Mentalspiel


 

Das Mentalspiel entscheidet häufig über gute und schlechte Runden. Professionals haben das Mentalspiel als wichtigen Trainingsbaustein aufgenommen. Amateure sollten dies auch tun, um auf ihren Runden davon zu profitieren. Dies ist kein Hexenwerk! Lasst euch inspirieren, euer Mentalspiel zu verbessern. Viel Spaß dabei!



Inspiration Zen-Golf Teil 1/3

Gutes Mentalspiel ist mehr als ein weiterer Schläger im Bag. Gutes Mentalspiel ist neben gesunder Technik eine „Bank“ für unser Spiel. In unseren Basics haben wir ja auf unsere Sichtweise zum Mentalspiel aufmerksam gemacht. Heute wollen wir uns mit einer Inspiration befassen, von der ihr vielleicht bereits gehört habt. Möglicherweise habt ihr auch eines der Bücher gelesen, die zu diesem Thema verfasst worden sind. Wir leiten unsere Inspirationen von einem der wichtigsten Bücher ab, die zu dem Thema verfasst worden sind. Zen-Golf von Joseph Parent. Der Untertitel – Das mentale Spiel meistern – gibt bereits Hinweise, worum es beim Zen-Golf geht. Es ist klar, dass wir hier nicht in unseren Beiträgen so in die Tiefe der Thematik vordringen können. Lasst euch inspirieren, euch auf Zen-Golf als Mental-Training einzulassen und vielleicht ein Buch dazu zu inhalieren. Empfehlungen sprechen wir am Ende des kompletten Beitrages aus. Verbindungen zu bevorstehenden Feiertagen und deren Brauchtum sind rein zufällig. ;-) Wollen wir mal einsteigen?

 

Was bedeutet dieses Zen eigentlich? Zen ist eine buddhistische Lehre, die mit meditationsgesteuerter Wahrnehmung zu bewusstem Handeln führt. Über diese Wahrnehmung bleibt man (soll man bleiben) absolut im gegenwärtigen Augenblick. Eine der drei sogenannten Zen-Disziplinen ist das Zen-Bogenschiessen. Vielleicht habt ihr schon einmal gesehen, wie Zen-Schüler oder –meister meditativ in sich gekehrt mit dem Langbogen auf Ihr Ziel schiessen. Hier geht es nicht um den erfolgreichen Schuss als solches, sondern den akkurat ausgeführten Vorgang durch absolute Konzentration.

 

Und was hat das mit Golf zu tun? Wer sich schon einmal näher mit Mentalspiel beim Golf auseinandergesetzt hat, wird die Verbindung sofort erkennen. Unser Buchautor Parent beschreibt die Eigenschaften der Zen-Erfahrung mit einer offenen Sehweise, anstrengungsloser Konzentration, einem Gefühl von Gelassenheit und Zeitlosigkeit, einem hohen Maß an Selbstvertrauen sowie vollständiger Freiheit von Besorgnis oder Zweifeln. Alle diese Eigenschaften wünschen wir uns sehnlichst herbei, wenn wir uns mal wieder über den Platz hacken. Die Verbindung der Zen-Lehre hat also eine Menge mit unserem Sport zu tun. Wie beim Zen-Bogenschiessen, herkömmlicher Meditation oder dem Golf-Mentalspiel muss man sich ernsthaft mit der Thematik befassen und auf diese einlassen. Dass dies nichts mit einem Lotussitz oder Räucherstäbchen auf dem Fairway zu tun hat, seht Ihr in den Ansätzen unseres Buches, in dem John Parent mittels seiner sogenannten PAR-Methode die Grundsätze des Zen-Golf vermittelt.

