Strategie


 

Eine gute Strategie kann uns auf der Runde unheimlich hilfreich sein und sollte deshalb nie vernachlässigt werden. Gerade Amateuren erscheint Strategie oft so unnahbar. Dies gilt besonders für Anfänger und Highhandicapper. Dabei kann es so einfach sein und euch weiterbringen, wenn man ein paar Inspirationen auf Lager habt! Viel Spaß!



Be like a Professional

Shane Lowry und Caddy als Team. Pic via irishtimes.com
Shane Lowry und Caddy als Team. Pic via irishtimes.com

So ist das. Wir schauen regelmäßig Golf auf dem Bezahlsender des Grauens oder über andere legale Möglichkeiten. Gerade an Wochenenden schauen wir uns die Professionals auf den Touren an und schütteln nur ungläubig mit den Köpfen, wenn wir sehen, wie Hammerdrives geschlagen, Annäherungen an den Stock gelegt oder Monsterputts versenkt werden. Die Burschen (oder die Damen auf Ihren Touren) lesen natürlich nicht unseren Blog Inspire Your Golf. Jahrelanges professionelles und unterstütztes  Training sowie Turniererfahrung formten diese bewundernswerten Golfer. Wir dagegen, tragen unsere Möglichkeiten vielleicht 1 – 2 x pro Woche auf den Platz oder auf die Range und hacken uns durch die Gegend. Gleichzeitig suchen wir alle nach Möglichkeiten der Verbesserung, haben wir nicht noch die Bilder von den Top-Spielern der Welt vor Augen.

 

Das Gemeine ist ja, dass uns ab und an mal ein „Traumschlag“ gelingt. Jeder kennt das Gefühl und ist bei der nächsten Hackerei gleich wieder „Down on Earth“. Ach ja, Amateurgolf und Professional Golf sind halt zwei verschieden Sportarten. Wir haben uns gefragt, welche positiven Erkenntnisse ein Amateurgolfer von den Übertragungen der Touren mitnehmen kann. Es gibt sicher einiges, was Amateurgolfer wie wir mitnehmen können. Mit Kartoffelchips in Andacht versinken und dabei entspannen ist eine Möglichkeit. Genaues Beobachten und Einordnen die Andere. Hey, wir bekommen in der stundenlangen Übertragung ja qualitativ hochwertigen Anschauungsunterricht. Mit dieser Einstellung dürft ihr Informationen aufsaugen und für euch nutzen. Nur ein kleiner Trost für die horrenden Forderungen des führenden Bezahlsenders, aber immerhin.

 

Wir sind hier, weil wir gerne Inspirationen aufnehmen und für uns verwerten. Was genau vermitteln Professionals, was wir dann mit in unser Golf nehmen können?

 

Zunächst achtet mal auf die Körpersprache. Egal wie die Schläge gewesen sind, schreitet ein Pro immer mit erhobenem Haupt und selbstbewusst über den Platz. Kurze Wutausbrüche oder Jubel in den passenden Situationen seien den Pros und auch uns als Überdruckventil gegönnt. Wir schleichen oft genug hadernd und buckelig über das Fairway und arbeiten somit mental gegen unser Spiel. Also etwas mehr Selbstbewusstsein darf schon sein, natürlich ohne direkt „trumpen“ zu müssen. Brust raus, Kopf hoch und volle Konzentration auf das Spiel.

 

Wir tun gut dran, den Spieler mit seinem Caddy als Team zu bewerten. Neben dem Selfcaddy haben wir keine direkte Unterstützung und müssen uns um viele Sachen selbst kümmern. Bunker harken, Entfernungen berechnen, Taktik auswählen, Schläger wählen, Rahmenbedingungen einschätzen, Puttlinien lesen usw. Was uns auffällt ist die recht zügige Abwicklung der gesamten Vorgänge. Zügig, konzentriert und präzise geht man durch die Runde. Auch die Wege von A nach B werden sehr zügig abgelaufen. Nun vergleicht mal euer Spiel in diesen Punkten mit dem Spiel der Pros. Die Konzentration auf die Dinge und einstudierte Routine bei den einzelnen Vorgängen (z.B. gemeinsame Besprechung der Puttline, Puttvorbereitung) sind bewundernswert und immer gleich. Es bleibt kaum Zeit für „dumme“ und ablenkende Gedanken. Also beobachtet messerscharf und versucht es auf den Platz zu bringen. Bis auf die Ergebnisse lassen sich die meisten Dinge umsetzen.

