Fairway in offene Grüneingänge geschlagen. Hier nutzte ich aus etwa 100m ein Eisen 8 und brachte den Ball regelmäßig gut auf das Grün. In der letzten Zeit habe ich den Schlag jedoch vernachlässigt, um andere Varianten zu testen. Es wird Zeit den Schlag regelmäßig wieder auszupacken. Unter Bäumen liege ich öfter, daher bin ich voll im Training. Übrigens gibt es noch andere Situationen, wo uns der flache Punch sehr hilfreich sein kann. Harter Untergrund oder eine Lage in einem Divot schreien förmlich nach diesem genialen Schlag.

 

Ziel soll es sein, den flachen Punch in euer Repertoire aufzunehmen und bei Bedarf einsetzen zu können. Dass ihr den Schlag vor einem Einsatz trainiert und nicht sofort im Turnier versucht, versteht sich von selbst! Viel Spaß mit dieser Inspiration!Euer IYG-Team!C 

 


Eisentraining auf dem Platz

Über die Wichtigkeit des Eisenspiels als Basis für gutes Golf haben wir bereits gesprochen. Ebenso über Ball-Boden-Kontakt, Balllage und den verkürzten Rückschwung. Alles hört sich in der Theorie so einfach an, aber wie sieht es in der Praxis, also auf dem Platz aus?

 

Habt ihr schon mal eine Runde nur mit Eisen gespielt? Ich mache das ganz gern um zu sehen wie ich die Eisen tatsächlich im Griff habe. Letztes Wochenende habe ich also alle Hybriden und Hölzer zu Hause gelassen und stattdessen Eisen 4 eingepackt und auf ging es zum Golfplatz. Trotz Regen und viel Wind brachten diese 9 Löcher Platztraining einige wichtige Erkenntnisse. Das Ergebnis spielt bei diesen Trainingseinheiten eine untergeordnete Rolle. Von einem Par, 4 Bogeys bis hin zu Triple- und Quadruple-Bogey war alles dabei. Vielmehr solltet ihr bei dieser Trainingsform die Einzelschläge analysieren: 

 

 

 

    • Treffpunkt Sweetspot oder Heel/ Toe
    • Divots vor oder hinter dem Ball
    • Divots flach/ tief
    • wohin zeigen die Divots
    • Welche Flugkurven?

 

Aus diesen Daten könnt ihr mit eurem Pro ableiten, wie euer Schwung auf der Runde aussieht und gezielt mit dem Professional weiterarbeiten. So weiß ich zum Beispiel genau, was der Unterschied zwischen den Schlägen auf Bahn 11 und 13 war. 

 

Natürlich sind die Schläge mit den Eisen in der Regel deutlich kürzer als mit Hölzern.

 

Der Längennachteil gegenüber Hölzern vom Tee kann auch ein Vorteil sein. Durch kürzere Abschläge sollten sich eure Quote bei den Fairwaytreffern erhöhen. Auch seid ihr gezwungen längere Schläge ins Grün in Kauf zu nehmen. Hier trainiert ihr gleich die Taktik mit, dann das Ablegen vors Grün ist oft die sichere Alternative zu einem riskanten Eisen 5 oder 6 aufs Grün. Das kurze Spiel rückt nun auch mehr in den Fokus, denn hier entscheidet das Scrambling über Par oder Bogey. 

 

Wenn ihr allerdings wie im Beispiel der Bahn 13 den Abschlag selbst mit einem Eisen so richtig verhaut, dann tut es meist auf der Scorekarte deutlich weh. Lasst euch dadurch nicht entmutigen, denn das gehört zum Lernprozess dazu.

 

Ich freue mich schon auf mein neues Driving Iron im Einsatz, denn diese Art des Trainings werden ich jetzt häufig durchführen.

 

Zu guter Letzt noch ein kleiner Tipp: Das Spiel mit langen Eisen ist weniger windanfällig und daher bei viel Wind zu empfehlen. Hierfür werden wir zu einem späteren Zeitpunkt auf einen besonderen Eisenschläge, das sogenannten "Punch" näher eingehen. M

 


Der kurze Rückschwung

Inspiration für euer Golfspiel könnt ihr nur aufnehmen, wenn ihr bereit seid neutral über das Themengebiet nachzudenken und einmal etwas probiert, was ihr vielleicht noch nie gemacht habt oder euch bisher noch nie in den Sinn gekommen ist. So geht es mir übrigens auch und heute möchte ich euch eine Inspiration vorstellen, die ich seit dieser Saison bewusst anwende.  

 

Ihr alle kennt die Situationen wenn der Ball in einem Abhang hängt, in einer Schräglage oder in einer anderweitig ungünstigen Situation. Wir stehen nicht richtig und eben zum Ball, sondern z.B. über dem Ball. Die primäre Aufgabe ist es, den Ball gut im Spiel zu halten oder ins Spiel zu bringen. Sekundär darf der Ball auch lang oder präzise sein. Oftmals beobachtet man Spieler, die aus solch einer ungünstigen Lage – bewusst oder unbewusst – einen vollen Schwung schlagen. Sehr oft wird der Ball nach einem vollen Schwung durch den Amateur aus der Schräglage nicht sauber getroffen. Bei den Professionals im TV sieht es doch so einfach aus. Aber ist der saubere Ballkontakt nicht wichtiger als der volle Schwungbogen? Die Ergebnisse kennt ihr vermutlich, wenn der Schlägerkopf in einer ungünstigen Lage nicht sauber an den Ball kommt.  