 

Zunächst gilt es aber einen Einstieg zu finden. Parent nennt das Kapitel in seinem Buch „Eine andere Sicht“. Der Abschnitt „Mach deinen Becher leer“ kommt uns vielleicht aus dem Film Karate-Tiger bekannt vor. Bruce Lee erscheint dort dem Karate-Schüler und leert symbolisch seinen Becher mit Wasser, damit neues Wasser – natürlich analoges Wissen – eingeschenkt werden kann. Die gleiche Symbolik ist für den reizüberfluteten Golfer wichtig, der sich mit allen möglichen Trainingsinformationen unkontrolliert zuschüttet. In einen vollen Becher passt nichts mehr rein. Parent vergleicht hier das Wissen von Anfängern mit dem von Fortgeschrittenen. Anfänger haben natürlich einen leeren Becher, der sich noch befüllen lässt. Bei Fortgeschrittenen ist der Becher bereits voll. Der bereits vorhandene – alte - Inhalt macht es schwer, neues Wissen zuzulassen. Ein überaus interessanter und logischer Ansatz, nicht wahr? Wer sich auf Zen-Golf einlassen möchte tut also gut daran, ein Golf-Trappatoni mit „Flasche leer“ zu werden. J

 

„Das Par des Platzes“ ist eine weitere überaus sinnvolle Sichtweise, die wir immer  gerne als „Persönliches Par“ empfehlen. Es geht in diesem Kapitel darum, sich selbst mental zu lösen und das Par einer schweren Bahn auf unsere persönliche Leistungsfähigkeit anzupassen. Die freie Sichtweise auf das persönliche Par hält negative mentale Einflüsse fern und  lässt neue, positive Gedanken zu. Wir machen das am Beispiel eines Handicap 36 Spielers deutlich, der vor einem schweren Par 4 steht. Die Gedanken kennen wir oder können wir uns vorstellen. „Wie soll ich denn hier mit meinem Können aufs Grün kommen…?“ oder so ähnlich erscheint es in der Denkblase. Das persönliche Par des 36ers  ist für die Bahn jedoch 6 und nicht 4. Bei einem Par 3 analog 5; bei einem Par 5 analog 7. Mit einer 36er Spielstärke addiert man immer 2 (auf 18 Loch), andere Handicaps dementsprechend. Es gilt, dass Bewusstsein bei dieser Bahn von den Fesseln des Par 4 zu lösen  und sich quasi befreiter dem Par 6 zu widmen. Diese Sichtweise löst Blockaden und führt zu einem befreiten, in der Regel auch erfolgreicheren Spiel. Das Erlebnis, hier mit einem Doppelbogey ein persönliches Par gespielt zu haben, wird sich positiver Auswirken, als ein am „Professional Average Result“ orientiertes Doppelbogey.

 

Mit diesen und anderen Beispielen versucht uns der Autor hier die Sichtweise und Einstellung des Zen-Golf näher zu bringen. Mit den Schlusssätzen eines anderen Kapitels bringt er uns das Wesen von Zen-Golf ebenfalls näher.

 

„Grundsätzlich gilt: Verändern Sie nicht Ihren Schwung, verändern Sie ihr Denken. Beseitigen sie die Blockade, vertrauen Ihrem eigenen perfekten Schwung, und er wird Ihnen sehr beständige Ergebnisse liefern. Das ist die fundamentale Sicht von Zen-Golf.“ Schön, oder? Jetzt müssen wir nur noch genauer wissen, wie wir diese Blockaden entfernen. Diese Frage beantwortet uns der Autor – zumindest theoretisch – mit seiner folgenden PAR-Methode. Preparation (Vorbereitung)- Action – Reaction. Weiter geht's es mit dieser Methode schon bald mit den zweiten Teil dieser Miniserie. So Long!

 


Des Pudels Kern - Vom Umgang mit Versagensängsten

Willkommen zu einem neuen Artikel bei Inspire Your Golf! Heute wollen wir uns im Mentalblock einmal mit der größten Seuche im Amateurgolfsport ever auseinandersetzen. Die meisten Fehlschläge und in Addition „verhauenen“ Runden basieren auf unseren unterschwelligen Versagensängsten. Vielleicht ahnen wir es und versuchen wir uns im Vorfeld bereits drauf einzustellen. Unser Unterbewusstsein merkt jedoch, dass wir hier nur an der Oberfläche kratzen. Die Folge ist, dass die Versagensängste immer wieder durchkommen und uns so blockieren, dass der beabsichtigte Schlag misslingt.

 

Gerade in entscheidenden Situationen für unser Spiel machen wir es den Versagensängsten immer wieder leicht, sich durchzusetzen. Der erste Abschlag im Turnier, der Bunkerschlag oder der beabsichtigt letzte Putt, der doch einfach fallen muss! Kennt Ihr? Ahnt ihr?