 

Hier noch ein Hinweis zur Dauer der Puttvorbereitung und Lesens Puttlinien. Ein Amateur sollte das Lesen der Linie und seine Puttvorbereitung wesentlich zügiger gestalten als ein Pro. Sei es im Amateurturnier oder besonders auf einer Privatrunde. Zu lange etwas erkennen wollen, was man vermutlich doch nicht 1 : 1 – in Bezug auf Präzision und Längenkontrolle - umsetzen kann schürt Unsicherheiten. Geht eure zügige Routine konzentriert durch und puttet. So bleibt keine Zeit für Unsicherheiten.

 

Weiterhin können wir den Pros wunderbar bei der Durchführung der einzelnen Schlagarten zusehen. Vom Drive bis zum Putt ist alles dabei. Die Unterschiedlichkeiten der Schwünge interessieren uns nur am Rande. Wir achten auf bestimmte Details / Basics und gleichen sie mit unserem Golf ab. Wir sehen Unterschiede oder Gemeinsamkeiten in den Ansprechpositionen, der Höhe von Auf- oder Durchschwung, der Weg des Schlägerkopfes bei einem Bunkerschlag, den Winkel der Unterarme bei einem Chip oder den Winkel des linken Unterarmes (Rechtshänder) beim Aufschwung. Der Weg des Putterkopfes , die Geschwindigkeit des Putterkopfes und der erzeugte Roll des Balles.  Viele Basics werden bei den Professionals korrekt und mit bestechender Präzision ausgeführt. Beobachten wir die Professionals und versuchen Details auf unser Spiel zu übertragen.

 

Halten wir uns nicht mit Dingen auf, die wir nur schwerlich umsetzen können und für ein ordentliches Amateurgolf auch nicht brauchen. Es ist toll, den Bewegungsablauf eines Pro`s für einen 300-Yard–Drive zu beobachten. Wir sind froh, wenn wir gerade über die 200er Marke kommen. Ja, auch diese Basics sind nicht falsch. Vielleicht können wir hier eine Kleinigkeit abschauen, aber einen 300-Yard-Drive kopieren wird nicht funktionieren.

 

Wir hoffen, dass Ihr vielleicht beim nächsten Mal ganz besonders auf die Details eines Turniers auf der Tour achtet und vielleicht das Ein- oder Andere für euer Golf mitnehmen könnt. Lasst euch inspirieren! Viel Spaß dabei! Euer IYG-Team!C                

 

 

 


Strategie auf Par3-Löchern

Tee-Shot mit Utily auf einem Par3. Für Könner oder Mutige. (Bildquelle: srixon.com)
Tee-Shot mit Utily auf einem Par3. Für Könner oder Mutige. (Bildquelle: srixon.com)

Wenn wir uns auf einem Course die Scorekarte anssehen, freuen wir uns auf sie. Wenn wir auf ihrem Abschlag stehen, ist die Freude verflogen. Manchmal macht sich sogar die unterschwellige Angst breit. Gemeint sind diese fiesen Par 3 Löcher, die doch einfacher sein müssen, als die anderen, oder?

 

Für uns Hacker ist genau das Gegenteil der Fall, denn ein Par 3 ist nicht nur Längentechnisch kürzer, sondern auch oft sehr gut bewacht. Bunker, Wasserhindernisse oder Beides lauern auf unsere Bälle. Und wir wissen es. Und überhaupt, was heißt kürzer? Ist das nicht relativ? Bis zur Grünmitte sind Längen zwischen 130m und 180m der Standard. Je nach Windverhältnissen wird der Teeshot zum Hop oder Top-Spielchen. Entweder der sitzt oder es sieht übel aus. Gestern noch die PGA-Tour im TV gesehen. Die Professionals bemühen für unglaubliche Längen ein für mich absolut ungeeignetes Eisen mit einem schläfrigen Schwung. Und wir? Stehen zwischem langen Eisen, Hybrid oder Fairwayholz und machen uns Stress.

