Bob Rotella`s zehn Gebote für großartiges Golf

Dr. Bob Rotella ist ein renomierter Sportpsychologe und Autor einiger superguter Golf-Mentalbücher. Viele Tour-Professionals nehmen seine Hinweise ernst und seine Dienste in Anspruch. Eines seiner bekanntesten  Bücher ist "Golf is not a Game of Perfect", welches wir hier bei Inspire Your Golf in der "Mentalbibel" bereits vorgestellt haben.

Ein weniger populäres, aber absolut inspirierendes  Werk ist das Buch "Die Zehn Gebote für großartiges Golf" Lest hier seine Gebote mit einem Versuch unserer Auslegung zu den wesentlichen Bereichen . Die Gebote helfen Golferinnen und Golfern in allen Leistungsbereichen! Viel Spaß und Erfolg! (Bildquelle YouTube)

ISBN-10: 3-8354-0077-0; ISBN-13: 978-3-8354-0077-1; BLV Buchverlag, München.



7 - Leben für den Augenblick

Wir geben unser Bestes und gehen davon aus, dass wir gewinnen. Aber manchmal geht uns vorher schlicht die Zeit aus. (Jahn Wooden)

 

Bob Rotella sagt:

 

Bleiben Sie in der Gegenwart. Denken Sie nur über den Schlag nach, den Sie gerade ausführen möchten.

 

Während einer Runde sollten Sie nicht rechnen, über das Ergebnis nachdenken oder sich kritisieren. Vertrauen Sie sich und lernen Sie zu akzeptieren.

 

Alles, was Sie von Ihrer Schlagvorbereitung ablenkt, verringert die Chance, dass Die Ihr Bestmögliches geben.

 

Wer mit sich selbst im Reinen ist, wird keine Probleme haben, in der Gegenwart zu bleiben.

 

Erst nach dem Letzten Loch – und wirklich erst dann – können Sie Ihr Ergebnis beurteilen.

 

Was meinen wir dazu? Bei dieser Aufgabe stehen sich viele Amateuergolfer selbst im Weg oder sich machen sich das Leben unnötig schwer. Auf der Runde gilt es im Hier und Jetzt zu Leben. Es ist manchmal schwer, doch wir sollten lernen, jeden Schlag – besonders die weniger Guten – innerlich zu akzeptieren. Wir müssen die Konzentration aufrecht erhalten, egal was passiert. Wie auch das Konzept Mission Possible vorsieht, notieren wir nach jedem Loch - ohne jegliche Bewertung – den Score und „analysieren“ bzw. zählen nach der Runde. Auf dem Platz stecken wir unsere Konzentration und Energie nur in das Hier und Jetzt. Das gilt insbesondere für die Steuerung unserer Gedanken und Handlungsweisen.   

 


Das war der aktuelle Beitrag. Ab hier folgen die Beiträge chronologisch ab Teil 1! Viel Spaß!


1 - Bob Rotellas Top 10

Bob Rotellas großartiges Buch beginnt direkt mit seiner persönlichen Top 10. Die Leitgedanken verhelfen jedem Spieler, sich mental auf großartiges Golf einzustellen. Interessant ist, dass diese Leitsätze nicht nur Majorsiegern und anderen Professionals oder Superamateuren helfen können. Sie verhelfen bereits Anfängern zu einer gesunden mentalen Einstellung, die den Rookies, Anfängern und Amateuren mit durchschnittlicher Spielstärke z.B das Leben auf dem Golfplatz einfacher machen kann! We call it genial!  

 

„Alle Auszeichnungen und Prämien, die bunten Farben und der Glamour – davon bleibt nur eine blasse Erinnerung. Der feste Wunsch und der Wille zu siegen, das sind Dinge die überdauern. Persönliches Engagement, herausragende Leistung und der Siegeswille drücken jeder Biographie einen besonderen Stempel auf – im Sport ebenso wie auf anderen Gebieten.“ (Vince Lombardi)

 

Die Top 10 Leitsätze

 

BR: Spielen Sie, um großartig zu spielen. Es darf niemals Ihr Ziel sein, allein Ihre Schwächen zu kaschieren.

IYG: Die beste eigene Grundeinstellung macht großartiges Golf möglich! 

 

BR: Genießen Sie die Herausforderungen des Augenblicks, welcher Art sie auch sein mögen.

IYG: Jeder Ball ist eine Herausforderung und besonders schlechte Lagen sind eine tolle Möglichkeit, sich dieser Herausforderung zu stellen!

 

BR: Konzentrieren Sie sich nicht auf das Ergebnis, sondern auf den Weg dorthin.

