Der Selfcaddy


 

Der Selfcaddy ist ein Projekt, welches Carsten schon seit  einigen Jahren in der Schublade liegen hat. Er ist durch die Gedanken zum System ‚Mission Possible‘ entsprungen und wurde ursprünglich als Version ‚Pocketcaddy‘ in Form eines Booklet-Entwurfes konzipiert. Da der Selfcaddy in unseren Augen sowohl zur Strategie- als auch zur Mentalebene passen würde, wollen wir ihm hier einen eigenen Menüpunkt widmen. Und worum geht’s genau? Der Selfcaddy ist eine Art Anleitung für Amateurspieler, sich nach einer strukturierten Systematik in den verschiedenen Situationen und Aufgaben auf dem Platz zurechtzufinden. Durch die Anleitung zur Selbsthilfe werden die Gedankengänge jeweils strukturiert und so die Basis für ein individuell optimiertes Golfspiel gelegt. Lasst euch inspirieren!



#8 - Im Fairwaybunker

Da sitzt er wieder auf der Schulter. Unser Selfcaddy.
Da sitzt er wieder auf der Schulter. Unser Selfcaddy.

Caddys Knowledge:

Im Fairwaybunker gilt es zunächst nicht zu verzweifeln.

Ein evtl. Längenverlust kann wieder ausgeglichen werden. Oberstes Ziel muss es sein, den Ball wieder ins Spiel bzw. auf das Fairway zu bekommen. Bei Angriff auf die Fahne sollten  Nutzen, Risiko und ggfs. Strafen (Wasser) gut durchdacht werden. Die Auswahl des Schlägers wird nach Bodenbeschaffenheit, Lage  des Balles und Entfernung zum geplanten Ziel entschieden. Eine Längenplanung vom  anvisierten Ziel auf dem Fairway zum Grün  und der dafür benötigte Schläger helfen bei der Auswahl. Es muss  verhindert werden, dass der Ball im Bunker, Rough oder an anderen Gefahrenstellen landet.

 

Manchmal ist ein kleiner Chip auf das Fairway die beste Entscheidung. Im Bunker sollte das richtige Eisen mit dem richtigen Eintreffwinkel erst den Ball und dann den Boden berühren. Strafschläge drohen bei dem berühren des Bunkers mit dem Schläger vor dem Schlag – also Vorsicht!      

 

Der Caddy rät:

+ genaue Analyse der Lage und festlegen von Spiellinie + Ziel

+ Auswahl des richtigen Schlägers zum Erreichen des Ziels

+ lieber kürzer und sicher schlagen als lang mit Risiko

+ Eintreffwinkel Schläger > Ball visualisieren

+ Probeschwung außerhalb des Bunkers

 

Der Caddy warnt:

- Spiellinie nicht zu „aggressiv“ wählen

- nicht zu schnell schwingen und erst den Bunkersand treffen

- nicht zu weit über Rough und co. spielen

- Schläger vorher nicht aufsetzen!

 

Strategischer Rat:

I           genaue Analyse der Lage und Möglichkeiten 

II          Auswahl einer sicheren Variante / Spiellinie

III         Auswahl des richtigen Schlägers

IV        Visualisierung des Ball-Bodenkontaktes

V         Schwung kontrollieren und nicht übersteuern

 


#7 Irons / Der volle Eisenschlag

Caddies Knowledge:

Ein volles Eisen muss knackig getroffen werden. Der gute Treffmoment ist wichtiger als die Schwunggeschwindigkeit. Deshalb ist ein sauberer Ballkontakt wichtig für einen guten Ballflug. Das Schlägerblatt sollte nicht zu flach auf den Ball

 

geschlagen werden, damit es erst denn Ball und dann den Boden trifft. Bei groben Abweichungen kann es helfen, den Rückschwung etwas zu verkürzen. Eine genaue Längenplanung verrät, welche Möglichkeiten ich mit welchem Eisen erreichen kann. Der Unterschied zwischen 2  Eisen beträgt nur etwa 20m. Ein 6er Eisen spielt sich einfacher als ein 4er Eisen.  bessere. Das kürzere Eisen ist meist die sichere Wahl. Die entspannten Hände am Griff sind für die Freigabe des Eisens im Schwung sehr wichtig.      