 

Es ist wahnsinnig schwer als Amateur den sauberen Ballkontakt aus einer ungünstigen Position nach einem vollen Schwung herzustellen. Mir ging es genauso, auch mit den entsprechenden Ergebnissen.

 

Der Plan ist nunmehr, sich aus einer solchen Position mit einem bewusst kürzeren Rückschwung und einem optimierten Ballkontakt wieder ins Spiel zu bringen. Das ist gewöhnungsbedürftig – ja! Aber Ihr werdet feststellen, dass die Ergebnisse besser sind, als ihr erwartet.

 

Derzeit wende ich diese Technik auch speziell aus Fairwaybunkern an. Mit einem 8er Eisen bringe ich mich präziser ins Spiel zurück. Der saubere Ballkontakt gibt dem Ball eine gute Länge mit auf den Weg. Natürlich werde ich das Grün nicht erreichen, aber wenn man einen halbwegs sicheren Schlag produzieren möchte, hat man mit einem verkürzten Rückschwung eine unpopuläre,  aber gute Variante. Ein langes Eisen oder das Hybrid können natürlich auch so gespielt werden. Damit wäre ein voller Schwung natürlich  noch risikoreicher.

 

Um sich der Variante zu nähern, können diese Schläge natürlich auch auf dem Fairway produziert werden. Eine saubere, kompakte Standposition, der richtige Schläger in der Hand und ein verkürzter Rückschwung werden den Ball spätestens nach etwas Übung wirklich knackig und sauber treffen. Gut wäre es dabei, wenn Ihr euren Golfbuddy bittet, den Schwung von Außen zu beobachten. So kann der Abgleich erfolgen, ob eure Wahrnehmung des Rückschwungs mit der Realität übereinstimmt. Natürlich kann man sich auch filmen lassen, wenn man möchte.

 

Übrigens funktioniert der kurze Rückschwung auch prinzipiell mit dem Driver. Gerade wenn eure Abweichungen unkontrolliert und unterschiedlich ausfallen und ihr Präzision der Länge vorzieht, solltet Ihr auch hier mal den verkürzten Rückschwung ausprobieren. Gut zu beobachten sind übrigens spielstarke Senioren, die aus natürlichen Gründen nicht mehr so aufdrehen können. Die meisten haben ebenfalls einen kürzeren Rückschwung und einen sauberen Treffmoment, der zu einem präzisen und nicht unbedingt kurzen Drive führt.

 

Vielleicht könnt Ihr diese Inspiration gut für euer Spiel gebrauchen? Probiert es einfach einmal aus! In diesem Sinne viel Erfolg und Spaß an den Ergebnissen! C    


Die Ballposition

Heute möchte ich euch von den Inspirationen berichten, die mich erreicht haben. Es ist irgendwie komisch. Man denkt, man ist auf einem guten Weg und erlebt immer wieder Rückschläge. Ich selbst habe jahrelang meine Eisen 5+6 ignoriert. Ich habe sie einfach zu schlecht getroffen und mich lieber etwas auf meine Hybrids konzentriert. Das hat mich selbst gewurmt, weil ich 1.  die Eisen recht gut getroffen habe und 2. für mein Spiel eine recht große Rolle bedeuten.

 

Also habe ich gegen Ende der letzten Saison wieder angefangen die Eisen vermehrt zu spielen. Über meinen Treffmoment lege ich lieber den Mantel des Schweigens aber irgendwie musste er sich verbessern lassen. Auf einer gemeinsamen Runde mit einem Golffreund unterhielten wir uns über Ballpositionen und meine Einschätzung der Eigenen. Ich hatte mir angewöhnt, jeden Ball mittig zu positionieren. Das war jedoch meine eigene Wahrnehmung. Andere sahen den Ball sogar näher am rechten Fuß!

 

Warum machte ich denn sowas? Die Ballposition hatte ich mir offensichtlich angewöhnt, um den Schläger sauberer an den Ball zu bekommen und einen besseren Treffmoment zu erzeugen. Mein persönlicher Schwung jedoch, lässt den Schläger an einer Position vor dieser Stelle aufkommen. Durch die Visualisierung versuche ich diesen „Makel“ auszugleichen und treffe den Ball nicht satt. Also, nun habe ich eine verbesserte Schwungvorstellung, die  von außen inspiriert wurde. Die nächsten Runden werden voll im Focus einer Verbesserung der Ballposition liegen und hoffentlich damit mein Spiel inspirieren.