IYG: Der Weg ist das Ziel und Gedanken über das genaue Ergebnis haben zwischen dem 1. Abschlag und dem 18. Grün nichts verloren.

 

BR: Denken Sie daran: Nichts und niemand kann Sie auf dem Golfplatz aus der Ruhe bringen oder verärgern, bei jedem Schlag fühlen Sie sich großartig.

IYG: Jede Störung beeinflusst uns negativ. Deshalb lassen wir Störungen auch nicht zu und sind für jeden Schlag frei von negativem Einfluss.

 

BR: Spielen Sie so, als ob ein Ergebnis keine Bedeutung hätte – das ist viel besser als sich ständig Sorgen zu machen.

IYG: Das Ergebnis darf uns während des Spiels nicht interessieren und auch so nicht ablenken.

 

BR: Glauben Sie an sich, damit Sie wirklich offen sind für das Spiel.

IYG: Wir haben eine gute Einstellung und glauben an unsere Fähigkeiten, damit wir in der Lage sind, unser bestes Spiel zu spielen.

 

BR: Überlegen Sie vor jedem Schlag ganz genau, wo Ihr Ball landen Soll.

IYG: Die Zielsetzung für die einzelnen Aufgaben / Schläge ist elementar.

 

BR: Seien Sie entschlossen, engagiert und geradlinig.

IYG: Entschlossenheit ist wichtiger als eine gute Technik. Wir spielen engagiert und haben klare Gedanken.

 

BR: Sie selbst sind Ihr bester Freund.

IYG: Fehlschläge passieren und wir bestrafen uns nicht zusätzlich selbst durch schlechte Gedanken über uns oder Beschimpfungen zu uns selbst. 

 

BR: Lieben Sie ihre Wedges und Ihren Putter.

IYG: Das kurze Spiel ist wichtiger als der Rest. Wir trainieren und spielen mit der Einstellung, dass Wedges und Putter unsere Freunde sind und dazu da sind, uns zu einem guten Score zu verhelfen.

 

Outro:

Das war der Einstieg in Bob Rotellas Buch „Die zehn Gebote für großartiges Golf“. In den folgenden 29! Abhandlungen betrachten wir die von Bob Rotella ausgesuchten Bausteine in diesem Buch näher. Und da kommt noch viel toller Input – gut dosiert -  für Euer tolles Golf! Viel Spaß und Erfolg.

 


2 - Die Philosophie des Golfsports

Dr. Bob Rotella
Dr. Bob Rotella

Die eigenen Fortschritte bereiten die größte Freude (Ben Hogan)

 

BR: Golf ist ein Spiel und man muss es wie ein Spiel spielen.

IYG:  Der Aspekt, dies zu verinnerlichen, wird einen Spieler weiter bringen, als andere Einstellungen, die mehr Druck erzeugen werden.

 

BR: Lassen Sie zu, dass ihr Verstand den Ball kontrolliert – es darf nicht umgekehrt sein. Sie werden den Ball nicht immer unter Kontrolle haben – aber stets ihre Einstellung zum Ball.

IYG: Eine gute Einstellung zum Ball ist zu verinnerlichen, dass der Ball nie die Kontrolle über den eigenen Verstand übernimmt. Unser Verstand behält sie Kontrolle, auch wenn das Ergebnis nicht immer zufriedenstellend ist. 

 

BR: Wer Golf wirklich liebt, muss akzeptieren, dass Perfektionismus darin keinen Platz hat.

IYG: Fast jeder behauptet, Golf zu lieben. Wahre Liebe zum Golf bedeutet, das Spiel und seine Eigenheiten verstehen zu wollen. Dies bedeutet auch, den angeborenen Perfektionismus hier fehl am Platze zu sehen. Eine Einstellungssache!

 

BR: Das Geheimnis des Golfspiels liegt in der richtigen Reaktion auf die unvermeidbaren Fehler und Zufälle.

 

IYG:  Golf ist das beste Spiel, weil der Spieler immer wieder in neue Situationen gebracht wird und die Kunst abverlangt wird, auf jede Situation richtig zu reagieren.

 

BR: Der Spaß am Spiel entsteht eher dann, wenn man versucht, Träumen zu folgen, als beim Versuch, sie zu realisieren.

IYG: Die Erfüllung im Golf kommt dann, wenn man begreift, dass der Weg das Ziel ist und man diesen Weg bewusst wahrnimmt und genießt.

 


3 - Selbstbewusstsein

Wer siegen will, muss wie ein Sieger denken (Sam Snead)

 

Leitgedanken:

 

+ Ihr unterbewusstes Selbstbildnis trägt diesen Namen, weil Sie es selbst schaffen, mit diesen Gedanken über sich selbst und das Golfspiel

 

+ Ihr Unterbewusstsein beherbergt dieses Selbstbildnis. 