 

 

 

Der Caddie rät:

+ manchmal ist ein kürzeres Eisen besser

+ Visualisierung des Eintreffwinkels Schläger > Ball

+ auf sauberen Ballkontakt achten

+ nicht übersteuern sondern kontrollieren

 

+ verkürzten Rückschwung bei Problemen

 

 

Der Caddie warnt:

- Hände am Griff nicht verkrampfen, das blockiert

- Eisen nicht zu hart schlagen / übersteuern

- Vorsicht bei längeren Eisen

- die eigenen realen Schlaglängen nicht beachten

 

 Strategischer Rat:

I           Auswahl des richtigen Schlägers für die Situation

II          Visualisierung des Ballkontaktes in der Ansprechposition

III         Visualisierung des Ballfluges

IV        Rückschwung nicht zu hastig einleiten

V         Timing statt Übersteuerung für den sauberen Ballkontakt


#6 Der Drive

Caddies Knowledge:

 

Der Driver ist der schwierigste Schläger im Bag und lockt

mit theoretisch möglichen Längen. Wenn der Driver der richtige

Schläger für den Schlag ist, sollte er mit nur 75% geschlagen

werden.

 

Ein Übersteuern führt schnell zu Abweichungen, die links

und/oder rechts der Spielbahn keinen Schaden anrichten sollen

Der erzwungene Längenvorteil durch mehr Power geht zu Lasten

der Sicherheit.

 

Eine gewisse Kontrolle spart auf Dauer Schläge.

Dies gilt auch bei der Entscheidung, auf ein Fairwayholz oder

 Rescueholz auszuweichen. Weiterhin muss der Schwung den Ball

 in der Aufwärtsbewegung vom Tee fegen.

 

Auch mit einer kompakten Schwungbewegung mit ggfs. verkürztem Rückschwung kann man gute Ergebnisse erzielen. Die Variation der Teehöhen kann sich je nach Schwung positiv auswirken. 

 

Der Caddie rät:

+ stabile, gleichmäßige Ansprechposition

+ 75 % Krafteinsatz ist ausreichend

+ Beschleunigung kontrollieren

+ Weg des Schlägerkopfes visualisieren

+ Drehung mit linker Schulter schon bei Probeschwung beachten

+ den Driver in gefährlichen Situationen im Bag lassen

 

Der Caddie warnt:

- Kraftübersteuerung führt oft zu Fehlschlägen

- ein Driver wird nicht wie ein Eisen geschlagen

- Längenvorteil nicht überschätzen

- Ausrichtung nicht unterschätzen

- zu fester Griff blockiert die Handgelenke

 

Strategischer Rat:

I           Probeschwung fegend mit voller Drehung und 75%

II          Ausrichtung nach Bahnverlauf, Hindernissen und Flugkurve

III         Ansprechposition und Griff überprüfen

IV        Timing für den Schlag abrufen

 


#5 Das Par 5

Was flüstert "er" denn hier ins Ohr?
Was flüstert "er" denn hier ins Ohr?

Caddys Knowledge:

Auch einem Par 5 wird mit einer den Rahmenbedingungen angepassten Längenplanung der Schrecken genommen.

 

Die Abschlagplanung sollte wieder Nutzen und Risiko gegeneinander abwägen. Manchmal kann es sinnvoll sein erst mit einem kürzeren Schläger abzuschlagen und später einen längeren Schläger zu wählen. Eine verlängerte Par4-Strategie verspricht hier ebenfalls Erfolg.

 

Nach dem Abschlag kann neu beurteilt werden, mit welcher Strategie die nächsten Meter sinnvoll überwunden werden können, ohne das Risiko unnötig zu erhöhen. Der Transport des Balles auf der Spielbahn berücksichtigt wieder Hindernisse und den Zugang zum Grün.      

 

Der Caddy rät:

+ genaue Längenplanung vornehmen

+ gute Abschlagstrategie spart Schläge

+ gute Schläge müssen nicht hart geschlagen werden

+ auf sauberes Treffen von Schläger und Ball konzentrieren

 

Der Caddy warnt:

- Länge erzwingen wollen erhöht die Fehlerquote

- Falsche Schlägerwahl bringt Fehler mit sich

- Längenverlust nach Abschlag nicht „aufholen“ !

 

Strategischer Rat:

I          Ball ins Spiel bringen

II         Ball transportieren

III        Ball transportieren* (ggfs. richtige Fairwayseite)

IV       Ball auf das Grün bringen

V        Ball mit 2 Putts** einlochen

 

* Ggfs. auf das Grün Transportieren, wenn sich Chance ergibt

**Der erste Putt kann dabei die Chance bekommen zu fallen. Der zweite Putt wird sicher verwandelt.

 

 

 


#4 Das Par 4

Nette Unterhaltung mit dem Selfcaddy :-)
Nette Unterhaltung mit dem Selfcaddy :-)

Caddys Knowledge:

Ein Par 4 sollte zunächst in seiner Charakteristik analysiert

werden. Bahnverlauf, Hindernisse, Wettereinfluss  und

insbesondere die Länge sind in den Spielplan einzubeziehen. Kann aus der 2 Schlag-Strategie eine 3-Schlag Strategie (bis zum Grün) sinnvoll sein? Hier kann die Entscheidung ggfs. nach dem Gelingen des Abschlages getroffen werden. Bei besonders schwierigen Löchern kann die sichere Strategie

noch zum Par führen. 400 m sind z.B. auch in Eisen 5(150m) + E 6 (140m)+ E 9 (110m) zu überbrücken.

