Putting Allgemein



Die Lego - Putthilfe

Es ist kein Geheimnis – Putten ist eines der wichtigsten Elemente des Golfspiels. Hier kann man Schläge einsparen ohne Ende, wenn es denn funktioniert. Damit es funktioniert müssen wir uns mit unserem Putting akribisch beschäftigen und viel trainieren. Das Gute dabei ist, dass Puttübungen, die in Fleisch und Blut übergehen sollen, schön zu Hause trainiert werden können. Auf dem Teppich oder einer Puttingmatte. Natürlich können wir selten lange Putts aus – sagen wir mal – 12 Metern trainieren, aber wichtige Elemente sind immer machbar.

 

Gerade die Basics lassen sich zu Hause gut trainineren. Ansprechposition, Ball- und Augenposition, Griff und Körperhaltung allgemein. In unserem „Putting-Guide“ haben wir uns schon näher mit diesen Elementen beschäftigt.

 

Für Amateure ist es immer gut zu wissen, wo Schläge auf dem Grün gelassen werden. Dazu ist analytische Kenntnis  über euer Putting natürlich Gold wert. Alle Amateure kennen die Situation und ärgern sich auf dem Grün, wenn kürzere und machbare Putts sprichwörtlich versemmelt werden. Hier fehlte es an dem Quäntchen Konzentration und die dadurch sabotierte Präzision. Nur zum Verständnis: Verschiebt ihr auf jedem zweiten Grün einen kurzen Putt, habt ihr mindestens neun Schläge mehr auf dem Konto als eingeplant.

 

OK, aber wir können kurze oder kürzere Putts schön trainineren und wollen das auch tun. Als Hilfsmittel gibt es verschiedene Arten von „Zimmerlöchern“ und nicht ganz kostenneutralen  Gadgets. Vorab sei noch mal klargestellt, dass wie beim Schlägerkauf jeder für sich entscheiden muss, was für ihn im Preis-Leistungs-Sektor in Frage kommt. Wie beim Golfen selber halten wir es mit unserer kreativen Keep-it-simple-Einstellung.

Für kurze Präzisionsputts reicht uns neben den herkömmlichen Zimmerlöchern, eine selbst gebastelte Übungshilfe aus den größeren Lego-Duplo-Steinen. Hier lassen sich verschiedene Gebilde basteln und neben dem Kind im Golfer sind wir in der Lage, und brauchbare Übungsgebilde zu fertigen.

 

Diese kostenneutrale Variante haben wir vielleicht selbst noch irgendwo im Haushalt versteckt, oder wir kennen Bekannte, deren Kinder diese Steine entbehren können. Sollte alles nicht der Fall sein, wird man sicher bei Ebay Kleinanzeigen fündig und kann hier für „nen Appel und nen Ei“ ganz brauchbares Material beschaffen.

 

Mit den Legosteinen sind die Vergrößerungen und Verkleinerungen natürlich nicht stufenlos zu justieren. Aber ehrlich? Für unsere Zwecke reicht es!

 

Nicht zu vergessen ist, dass es sich bei allen Geräten nur um Übungshilfen handelt. Üben müsst ihr immer selber, egal wie die hoch Übungshilfe zu Buche schlägt. Ihr erwerbt damit nicht automatisch die Fertigkeiten, die ihr euch aneignen möchtet. Gerade im Golfbereich lauern viele versteckte Marketingfallen und es lohnt sich immer, über Sinn, Zweck und Kosten nachzudenken! Wie und wofür man sich entscheidet, bleibt einem natürlich selbst überlassen.

 

Wir basteln uns also unsere Übungshilfe mit Legosteinen und trainieren effizient mit Köpfchen! Hier nochmal zum Schluss die aus unserer Sicht wichtigsten Punkte:

 

+ Zweckmäßige Routine aneignen,

+ Jeden kurzen Putt konzentriert und mit Routine spielen,

+ Möglichst nur einen Ball verwenden.

 

Und für das Spiel auf den Grüns selbst:

Wenn ihr auf dem Grün angekommen seid, spielt das Grün ordentlich, konzentriert und mit eurer Routine zu Ende! Vermeidet den Fehler, husch, husch „mal eben zu Ende machen“ zu wollen, um schnell zum nächsten Abschlag zu kommen.