 

+ Das Unterbewusstsein ist weder anspruchsvoll noch wählerisch. 

 

+ In jedem Augenblick reflektiert dieses Selbstbildnis die Summe Ihrer Gedanken über sich selbst und das Golfspiel.

 

 

+ Gedanken aus jüngster Zeit haben größere Bedeutung als länger zurückliegende. 

 

+ Das Unterbewusstsein versucht, dem Bewusstsein entgegenzukommen, und liefert genau das, was der bewusste Verstand sucht.

 

+ Das Unterbewusstsein hört immer zu – achten Sie darauf, dass positive Gedanken dominieren.

 

+ Wenn Ihr Selbstvertrauen schwach ist, dann arbeiten Sie daran wie an Ihrer körperlichen Fitness und streben Sie nach langsamer, aber stetiger Verbesserung.

 

Was meinen wir dazu? Das Unterbewusstsein ist ein, wenn nicht sogar der zentrale Punkt des Mentalspiels. Es arbeitet immer gegen das Bewusstsein und muss von uns entwickelt, gepflegt und trainiert werden. Wir müssen uns ein generell positives Selbstbildnis schaffen, welches auch in kritischen Situationen dem Bewusstsein schlechter Schläge standhält. Ihr dürft für euer Selbstbildnis als Golfer sogar ein wenig „trumpen“, auch wenn dies woanders eher ein Nogo ist J Tut nicht nur positiv; seid es!  

 


4 - Träume und Ziele

Erfolg, so wurde mir gesagt, entsteht vor allem durch beständiges Anheben der eigenen Wünsche und Erwartungen (Jack Nicklaus)

 

BR: Ich werde mir selbst und meinem Schwung bei jedem Schlag vertrauen. Ich habe keine absolute Kontrolle über die Flugbahn des Balles, aber ich habe absolute Kontrolle über mein Selbstvertrauen. IYG: Wir müssen die Zuversicht und das vertrauen haben, loszulassen!

 

BR: Ich werde jeden einzelnen Schlag mit derselben Routine angehen. IYG: Das, was wir tun können, tun wir mit Sorgfalt.

 

BR: Ich werde ganz im Hier und jetzt bleiben. Ich werde während des Spiels nicht über meinen Score oder über eine Platzierung im Turnier nachdenken. IYG: Der nächste Schlag ist der Wichtigste. Alles andere darf uns nicht interessieren!

 

BR: Ich mache mir keine Sorgen, ob ich über 90 oder 70 komme. IYG: Es passiert nichts. Egal, was wir spielen. Darum können wir ganz befreit sein!

 

BR: Ich werde meine Schläge weder analysieren noch kritisieren. Ich werde mich auf jeden neuen Schlag konzentrieren, als ob es der einzig wichtige wäre. Erst nach dem Ende der Runde werde ich herausfinden, wie ich gespielt habe. IYG: Wir dürfen uns nicht gehen lassen, und zwischen den Schlägen analysieren, was passiert ist oder uns für den Schlag kritisieren. Beides schadet dem Spiel. Erst nach dem letzten Schlag  schauen wir genauer hin.

 

BR: Nichts, was heute auf dem Platz geschieht, kann mich verärgern oder bedrücken. Ich werde schlechte Breaks oder Fehler akzeptieren, in schwierigen Situationen stark sein. Ich werde die ganze Runde über in großartiger Stimmung und gut gelaunt sein. Ich genieße das Spiel. IYG: Wir dürfen besonders nach schlechten Aktionen nicht vergessen, dass wir alles geben und das Spiel genießen wollten. Behalten wir unsere Gedanken und Emotionen unter Kontrolle!

 

BR: Ich vertraue meinem Instinkt und bin entschlossen und engagiert. Im Verlauf der Runde werde ich gelöster, freier und selbstsicherer. IYG: Wir wissen, zu welcher Leistung wir imstande sind. Das leben wir die gesamte Runde!

 

BR:  Ich widerstehe dem Drang, mich zu verkrampfen, vorsichtig und unsicher zu werden.

IYG: Wir müssen auf uns Acht geben und müssen locker und selbstbewusst bleiben.

 

BR: Ich liebe mein Wedge und meinen Putter. IYG:  Die Wahrheit liegt im kurzen Spiel und wir wissen es. Nicht nur im Training, sondern auch im Spiel bilde ich mit Wedges und Putter ein gutes Team!

 

BR: Ich werde den Ball bei jedem Schlag zum Loch führen. IYG: Der Ball muss auf dem geradesten Wege ins Loch. Mit unseren Schlägern schlagen und mit unseren Gedanken tragen wir ihn ins Loch!