 

Par 3 Löcher sind für unsereins mit am Schwersten zu spielen, weil der Abschlag sitzen muss. Das wissen wir. Die erforderliche Länge muss man sich oft hart erkämpfen und der Schlag muss präzise sitzen. Jeder Fehler wird bestraft und wenn wir Pech haben ist der Ball in Gefahr. Was für ein Stress….

 

Und nun? Jetzt bleiben wir erst einmal locker und machen uns klar, dass mit unserem Handicap das Grün doch nicht zwangsweise getroffen werden muss. Warum wollen wir uns einem hohen Risiko aussetzen und das sehr bewusst. Gerade hier wird noch einmal die Bedeutung des kurzen Spiels deutlich. Vorlegen an eine sichere Stelle und mit einem sicheren Schläger und ich bin in einer sicheren Position. Solides kurzes Spiel in Richtung Fahne und ich habe meinen Par-Putt. Einer zum Par und zwei zum sichern Bogey ins Loch. Ist doch gar keine schlechte Aussicht. Natürlich müssen die Schläge auch hier halbwegs funktionieren! Unsere Chancen sind aber besser als bei der risikoreichen Variante. Hey, wir sind Amateurgolfer!

Vorgelegt, so what?! Mit Chip an die Fahne und rein mit dem Ball!
Vorgelegt, so what?! Mit Chip an die Fahne und rein mit dem Ball!

Manchmal ist ein Par 3 recht fair angelegt und manchmal fühlen wir uns nach einigen Schlägen bärenstark. Sicher kann man es auch versuchen, wenn man sich dazu in der Lage fühlt, mit einem längerem Schläger anzugreifen. Hier sollte sich jeder Golfer gut kennen und einschätzen, um Risiko, Spaß und Nutzen abzuwägen. Einige Spieler lieben den Nervenkitzel und gehen souverän damit um, wenn es mal nicht klappt. Recoveryschläge üben hat ja auch was, oder? Und manch megalanger Putt wurde nach einer eher mäßigen Rettungsaktion zum Par gelocht. Abgerechnet wird am Schluß!

 

 

Am Par3-Tee solltet Ihr euch auf eine Variante einigen und diese konsequent durchziehen. Vorlegen ist wie Graphitschaft spielen. Manchmal eine schlaue Option.

 

Fühlt euch inspiriert, den Par 3 Löchern mit dem notwendigen Respekt zu begegnen und diese noch bewusster planen, als wir es auf den Par4 oder Par5-Löchern tun. Der Score wird es euch danken! Viel Spaß mit dieser Inspiration wünscht euch euer IYG-Team! C   


Etwas für Strategen: Slow Play & Ready Golf

 WTF! Entweder man steht hinter einem Flight der nicht vorwärts kommt und/ oder der Flight hinter uns ist rekordverdächtig unterwegs und hängt uns quasi in den Hacken. Man fühlt sich wie der Belag eines Sandwiches und kann schlecht aus dieser Situation ausbrechen. Das Durchspielen lassen käme ja in Frage, wenn sich die richtige Stelle ergeben würde oder nicht dahinter schon die nächsten Flights zum Halali auf uns Blasen! Natürlich erhöht sich dadurch ein gewisser Druck, den man bei aller schönen Theorie jedoch nicht so einfach los wird und der auch nicht gerade für die eigene Leistung förderlich ist. Man wird nervöser und hackt sich noch mehr durch die Gegend. Kommt euch irgendwie bekannt vor?

 

Was also tun als Sandwichbelag in solch unbehaglichen Situationen? Manchmal gerät man ja auf vollen Autobahnen in ähnliche Situationen. Man hat die Möglichkeit des Gas Gebens, des Abbremsens und des Spurwechsels. Auf dem Platz sollte man es ähnlich sehen und selbst alles dafür tun, durch diese unbehagliche Situation zu kommen. Und dies möglichst entspannt für ein besseres Golf mit akzeptablen Score.