 

Dies gilt insbesondere für die kurzen Putts, die genauso zu Buche schlagen, wie der 230m-Drive!

 

Viel Spaß mit dieser Inspiration und beim Basteln wünscht euch euer IYG-Team!

 


Putten ohne Sweet Spot

Heute wollen wir mal wieder eine eher ungewöhnliche Inspiration vorstellen. Hier mal wieder zum Thema Putting, mit welchem man sich nicht genug beschäftigen kann. Schulbuch sieht vermutlich anders aus, aber seht selbst, ob Ihr euch wieder erkennt und von der Inspiration etwas mitnehmen könnt.

 

Ihr kennt das vermutlich alle. Der Putt aus einem Meter vor dem Loch, ziemlich gerade und auf jeden Fall machbar. Die Puttlinie wird zur Sicherheit nochmal kontrolliert und ihr wisst, was ihr zu beachten habt.

 

Volle Konzentration, ein paar Probe“schwünge“ für das Feintuning und eure Ansprechposition sind beachtet. Ihr macht den Putt mit eurer natürlichen Pendelbewegung aus der Schulter und zieht den Putt knapp vorbei!

 

Was ist passiert? Eine minimale Irritation in der Pendelbewegung und ein ziemlich sauber getroffener Sweetspot am Putterkopf. Zack, geht er links am Loch vorbei, obwohl er doch machbar gewesen ist. Shit!

 

Probiert hier auf dem Puttinggrün einmal folgende Technik. Versetzt in der Ansprechposition den Ball leicht Richtung Spitze des Putterkopfes. Wie gesagt leicht; und schaut was passiert. Der Ball wird beim Putt dort und nicht im Sweetspot getroffen. Gerade Tendenzen nach links lassen sich ganz gut ausgleichen. Vermutlich wird sich das Schulbuch gerade selbst entflammen, aber wir haben diese Technik bereits erfolgreich angewendet. Der so gut getroffene Ball bleibt auf der Distanz gerader. Aber Vorsicht! Er lässt sich auch gerne nach rechts rausdrücken!

 

Probiert verschiedene Ballpositionen am Putterkopf einmal aus und beobachtet die Abgangsrichtung des Balles! Zu weit nach außen angesetzt oder mit mehr Pendeleinsatz für lange Putts wird der Ball rechts vom Ziel bleiben.

 

Wie wir bereits auch angesprochen haben, ist diese Technik auch hervorragend bei Bergab-Putts auf schnellen Grüns geeignet. Der Ball wird  mit Rollweg Bergab natürlich schneller. Erdanziehungsraft, Physik und so. Dosieren ist hier immer schwer. Ein Sweetspottreffer lässt den Ball von Beginn an zu schnell werden und über das Loch hinausrollen. Bei solchen Situationen – die natürlich vorher trainiert werden sollten – bietet sich der Richtung  Putterkopfspitze getroffene Ball an. Der Treffpunkt entschärft die Anfangsgeschwindigkeit und lässt die Länge des Putts in solchen Situationen etwas besser dosieren.

 

Nehmt diese Inspiration gerne in euer Training auf und schaut, wie ihr mit eurer Puttbewegung damit klar kommt! Nochmal – ein vorhergehendes Training wird wärmstens empfohlen! Beobachtetdie Abgangsrichtung des Balles gut, besonders bei verschiedenen Treffpunkten auf kurzer Distanz zum Loch.

 

Viel Spaß mit dieser Inspiration und viel Erfolg auf den Grüns!

Euer IYG-Team!          


Puttstatistik

Im Winter haben wir nicht nur von wilden Dingen geträumt, sondern auch von tollen Grüns, auf denen die Bälle laufen wie in Augusta. Problem ist, dass wir spätestens jetzt im Frühling wieder ordentliche Grüns haben und durch die Inspireyourgolf-Beiträge zwar ordentlich putten, in Augusta jedoch vermutlich weinend das Grün verlassen würden. Glaubt uns, es ist besser auf den europäischen Grüns in gutem Zustand zu putten und hier alles zu geben, was wir haben.