 

BR: Ich werde bei jedem Schlag einen konstanten Grad an Intensität aufrechterhalten.

IYG: Wir werden jeden Schlag mit 100% Aufmerksamkeit spielen.

 

BR: Mein Ziel ist es, großartiges Golf zu spielen. IYG: Selbstverständlich! Es ist auch euer Ziel!

 

BR: Ein Etappenziel drückt die Absicht aus, eine Sache wiederholt mit Nachdruck anzugehen. Dabei kommen Sie Ihren Träumen ein Stück näher. IYG: Wir setzen uns machbare Teilziele und tun das absolut Notwendige, um das Teilziel zu erreichen. So kommen wir vorwärts.

 

BR: Erfolg ist eine Kombination aus Hartnäckigkeit und der richtigen Methode. Große Golfspieler haben gelernt zu warten. Sie nutzen die Zeit. IYG: Die Hartnäckigen gewinnen die Schlachten hat Napoleon Bonaparte einmal gesagt. Mit der richtigen Strategie und der notwendigen Geduld kommen wir ans Ziel!


5 - Wie unsere Erinnerung arbeitet

Die Unfähigkeit zu vergessen kann vernichtender sein als die Unfähigkeit sich zu erinnern (Mark Twain)

 

BR: Erinnerungen, die wir mit starken Emotionen verbinden, bleiben länger und stärker im Gedächtnis.

 

BR: Genießen Sie die guten Schläge und reagieren nicht auf die schlechten – das ist wesentlich ratsamer als umgekehrt.

 

BR: Führen Sie Tagebuch oder Video über Ihre großartigen Schläge.

 

BR: Nach einem Fehlschlag sollten Sie Mitleid mit sich haben und vergeben -  das hilft Ihnen, das Ergebnis zu vergessen.

 

BR: Wer die Erinnerung an misslungene Schläge festhält, bestraft sich selbst. Er reagiert angespannt und vorsichtig, wenn er locker und zuversichtlich spielen sollte. So können nach einem einzelnen schlechten Schlag eine ganze Reihe weiterer folgen, die ihnen die ganze Runde oder das Turnier ruinieren.

 

Was meinen wir dazu? Wir sollten unsere Emotionen kontrollieren und damit arbeiten, dass wir mit Emotion positive Schläge speichern! Die negativen Emotionen und Erinnerungen  müssen wir für großartiges Golf aktiv abblocken. Deshalb ist der bewusste Umgang mit seinen Gedanken und die Kontrolle über unsere Emotionen elementar! 

 


6 - Zuversicht

Pic: YouTube/BobRotella
Pic: YouTube/BobRotella

Ohne Zuversicht ist ein Golfer nicht viel mehr als ein Hacker (Bobby Jones)

 

Bob Rotella sagt:

 

Zuversicht bedeutet, das Golf zu spielen, zu dem Sie fähig sind. Sie werden gewinnen oder zumindest eine gute Chance haben.

 

Zuversicht bedeutet, sich auch bei niedrigem Score wohl zu fühlen und die Chance auf den Sieg zu wittern.

 

Zuversicht bedeutet, sich als Sieger zu fühlen, selbst wenn man es noch nicht ist.

 

Am Ende einer Runde sollte Ihr Selbstvertrauen größer sein als am Anfang.

 

Wenn Sie nicht mit jedem Jahr Praxis mehr Vertrauen in sich selbst haben, müssen Sie Ihre Denkmuster verändern.

 

Zuversichtlich über Ihre Fähigkeiten nachzudenken, sollte nichts anderes bedeuten, als ehrlich über sie (die Fähigkeiten) nachzudenken.

 

Ein zuversichtlicher Spieler denkt an das, was auf dem Platz passieren soll. Ein Spieler ohne Vertrauen stellt sich das vor, was nicht passieren soll.

 

Von zwei Spielern mit gleichen Fähigkeiten wird stets derjenige siegen, der mehr Zuversicht hat.

 

Vertrauen in den eigenen Schlag bedeutet nichts anderes, als nur daran zu denken, dass der Ball sein Ziel trifft.

 

Zuversicht entsteht nicht durch einen Schrank voller Pokale, sie kommt von innen.

 

Was meinen wir dazu? Der Meister bringt es mal wieder auf den Punkt. Zuversicht durch Selbstvertrauen können nicht gespielt werden. Sie müssen gelebt werden und von innen kommen. Sie können die Tür zu großen Leistungen öffnen. Wenn wir nicht wirklich zuversichtlich sind, steht uns unsere Denkweise im Weg!

 


Watch out! Weitere Beiträge folgen!