 

Wenn sich die Eisen verbessern, schaue ich auch noch einmal auf den Driver. Aber ich glaube, dass ein Schwerpunkt erst einmal ausreichend ist. Probiert es selbst einmal mit einer Blume oder einem Kleeblatt aus. Mittige Ausrichtung und einen natürlichen Schwung zu Boden bringen. Beobachtet, an welcher Stelle der Schläger natürlich auftrifft! Auf dem Bild erkennt Ihr die Ballpositionen. Klassisch für Rechtshänder die Eisen 8, 9, PW, SW in der wirklich mittigen Position (überprüft es mit Hilfsmittel unbedingt). Ab Eisen 7 tendenziell mehr vom vorderen Fuß wie dargestellt.

Schaut auch mal, wie sich bei eurem Schwung der Ballflug aus unterschiedlichen Ballpositionen verhält. Aber bitte nur die gut getroffenen Bälle zählen!

 

Haben wir also wieder was zu tun, oder? Lasst euch inspirieren und nicht entmutigen. Achtet auf eure Ballflüge und auf eure Ballposition! Bis zum nächsten mal! C. 


Eisenspiel - Unsere Basics

Foto: MH
Foto: MH

Die wunderbare Welt des Eisenspiels. Wie gern würden wir sie zumindest besser beherrschen. Bei allen Aufgaben und Schlägervarianten ist das Eisenspiel doch wirklich eine wichtige Basis. Wir schlagen Eisen auf ein kürzeres Par 3, spielen auf unterschiedliche Entfernungen das Grün an und transportieren den Ball über das Fairway auf den nächsten Landepunkt. Natürlich kennen wir die Möglichkeiten unserer individuellen Längen, die wir mit unseren Eisen theoretisch erreichen können.

 

Ob man für eine Entfernung von 120m nun ein Eisen 8 oder ein Eisen 7 benötigt ist erst einmal zweitrangig. Etwas, was unser Eisenspiel jedoch gar nicht solide erscheinen lässt, sind die unterschiedlichen Ergebnisse, die wir mit den Eisen unseres Satzes spielen. Oft treffen wir mal mehr oder weniger fett, manchmal sehr dünn und manchmal oberhalb des Balläquators, was zu den sogenannten Toppern führt.

 

Wie schön wäre unser Golfspiel doch mit stetig gut getroffenen Eisen. Wir brauchen ein Eisenspiel, auf welches Verlass ist. Egal, ob wir nun das 5er oder Pitching Wedge in der Hand halten. Im Gegensatz zum Driver, Putter oder Fairwayholz könnten wir eine ganze Runde lang nur mit Eisen spielen und das relativ bequem sogar.

 

Aber was ist ein guter, solider Eisenschlag? Wie genau muss man es hinbekommen, dass der Ball erstmal gut und knackig getroffen wird? Ganz einfach gesagt, muss die Schlagfläche so an den Ball kommen, damit sie ihre Arbeit auch vernünftig erledigen kann. Vernünftig bedeutet mit dem Auftreffwinkel, der vom Grunde her für die loftabhängige Flugbahn sorgt. Natürlich gehört noch eine gewisse Grundenergie dazu, um die jeweilige „Standard Weite“ generell erreichen zu können.

 

Auf Ebenen oder die Schwungbahn möchte ich hier erstmal nicht eingehen, denn natürlich kann ein gut getroffener  Ball auch mit nicht abgestimmten Parametern in die Walachei oder in ein Hindernis geschlagen werden. Beschäftigen wir uns also erst einmal vorrangig mit dem guten Treffmoment und dem knackig soliden Eisenschlag. Und meint nicht, dass ich hier der Experte bin. Auch ich hadere immer wieder mit meinen Eisen und muss daran arbeiten.

Aber zurück zum soliden Eisenschlag mit einem guten Auftreffwinkel. Der perfekte Eisenschlag wird in der Regel so beschrieben, dass der Schläger zuerst auf den Ball trifft und dann auf den Boden. Dieser saubere Ball-BodenKontakt erzeugt in der Regel Divots. Dem Widerstand des Bodens ist mit einer gewissen Dynamik zu begegnen, besonders wenn man das Divot bewusst schlagen will. Es ist auch so, dass der Weg des Schlägerkopfes seinen tiefsten Punkt erst hinter dem Ball erreicht. Das muss man aus der Ansprechposition erst mal realisieren.

 

Oft ertappe ich mich z.B. dabei, wie ich den tiefsten Punkt genau unter dem Ball ansetze und nicht dahinter.  Dabei ist jedoch der Auftreffwinkel nicht steil genug und ich treffe den Ball zu dünn. Natürlich arbeite ich gerade daran, für meine Begriffe solider zu werden. Auch, wenn wir hier noch nicht so in die technischen Komponenten eintauchen wollen, ist ein Kernpunkt, dass die Hände im Treffmoment auch vor dem Ball bleiben. Wie gesagt nur einer, aber ein wichtiger.

 

Wenn ihr wie ich das Spiel mit den Eisen weiterentwickeln möchtet, dann lasst euch hier inspirieren. In den nächsten Beiträgen gehen wir dabei näher auf die Technik und unsere Top-Trainingstipps ein. INSPIRE your GOLF! (C)