 

Manchmal kommen wir von der Runde und haben bereits ein gutes, mittleres oder schlechtes Gefühl zu unserem Putting. Da wir megaschlau sind, haben wir Score und Puttwerte notiert, um durch unsere Analysen wertvolle Informationen zu erhalten. Wir tun und schwer damit, wenn wir das Gefühl haben, wie ein PE-Schüler geputtet zu haben und manchmal gehen wir als „Boss“ vom  18. Grün, weil wir uns wie Jordan Spieth fühlen, der durch Mega-Putts mal wieder ein Turnier gewonnen hat. Thats Golf!

 

So sind wir letztens auf schöne Infos gestoßen, die uns interessiert haben und euch vielleicht auch interessieren könnten. Es gibt nämlich viele schlaue Leute, die sich bereits mit Putting und Analyse allgemein auseinandergesetzt haben.  Hier habe ich Tabellen zur Selbstbewertung gefunden. Leider können wir nicht den Ersteller dieser Werte wieder finden, sonst hätten wir ihn gerne genannt.

 

OK, Wie schätzen wir also unsere Leistung in Bezug auf unser Handicap ein?

 

Wir konzentrieren uns bei den Tabellen erst einmal nur auf die durchschnittlichen Putts hier in Bezug auf unser HCP und unsere durchschnittlichen Puttwerte, die ihr hoffentlich fleissig ermittelt!

 

Folgende Tabellen geben euch hier mal ein paar Hinweise zur Einordnung eurer Leistung auf den Grüns. In der ersten Tabelle werden neben dem HCP und der Anzahl der Putts auch die GIR – und über Par Werte aufgeführt. Vergleicht selbst und konzentriert euch erst mal nur auf euer Handicap und die Anzahl der Putts.  Bei HCP 36 wird also ein durchschnittlicher Wert von 41 Putts pro Runde (PpR) angegeben. Bei HCP 18 sind es schon oder nur 35 Putts.

 

HCP

GIR

Nicht  GIR

Par oder

besser

Über Par

Putts

36

0

18

0

18

41

18

3

15

5

13

35

9

8

10

10

8

32

4,5

10

8

12

6

30

0

12

6

15

3

29

 

Mit einer überschlagenden Berechnung könnt ihr hier die Tabelle für den höheren Handicapbereich erweitern. Für ein HCP von 54 komme ich hier auf etwa 48 Putts (ohne Gewähr). Aber macht euch nicht kirre. Es ist nur ein Anhalt. Für eine feinere Analyse sind natürlich auch GIRs etc. erforderlich.

 

So könnt ihr eure Schläge auch bei Annäherungen liegen lassen, die zu weit von der Fahne landen.  

 

Interessanter wird hier die zweite Tabelle, wo die durchschnittlichen Puttwerte unter HCP 23 aufgeführt werden. Unterschiede zwischen den beiden Tabellen müssten hier durch die oben genannten Gründe entstanden sein. Der prozentuale Anteil der Putts am Score ist für das allgemeine Verständnis wichtig, dem Putter und das Training mit ihm auch seine angemessene Bedeutung zukommen zu lassen.   

 

Putts

Score

HCP

%-Anteil der Putts

 

37

95

23

38,9

36

92

20

39,1

35

88

16

39,8

34

86

14

39,5

33

83

11

39,8

32

80

8

40,0

31

77

5

40,3

30

74

2

40,5

29

71

-1

40,8

28

48

-4

41,2

 

Hier können wir ebenfalls die Tabelle überschlagend erweitern und landen hier z.B. bei der Grenze von 40 Putts bei einem ungefähren HCP-Wert von 35. Kommt das bei euch hin?

 

Im Vergleich zur oberen Tabelle HCP36/40 Putts also schon vergleichbar.

 

Bei fiktiven 40 Putts auf 18 Grüns habt ihr eine Puttquote von 2,22. Als Singlehandicapper mit HCP 9 in der oberen Tabelle sinkt die Quote auf 1,77.

 

Die Quote bei HCP 54 liegt folglich bei 2,67 Putts pro Grün. Und was lernen wir draus? Zunächst ist persönliches dokumentieren ein wichtiger Faktor für unser Training, welches mit einer schonungslosen Analyse der eigenen Fähigkeiten aufzeigt, aber auch Trainingserfolge in Zahlen ausdrückt.

 

Zum Abschluss sei nochmal separat darauf hingewiesen, dass die Tabellen nur Anhalte sind. Es geht in erster Linie um euer persönliches Golf mit einer Möglichkeit, Bedarf und Entwicklungen sichtbar zu machen. Macht was draus! So long, euer IYG-Team! 