 

Wie geht man mit solch „fest“ verankerten Ängsten also um? Wir sollten versuchen, unser Unterbewusstsein durch eine gelebte und gute Einstellung zum Golfspiel zu programmieren. Bei unseren Berührungspunkten außerhalb und auf dem Golfplatz ganz besonders sollten wir uns immer wieder vor Augen führen und bewusst daran denken, dass das Golfspiel unser Hobby ist! Wir verdienen kein Geld mit dem Golfsport und niemand wird uns richten, wenn wir einen Schlag mehr auf der Scorekarte haben. Was ist schon ein Handicap wert?

 

Uns ist ein entspanntes Bogey deutlich lieber als der der Ärger über den verschobenen Birdieputt und das unglückliche Par. Wir sollten die Einstellung leben und uns dies immer wieder vor Augen führen, dass nichts passieren kann, außer vielleicht einem unwichtigen Fehlschlag, den man im Laufe der Runde locker wieder „Wett“ machen kann. Wir sind hier, weil wir entspannen und Spaß haben wollen. Dies bedeutet nicht, dass wir nicht alles geben, um uns immer wieder neu zu konzentrieren und unsere beste Leistung abzurufen.

 

Dies bedeutet nicht, dass wir nicht weiter dazu lernen und das Spiel auch z.B. Strategisch angehen. Es bedeutet nicht, dass wir  nun mit irgendwelchen Harakirischlägen über die Runde gehen sollen. Bemerkenswert ist aber, dass alle Golfer einige ihrer besten Schläge mit einer „Sch****egal“-Einstellung geschlagen haben. Kommt euch bekannt vor?

 

Nein, spielt das Spiel und werdet durch diese gelebte Einstellung entspannter, besonders dem Spiel gegenüber.  Sagt es euch immer wieder bzw. sprecht mit eurem Selfcaddy darüber. Wenn ihr es schafft, so euer Unterbewusstsein zu erreichen, werdet ihr besonders in kritischen Situationen keine Versagensängste mehr verspüren.

 

Gebt euer Bestes am ersten Abschlag, konzentriert euch beim Bunkerspiel mit positiver Visualisierung. Bereitet jeden Putt für euch genau (nicht langsam) vor und bedenkt… es geht hier nicht um Leben und Tod. Die unterbewusste Lockerheit wird zu einem entkrampften mentalen Spiel führen. Diese Lockerheit verhindert Blockaden, die und den ersten Abschlag slicen oder einen recht einfachen Putt vorbeischieben lassen.

 

Habt ihr die richtige Einstellung zum Spiel? Wenn ja, dann seid froh, denn es gibt sehr sehr viele Golfer, die diese Versagensängste mit sich herum schleppen und ihr Spiel unnötig damit belasten. Golf ist das Spiel, welches zwischen den Ohren gespielt wird hat die Golflegende Bobby Jones einmal gesagt. Er musste es als Amateur und Grand Slam Gewinner wissen. Also geht raus und spielt das Spiel! Das IYG-Team würde sich übrigens freuen, wenn Ihr diesen Artikel an eure Golffreunde weiterleitet, die ein ganz besonderes Interesse an der Thematik haben könnten. Bis zum nächsten mal bei Inspire Your Golf und viel Spaß beim Programmieren! C       


Mentalspiel -  Unsere Basics

Willkommen beim Mentalspiel! Wir freuen uns, dass euch das Thema zumindest doch etwas interessiert. Wir fanden es jedenfalls so spannend, dass wir dem Mentalspiel einige Beiträge widmen wollen. Und wie könnte es anders sein, fangen wir mit unseren Basics des Mentalspiels an. Ich brauch euch nicht erklären, dass ein Professional oder ein Mentalcoach die Vermittlung vielleicht anders nahe bringen würde, aber wir wollen zunächst inspirieren, euch mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Ganz wichtig: Egal, ob ihr blutiger Anfänger, Rookie mit 54er Handicap seid, oder euch schon unter die 20 gespielt habt. Ihr alle habt einen Kopf auf den Schultern und spielt gerne Golf! Also….Achtung, alte Binsenweisheit….. „Golf wird auf den paar Zentimetern zwischen den Ohren gespielt!“ Klar, dass wir somit ein Interesse haben, uns mit diesem Mysterium näher zu befassen. Wir alle wollen irgendwie besser werden oder uns als Golfer entwickeln. Lets go!