 

Beim Anspielen des Grüns sind Hindernisse und Flaggenposition einzuplanen. Es gilt, den Ball

1.) ins Spiel zu bringen,

2.) zu  transportieren,

3.) möglichst sicher auf das Grün zu kommen und

 4.) mit zwei (einem) einfachen Putt/s einzulochen.

 

Die Planung des Transportschlages berücksichtigt in der Richtung den folgenden sicheren/besseren Winkel zum Grüneingang 

 

 

 

 

Der Caddy rät:

+ Abschlagstrategie auf Nutzen und Risiko prüfen

+ Hindernisse von Beginn an einplanen

+ Der zweite Schlag muss nicht um jeden Preis das G. treffen  

+ Platzierung des Balles vor dem Grün planen

+ Platzierung des Balles auf dem Grün (Mitte)planen 

 

Der Caddy warnt:

 

- Ein aggressiver Abschlag birgt meist zu hohes Risiko 

- Ein verzogener Schlag sollte sicher ausgeglichen werden

- das Risiko die Flagge anzugreifen kann sehr hoch sein

- es wird kein Schläger ausgewählt, der zu viel Schaden bringen kann

 

Strategischer Rat:

 

I           Ball ins Spiel bringen

II          Ball transportieren

III          Ball auf das Grün bringen

IV        Ball mit 2 Putts* einlochen

*Der erste Putt kann dabei die Chance bekommen zu fallen.

Der zweite Putt wird sicher verwandelt.


#3 Das Par 3

Caddys Knowledge:

 Das Par 3 ist trotz seiner geringen Länge eine anspruchsvolle  Aufgabe. Der Druck, das Grün mit dem ersten Schlag zu erreichen ist je nach Spielstärke unterschiedlich hoch. Ein Par 3 täuscht oft eine geringe Gefahr für den Score vor, die sich erst in der Praxis zu erkennen gibt. Je nach Entfernung, Lage und Beschaffenheit der Hindernisse gilt es hier einen Plan zu entwerfen um ein positives Ergebnis zu erzielen. Oftmals kann es sich für den Amateurspieler lohnen, den Ball sicher platziert vorzulegen, wenn das Hindernis (z.B. Sand, insbesondere Wasser) einen hohen Schlagverlust bedeuten würde.

 

 

 

Der Caddy rät:

+ zunächst verschiedene Spiellinien visualisieren

+ mögliche Schlaglängen und Schläger durchdenken

+ sichere / bessere Variante wählen

+ Abwägung von Risiko und Nutzen

 

Der Caddy warnt:

- zu aggressiver Schlag provoziert Fehler!

- falscher Schläger bleibt zu kurz oder zu lang

- falsche Berechnung der Distanzen bringen Hindernisse ins Spiel

- Wer den Wind nicht beachtet, kann bestraft werden

 

Strategischer Rat:

I    Analyse des Par 3 (relevante Faktoren) 

II   Durchdenken von möglichen Spielweisen

III  Entscheidung für eine Möglichkeit und Schlägerwahl

IV  Ball mit höchst. 2 Schlägen sicher auf das Grün bringen

V  2-Putt-Planung, Ran ans Loch und einlochen


#2 Planung Allgemein

OK, der Selfcaddy sitzt nun auf eurer Schulter und berät euch immer nach dem gleichen Schema.

 

In Caddies Knowledge wird allgemeines Wissen abgerufen. Zu den jeweiligen Situationen rät oder warnt der Caddy bestimmte Dinge zu beachten oder sein zu lassen.

 

Hier geht es um die allgemeine Planung. Die anderen Situationen auf dem Platz kommen in den nächsten Teilen. Viel Spaß und Erkenntnis bei den konstruktiven Selbstgesprächen mit eurem Selfcaddy.

 

Aber hey, entscheiden und spielen müsst ihr schon selbst. Klar, oder? Wir raten übrigens dringend dazu, euren Caddy nicht all zu schnell zu feuern. Er ist nämlich kompetenter als ihr denkt. Let`s go!     

 

 

 

 

Caddys Knowledge:

+ Analyse der aktuellen Spielsituation auf dem Weg (Abschlag)

+ Lage, Wind, Hindernisse, Tagesform, Regelanwendung? Etc.