 


Die Puttleiste

Ist euer Putten verbesserungswürdig? Geht Ihr oft mit Dreiputts vom Grün? Dann haben wir vielleicht einen Tipp für euch?! Oftmals liegt es ja an der Distanzkontrolle des ersten Putts. Wir raten euch ja immer schön dazu, euer Spiel zu dokumentieren und zu analysieren. Lassen wir für diesen Tipp mal die Gründe für die weiten Entfernungen ganz außer Acht. Ihr wisst automatisch, dass die Gründe für einen Monsterputt auch meist bei der Qualität der Annäherungen liegen. Aber wie es das Spiel halt so will, liegen wir öfter weiter von der Fahne weg, als wir möchten. Wie alle Golfer träumen wir davon, bereits  den langen Putt gnadenlos zu versenken. Hallo! Aufwachen! Seien wir realistisch und geben und mit Zweiputts zufrieden, von denen der erste sicher nah an das Loch gespielt wurde. Im Optimalfall liegt der erste Putt dann hinter dem Loch, damit er zumindest die Chance hatte zu fallen. Es soll sogar Glücksmomente geben, an denen er es tatsächlich tut. Da wir und aber nicht darauf verlassen wollen, gehen wir auf Nummer sicher und wollen es nicht erzwingen. In meinem Keep it simple – Gehirn heisst es bei größeren Distanzen immer : Einen ran und einen rein. Wäre da nicht die verflixte Längenkontrolle.

Grüns lesen und Ausrichtung – Geschenkt. Aber bei der Längenkontrolle hadern wir sehr oft. Wir weisen noch einmal auf unseren Putting Guide hin, der sich intensiv mit der großen Kunst des Puttens auseinandersetzt.

Nun aber zu unserem Tipp für eine bessere Längenkontrolle. Verinnerlicht, woran es bei einem zu langen oder zu kurz gebliebenen Putt liegt. Die Pendelbewegung – bei mir durch den Crosshanded-Griff (siehe Artikel) übrigens optimiert - können wir quasi auf dem Gästeklo, also fast überall einstudieren. Die Abstimmung zwischen Rückschwung und Durchschwung ist es, die wir hier mit unserer Puttleiste üben. Klar haben wir schon mal von der 1/3 – 2/3 – Aufteilung gehört, aber es fällt oft schwer, diese umzusetzen bzw. anzuwenden.

 

Mit einem Ausrichtungsstick können wir den Pendelweg des Schlägerkopfes wunderbar üben. Analog sind natürlich auch andere Stangen, Leisten , was auch immer förderlich. Wir haben also zunächst mittig des Sticks einen schwarzen Nullpunkt für die Ballposition markiert. In drei, auch farblich zu unterscheidenden Abstufungen sind hier drei unterschiedliche Rückschwunglängen markiert. In unserem Beispiel sind es etwa:

 

Blau = 10 cm

Grün = 15 cm

Rot = 20 cm

 

Das Pendant, ebenfalls mit derselben Farbe markiert befindet sich am Ende des Durchschwungweges. Hier in unserem Beispiel bei:

 

Blau = 15 cm

Grün = 25 cm

Rot = 30 cm

 

Trainiert die unterschiedlichen Pendelwege und beobachtet die Rolllängen. Denkt dran, dass unterschiedliche Grüns auch unterschiedlichen Roll verschaffen. Aber ihr erhaltet mit den abgestuften Rückschwung- und Durchschwunglängen im Verhältnis zu eurem tatsächlich angewandten Pendelschwung ein Gefühl für die Abstimmung des Schwunges. Um das Gefühl zu schulen, testet absichtlich extrem lasche Schwünge mit lockerem Griff, extrem feste Schwünge mit starkem Griff und natürlich die goldene Mitte dazwischen. Beobachtet die Puttlängen und entwickelt eure (besser) funktionierende Technik für Distanzkontrolle.

 

Wichtig ist, dass ihr euch die Markierungen der Längen einprägt und später diese ohne den Stick konsequent anwendet. Man sollte die bestenfalls die Abstufungen vor seinem geistigen Auge auf dem Grün sehen. Dass die Bewegung des Putterkopfes konsequent – bedeutet nicht fest – durch den Ball geht, versteht sich von selbst.