 

Unsere Werkzeuge sind begrenzt, aber schon mit ein paar wesentlichen Faktoren sind wir in der Lage, das Spiel zu beschleunigen oder abzubremsen.

 

Das Abbremsen ist verhältnismäßig einfach. Nutzt die Zeit zur Entspannung in der Natur, beschäftigt euch innerhalb der Regeln mit Ausrüstung oder Platzpflege und bereitet den nächsten Schlag gewissenhafter vor als sonst. Der springende Punkt dabei ist es, dabei nicht selbst unnötig zur Bremse zu werden.

 

Es gilt, immer den Überblick auf seinen eigenen Flight, den Flight davor oder dahinter im Auge zu behalten. Dazu gehört ein konzentriertes Bewegen über dem Platz mit einer immer aktuellen Umsicht und guten Einschätzung der Situation. Der Weg zu unserem Ball kann immer schon zur Vorplanung der nächsten Aufgabe nützlich sein. Mit etwas Routine macht man das neben dem Talk über die Bundesligapartien am Vortag. Die Vorplanung beinhaltet grob und unabhängig der vermutlichen Lage des Balles die nächste Spiellinie, die in Frage kommenden Schläger, Einfluss der Windrichtung, Position der Fahne auf dem Grün usw. Mit dieser Vorplanung entscheidet man nach Begutachtung der genauen Lage des Balles wesentlich schneller und führt so im Allgemeinen auch schneller seinen Schlag aus.

 

Die allgemeine Konzentration richtet sich auch immer auf den Flightpartner und Situation in der er sich befindet. Wann laufe ich, wann stehe ich? Wo und wann kann ich dem Flightpartner bei der Ballsuche helfen, damit wir gemeinsam schneller sind? Schlage ich als nächstes, ist er dran oder sollte es besser im Vorfeld abgesprochen werden?

 

Harken von Fairwaybunkern werden vor dem Schlag geholt, so dass Sie beim Verlassen des Bunkers zur Verfügung stehen. Manchmal ergibt es sich, dass es zweckmäßig ist, dass ein Flightpartner vor dem anderen spielt, obwohl er nicht an der Reihe ist. Absprache, Zusammenarbeit und ein gemeinsames Ziel der Optimierung der Spielgeschwindigkeit des Flights sollten eigentlich kein Problem darstellen.

 

Auf dem Weg zum Grün greife ich mir schon meinen Putter und bereite ihn ggfs. vor,  indem ich die Haube abziehe. Die Pitchgabel wird aus der Hosentasche geklaubt und zum Einsatz vorbereitet. Bei der Geschwindigkeit entfernen wir auch locker 1-2 weitere Pitchmarken, die bewusst oder unbewusst vergessen wurden.  Weiter ist natürlich die bekannte Etikette rund ums Grün konzentriert einzuhalten, um euch und eure Flightpartner von Druck fernzuhalten. Das Bag vor Betreten des Grüns an die richtiger Stelle (Richtung direkte Verbindung zum nächsten Tee) abzustellen. Das Grün wird zügig wieder frei gemacht, der Score am nächsten Abschlag notiert und das „ShakeHands“ auf der 18 wird keine langatmige Verabschiedungsorgie.  

 

Wir sind wie ein Betrieb mit einer perfektionierten Ablauforganisation auf dem Platz. Was vielleicht zu Beginn noch belastend erscheint, wird euch mit etwas Routine eine erheblich Erleichterung werden.

Speedgolf muss nicht sein......
Speedgolf muss nicht sein......

Was wir selbst jetzt schon anwenden sind die Neuerungen des ReadyGolf, welches  teilweise ja schon praktiziert wird. Wer fertig ist, spielt – gerade am Abschlag eine befreiende Regelung. Zweckmäßige Abläufe auf den Grüns im Sinne des „Zuendespielens“ verhindert ewig dauerndes Markieren der wechselnden Puttkandidaten. Ebenfalls Einzug halten soll u.a. der Wegfall einer notwendigen Flaggenbedienung bei langen Putts auf dem Grün. Trefft ihr den Stock gibt’s keine Strafe. Ihr dürft natürlich weiter bedienen lassen, müsst es aber nicht.