+ Analyse (fein) am Ball

+ Aufzählen der Möglichkeiten > Spielrichtung/Schlägerwahl

+ Abwägung von Risiko und Nutzen

+ Folgeschlag / -schläge berücksichtigen

+ Entscheidung für die beste Möglichkeit :Linie/Schlägerwahl

+ Benennen der konkreten Aufgabe, die vor einem liegt

+ Durchführung des Schlages nach PreShot Routine

+ Feststellen des Ergebnisses + Analyse der neuen Situation    

 

Der Caddy rät:

+  Hindernisse plane ich ein und umgehe sie

+ Die Längenplanung wird genau durchdacht

+ Eine 2-Putt Strategie (1xran+1xrein) nimmt Druck

+ persönliches und unpopuläres Spiel ist erfolgreicher 

 

Der Caddy warnt:

- aggressives Spiel provoziert Fehler

- zu schnelle Entscheidungen bergen Gefahren

- Ziel des folgenden Schlages nicht genau definieren schadet

- ein Spiel spielen, welches ich nicht beherrsche

 

Strategischer Rat:

I    Abschlag > Ball auf Fairway/ Grün

II   Entscheidung : Angriff oder Ablegen (Vorlegen)

III   Ball nicht auf FW >>>Akzeptieren

IV  Entscheidung : Ball ins Spiel bringen oder Ablegen bzw.  Vorlegen

 

Der nächste Teil des Selfcaddys, bald hier auf diesem Fairway!



#1 Der Selfcaddy - Intro

Fotoquelle: Caddyshack
Fotoquelle: Caddyshack

Während die historische Bedeutung des Caddy für den Golfer als Träger der Ausrüstung immer weniger wichtig  wird, setzen Profis weiterhin auf die ehemaligen „Cadetten“.

 

Ob Jim ‘Bones’ Mackaye, Fluff Cowan, Christian Donald,  Steve Williams, Craig Conolly oder Joe Lacava. Ihre Meinung  ist für die Golfstars eine unverzichtbare Hilfestellung auf dem  Platz. So ist der Caddy nicht nur für den Zustand der Ausrüstung verantwortlich oder hilft bei der Auswahl des richtigen Schlägers in einer Spielsituation. Der erfahrene Caddie berät den Spieler in allen Situationen damit er auch bei ablenkenden Einflüssen die richtigen Entscheidungen auf dem Platz treffen kann.

 

Der Selfcaddy unterstützt mit seiner Systematik den Golfspieler auf der Runde und ist immer zur Stelle, wenn er gebraucht wird. In ausführlicher Schriftform  als Booklet ‚Pocketcaddy‘ ist er handlich, übersichtlich, praxisbezogen  und kompetent. Der Spieler kann den Selfcaddy auf der Runde für nahezu jede Situation zu Rate ziehen und analysieren , welche wichtigen Faktoren gerade entscheidend sein können. Gute Tipps zur richtigen Zeit können viele Schläge sparen. Mit etwas Hilfestellung kann man viele dieser Tipps selbst ergründen.

 

Unser Selfcaddy unterstützt insbesondere die Zielgruppen Hcp.54 – 10. Dabei ist mehr die individuelle Öffnung des Spielers als die gegenwärtige Spielstärke entscheidend.

 

Die Analyse einer Runde zeigt in den meisten Fällen, wo der  Spieler seine Schläge gelassen hat. In der Nachbetrachtung  einer Runde sind manchmal einige Schläge und taktische Entscheidungen für den Spieler offensichtlich falsch gewesen.

 

Den lebenden Caddy an der Seite eines Spielers kann man  also hier theoretisch durch den bewusst eingesetzten „Selfcaddy“ ersetzen. Er hilft uns auf der Runde und erinnert uns bei der  Planung an die erfolgreiche Spielweise. Im inneren Dialog mit ihm (also mit uns selbst) wird eine Spielsituation besprochen und die wichtigsten Erkenntnisse festgehalten.  Aus den sich  strukturiert ergebenden Möglichkeiten kann der Spieler nunmehr leichter und sicherer eine angemessene Entscheidung treffen und umsetzen. Für viele Golfer eine echte Hilfestellung.

 

Golf ist und bleibt ein Spiel mit Fehlern. Der Spieler sollte stetig bemüht sein, diese zu vermeiden, wenn er einen  guten Score erzielen will. Jeder verhinderte Ausreißer trägt zu einem  besseren Ergebnis bei also sollte der Spieler in jeder Situation  alles abrufen um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen. Mit dem Selycaddy kann der Spieler sich selbst unterstützen und dazu beitragen. C

 

Bleibt hier auf dem Fairway und lasst euch demnächst von der folgenden Systematik inspirieren!