 

 

Zunächst noch einmal zwei wichtige Dinge  vorab. Mentalspiel ist nicht nur für Profis blendend geeignet, um eine Verbesserung zu erzielen. Weiterhin sollte sich ein Golfer auf diesen Teil des Spiels einlassen. Abwehrhaltungen und Blockaden nach dem Motto: „Ich brauch` das eh nicht…“ sind nicht förderlich, wenn wir uns trotzdem verbessern wollen. Es ist wie mit den Entspannungsübungen, wo man auf dem Boden liegt und eine sanfte Stimme etwas Schönes erzählt. Diese Übung wirkt nur, wenn wir uns darauf ein- und fallen lassen. Blockieren wir in irgendeiner Art und Weise, z.B. weil wir denken unser Handicap sei zu schlecht für so etwas, dann wird der eigentlich beabsichtigte Effekt nicht eintreten. Klingt logisch, oder?

 

Warum das Mentalspiel wichtig ist, lässt sich in Etwa so erklären. Wer heute auf der Tour gewinnen will, muss mental stark sein. Golf spielen können die Pros alle, sie sind athletisch, haben Stunden um Stunden auf der Range geübt, Putten wie die Weltmeister und schlagen ihre Bälle meilenweit. Ein Spieler entdeckt im Starterfeld mit 100 Professionals genau 100 Professionals mit denselben Eigenschaften. Der Unterschied auf einem Turnier ist, dass Spieler in Drucksituationen irgendwie besser mit der Situation umgehen können als andere. Derjenige, der das Turnier gewinnt, war mental stärker als die Mitbewerber. Und wie hat der Sieger das gemacht? Er hat sich mental auf solche Situationen vorbereitet und rief das Mentalspiel zum richtigen Zeitpunkt ab. 

 

In erster Linie geht es beim Mentalspiel um Methoden, die z.B. das Ziel verfolgen, die mentale Stärke oder das Wohlbefinden zu fördern. Schnell gerät man beim Golf in mehr oder weniger große Drucksituationen, die unterschiedliche Menschen auch unterschiedlich wahrnehmen. Beispiele? Das Zittern am ersten Tee, wenn Zuschauer zusehen. Der eigentlich einfache Schlag über das Wasserhindernis, der wichtige Putt, der den Punkt für die Unterspielung des Handicaps sichert, oder die allgemein viel höhere Nervosität in Turnierrunden. Sind das Ansätze für Pros? Never, deshalb ist Mentalspiel gerade auch für Anfänger wichtig.

 

Man kann dabei auch nicht daher gehen und ein Buch oder eine DVD inhalieren umdanach mental stark zu sein. Nein, der Mensch muss sich als Golfer kennen und spezielle Werkzeuge bzw. Methoden haben, um sich 1. mental vorbereitend zu trainieren und 2. auf Einflüsse wie Druck oder Störungen angemessen vorbereitet zu sein. 

 

Es geht um die Programmierung von Bewusstsein, Unterbewusstsein und schließlich auch Selbstbewusstsein, welches ein Schlüssel für erfolgreiches Golf ist. Erfolgreiches Golf? Ja, denn erfolgreiches Golf ist das Golf, welches JEDER Spieler, egal in welcher Spielstärke aus sich herausholt. Und dazu kann man durch gutes Mentalspiel eine Menge beitragen.

 

Also, mit welchen „Zauberformeln“ können wir uns mental einstellen und vorbereiten? Es sind bloße Übungen und gesteuerte Gedankengänge, die auf den Golfer und seine Persönlichkeit abgestimmt sein sollten. An diese kommt man durch Aneignen, Trainieren und z.B. über einen Mentalcoach, der euch wie ein Pro den „Schwung“ besser erklären kann, als ihr euch selbst. Wir möchten euch inspirieren, das Mentalspiel mit vielleicht anderen Augen zu sehen und es dementsprechend ernst zu nehmen und euch damit zu beschäftigen. Darauf wollen wir auch in den weiteren Beiträgen eingehen, also bleibt am Ball! INSPIRE your GOLF! (C)