 

Diese und auch andere Abläufe die hier nicht aufgeführt sind tragen zu einer vernünftigen und zügigen Spielgeschwindigkeit bei. An euch soll es ja wohl nicht liegen, oder? Wie mit einem Gaspedal könnt ihr die Spielgeschwindigkeit zumindest zum Teil selbst regulieren. Das Regeln, Etikette und Sicherheit weiterhin Grundprinzipien bleiben, versteht sich von selbst.

 

Ihr müsst und sollt dabei nicht hetzen, sondern euren zügigen Rhythmus finden. Diesen findet und haltet Ihr mit einer gesunden Konzentration und einem Rundum-Radarblick. Erkennt die Situationen, bevor sie passieren. Seid aufmerksam nach vorne, nach hinten und auf euch bezogen. Nehmt diese Inspiration in eure Abläufe auf und seht, wo man sich selbst verbessern kann. Viel Spaß und ein zügiges Spiel wünscht euch euer IYG-Team! C         


Strategie für Hacker

Ein „nicht sonderlich talentierter“ Golfer wird scherzhaft Hacker genannt. Sind wir irgendwie nicht alle Hacker? J  Es ist immer eine Frage der Betrachtungsweise und des eigenen Anspruchs an uns selbst. Was andere denken sollte euch aber tunlichst egal sein, wenn ihr den maximalen Spaß im Golfsport haben möchtet.

 

Also, wir tun was wir können auf dem Platz und dieses Spiel mit und gegen unsere Fehler fordert uns immer alles ab. Wie so oft und in anderen Bereichen können wir das eine besser und das andere schlechter. Wir sind ja keine Professionals. Wir denken schon halbwegs strategisch, wenn wir und Gedanken zu unserem Spiel machen und uns bewusst ist, was wir besser können und was nicht so gut. Klar -  die meisten werden sagen „Ich kann` gar nichts!“ J Das ist Quatsch und Tiefstapelei und das wisst ihr auch.

 

Also, was machen wir nun als erstes? Wir passen unsere Denk- und Spielweise optimal unserer Spielstärke an. Der Platz unterteilt sich in einzelne Bahnen.  Jeweils vom Tee bis zum Loch. Die Bahnen sind unterschiedlich lang und durch die Anordnung von Hindernissen unterschiedlich aufgebaut. Bunker rechts, Wasser links, Bäume , Sträucher oder tiefes Rough. Alle Dinge machen eine Spielbahn interessant. Ohne diese Gegebenheiten wäre der Sport wirklich öde!

 

Egal wie weit wir sind; wir wissen mit welchem Schläger wir besser oder schlechter zurechtkommen. Wir wissen auch (zumindest ungefähr), wie weit wir im optimalen Fall mit diesem Schläger kommen. Aus anderen Artikeln hier, kennt ihr vielleicht die grundsätzlichen Aufgaben des Golfspiels. Die wichtigsten Aufgaben lauten:

 

+ Den Ball ins Spiel bringen,

 

+ Den Ball transportieren,

 

+ Das Grün treffen,

 

+ Den Ball ins Loch bringen.

 

Was also tun? Die Aufgabe ist es primär, sich möglichst sicher vom Abschlag auf das Grün zu bewegen. Sekundär wollen wir dies mit möglichst wenig Schlägen tun. Je nach Spielstärke und Charakter ändern sich vielleicht die Gewichtungen, also seht die Betrachtungsweise als bloße Inspiration für euer persönliches Spiel.

 

Mit dem richtigen Schläger bringen wir uns möglichst sicher ins Spiel. Es muss kein Driver, Fairwayholz oder Hybrid sein. Es kann – gerade auch bei Anfängern – ein solides Eisen sein, welches den Ball sicher auf das Fairway bringt. Und nein, man sollte mit einem „kürzer“ zu spielenden Eisen nicht mehr auf den Ball einprügeln, damit dieser weiter fliegt. Hindernissen gehen wir aus dem Weg und sehen vor jedem Schlag die immer wieder anzupassende eigene,  „optimale“ Spiellinie. Je besser ein Spieler wird, desto besser kann er seine Möglichkeiten einschätzen, desto „aggressiver“ kann man dieses Spiel spielen. Zugegeben macht es dann immer mehr Spaß. Versucht es ein Anfänger, wird die Fehlerquote unnötig explodieren und sich der Frust breitmachen. Da wir alle schlau sind, gehen wir keine unnötigen Risiken ein und machen uns folgende Gedanken…..

 

Wie um- oder von wo überspiele ich Bunker oder Wasser? Von welcher Stelle erreichte ich den offenen Grüneingang.  Über welche Linie bringe ich den Ball möglichst sicher auf das Grün? Usw.

 

Natürlich gibt es demzufolge Spiellinien die sicherer sind als andere. Es gilt zunächst, immer wieder die jeweils sichere Spiellinie mit dem passenden Schläger zu spielen. Gerade der allgemeine „Anfängerstress“ vernichtet gern eine der Situation angepasste Sicht- und Spielweise. Mit unserer eigenen Strategie schützen wir uns vor Fehlern. So gut es geht.

 

Ein Beispiel gefällig? Der Ball landet im Rough rechts. Zum Grün sind es noch über 150m. Die direkte Spiellinie zum Grün beinhaltet mindestens 30m Roughbereich, einen Baum und einen Bunker. Es ist nun eine Entscheidung zu fällen, mit welchem Schläger ich welche Linie spiele. Die gerade genannte ist im Highhandicapper-Bereich die eher Ungünstige. High Risk! Hier gilt es Folgefehler durch weitere ungünstige Lagen zu verhindern. Die sichere Option wäre der kurze Schlag quer raus auf das Fairway. So haben wir nur 2-3 Meter Rough zu überbrücken, weniger Stress, mehr Sicherheit und eine anschließend gute Lage auf dem Fairway in Richtung Grün. Ihr müsst euch nur bewusst für diese Variante entscheiden.    

 

Die Message von unserem Freund Olli Frenkel passt hier gut in unseren Schlachtplan. Die Lösung ist das Ziel! In unserer Situation bedeutet dies immer die richtige Lösung neu zu bewerten und viele kleine richtige Zwischenziele zu definieren. „Egal wann und wo das Problem entstanden ist.“ – Der letzte Fehler spielt keine Rolle mehr. Wir ärgern uns nicht unnötig, denn der nächste Schlag ist nun der Wichtigste! „Und dann dafür zu sorgen, dass der Scheiss möglichst nicht wiederkommt!“. Dieser Satz appeliert an unseren Verstand. Er bedeutet nicht, dass wir den Fehler ungewollt nicht wiederholen können. Nein, wir können mit (für uns) richtiger Strategie eine Menge dazu tun, dass wir unsere Fehlerquote senken.

Hacken wir uns also weiter mit Strategie über die Fairways wie Napoleon auf dem Schlachtfeld. Und mit der richtigen Einstellung werdet ihr kein Waterloo erleben, sondern euch stetig verbessern. Viel Spaß mit dieser Inspiration vom Inspire your Golf Team! C 


Strategie Basics

Martin kennt vor dem Abschlag seine Strategie für das zu spielende Loch.
Martin kennt vor dem Abschlag seine Strategie für das zu spielende Loch.

Strategie im Golf! Sind wir hier auf dem Schlachtfeld? Irgendwie ja, oder? Der Begriff hat tatsächlich militärischen Ursprung und bedeutet nach Wikipedia:  „genauer Plan für die Handlungen, mit denen man ein (militärisches) Ziel verwirklichen will.“ Das passt irgendwie zum Golf und lässt sich nicht nur auf Professionals übertragen. Nun, gerade Amateure dürften mit Strategie ihr Golfspiel deutlich verbessern. Strategie hilft, möglichst sicher und mit möglichst wenig Schlägen gut vom Tee in das Loch zu kommen. Wenn Ihr euch mit Strategie befasst, solltet ihr zunächst offen für die Thematik sein und euch vorstellen können, dass der Baustein Strategie (im Golf) auch für euer Spiel einen Nutzen haben kann. Nur weil man Amateur ist, oder sogar gerade eben die PE geschafft hat, heißt es nicht, dass Strategie  nur für die „besseren Golfer“ (was immer das sein mag)  geeignet ist. Warum nicht? Lest selbst…

 

Hier sind einige Ansatzpunkte zum Einstieg:

 

Strategie optimiert und berücksichtigt zunächst Deine individuellen Fähigkeiten. Dies bedeutet, dass man generell mit einem Plan oder einer Systematik sein Ziel besser erreichen kann.

 

Strategie ist gleichermaßen Voraussicht und flexibles Handeln. Die Fähigkeit der Voraussicht im Golfsport ist bereits am Tee von Vorteil. Wie genau möchte ich die vor mir liegende Bahn spielen. Welche Hindernisse erwarten mich und welche generellen Längen mit meinen unterschiedlichen Schlägern habe ich dazu zur Verfügung? Gibt es nur eine riskante Variante oder auch den für mich etwas sicheren Weg? Welche Spiellinie zeichnet sich vor meinem geistigen Auge ab? Das sind schon einige Gedankengänge, die vor dem ersten Abschlag bedacht werden sollten. Bitte nie im Schwung selbst!

 

Strategie kann und muss sich ändern, wenn der ursprüngliche Plan aufgrund eines Fehlschlages etc. nicht mehr eingehalten werden kann.  Da der nächste Schlag im Golf immer der Wichtigste ist, stehe ich nach einem Fehlschlag möglicherweise vor einer neuen Situation, die nun einen neuen Plan erfordert.

 

Strategie ist das Abwägen von Risiko und Nutzen. Was bringt mir ein höheres Risiko mit einem schwerer zu spielenden Schläger? Ist eine defensive Variante im vorliegenden Fall nicht besser für mich? Schon auf dem Weg zum Ball können mögliche Varianten gegeneinander abgewogen werden. Entscheiden sollte man jedoch immer erst, wenn man die Lage des Balles gesehen hat, die oftmals einen großen Einfluss auf unsere Strategie haben kann.

 

Falkenstein, Quelle HGC
Falkenstein, Quelle HGC

Strategie bedeutet sich verschiedener Möglichkeiten bewusst zu sein, sich bewusst für eine Möglichkeit zu entscheiden und konsequent zu handeln. Es darf sich keine Unsicherheit ausbreiten. Und wenn man nicht weiß, welche von z.B. zwei Möglichkeiten nun die bessere ist,  sollte man sich ganz bewusst auf eine Variante festlegen und an diese Variante glauben, egal nach welchen Gesichtspunkten man eher zu der einen oder anderen Variante tendiert (Bauch / Kopf). Hier fließt oftmals der individuelle Charakter des Golfspielers ein, der von seiner Natur aus z.B. etwas mehr oder weniger aggressiv an sein Spiel herangeht.

 

Strategie ist, den Weg zum Ziel durchdacht in Teilziele zu untergliedern und die Teilziele nach und nach anzusteuern. Gerade im Golfsport lässt sich dieser Ansatz perfekt nachvollziehen. Da wir wohl kaum in der Lage sind, den Ball vom Abschlag ins Loch zu befördern,  teilen wir die Bahn auf und unterteilen die Spiellinie in Abschnitte mit entsprechenden  Zielbereichen,  wo wir die einzelnen Schläge in Voraussicht aller individuellen Möglichkeiten hinschlagen werden* . (*Mentaler Ansatz)

 

So, das war zum Einstieg unsere Betrachtung der Strategie-Basics. Im nächsten Teil gehen wir noch etwas spezieller auf Inhalte ein. Weiterhin werden später konkrete Inspirationen für euer Training hier erscheinen, also bleibt am Ball und INSPIRE your GOLF! C