Die Markierungen lassen sich natürlich noch „erweitern“, also auf einen jeweils längeren Rück- und Durchschwung.  Aber legt euch die Basis mittels dieser Markierungen an einem Stick o.ä. Wer daran denkt, sich etwas anderes zu besorgen, überlegt noch einmal, wie vielseitig solch ein Ausrichtungsstick einsetzbar ist! Ein zweiter Stick könnte ca. 50 cm hinter das Loch quer platziert werden, und euch Feedback geben, ob ein Putt zu lang gerät.

 

Wir wünschen euch viel Spaß mit dieser Inspiration, ein fleißiges Training und einen Bombenprofit auf den Grüns! So long, Euer IYG-Team.C


Basic Instinct Putting

Srixon Player Søren Kjeldsen
Srixon Player Søren Kjeldsen

Da sind wir wieder. Eine machbare Entfernung zum Grün, ein kleiner Fehler oder eine Unzulänglichkeit in der Annäherung folgt. Schon liegen wir auf diesem riesigen Grün / oder Vorgrün gefühlte Lichtjahre vom Pin entfernt und haben einen absoluten Monsterputt vor uns. Die kürzeren haben wir ja so halbwegs drauf, aber so ein Putt? Auf dem Weg zum Grün beschleicht uns schon die Sorge über den Schlagverlust durch Dreiputt oder Schlimmeres. „Wären wir doch schon sicher im Loch“… oder ähnliche Gedanken machen sich breit. Wie soll ich den Putt berechnen? Was ist nun zu tun?

 

Nicht verzagen – Søren fragen lautet unsere Inspiration für dieses Szenario. Wir haben das irgendwo mal aufgeschnappt und wollen es gerne an euch weitergeben. Gemeint ist der dänische Golfpro Søren Kjeldsen, der nach unseren Informationen eine eher unorthodoxe Methode des Puttens im modernen Golfsport zelebriert. Was macht er denn genau? Das wollen wir uns ansehen und als Inspiration mit auf die nächsten Runden nehmen.

 

SK gibt an, auf den Grüns seinen Instinkten zu vertrauen. Wir meinen, dass diese Methode hervorragend für die beschriebene Situation ist und jeder Golfer die Methode bereits unbewusst einsetzt. Manche nennen es einfach nur Gefühl. Bei der Monsterputtsituation ist natürlich auch die Bewertung des evtl. vorhandenen Breaks vorab nicht ganz unwichtig. Was oder wie setzt SK seine Instinkte denn ein? Unser Golfpro ist der Überzeugung, dass eine natürliche Lockerheit und Ungezwungenheit extrem wichtig ist. Was der Kopf in anderen Situationen leistet, kann er auch auf dem Puttinggrün leisten. Beispiel?

 

Beim Wurf eines Gegenstandes in einen Papierkorb denken wir nicht großartig nach. Wir haben den Gegenstand in der Hand, fühlen sein Gewicht und  werfen ihn instinktiv in den Papierkorb. Auch beim Boule wirft man die Kugel instinktiv, sprich nach Gefühl ohne sich meist zu viel Gedanken gemacht zu haben. Ganz locker.

 

Bei Monsterputts ist es wichtig, sich nicht zuviel mit einer sauberen Technik auseinanderzusetzen. Die Dosierung der Länge ist hier die Primäraufgabe. Den Ball für einen Zweiputt in Lochnähe bringen wäre ein voller Erfolg. Wie würde man einen Golfball werfen? Würde man sich ebenso viele Gedanken dazu machen, oder eher instinktiv schauen und werfen?

 

Vertraut eurem Gefühl, so wie auch Jordan Spieth seinem Gefühl vertraut hat, als er während des Putts nur auf das Loch blickte. Den Instinkt habt ihr – man muss ihm nur noch vertrauen, ihn ran- und machen lassen. Macht es nicht zu perfekt und keine Wissenschaft draus. Schauen, in Ansprechposition gehen, nochmals schauen und locker putten. Es sollte natürlich nicht zum Speed-Putting ausarten… Ihr werdet schon das richtige Tempo finden und es bewusst geschehen lassen.

 

Und nun raus auf den Platz oder das große Puttinggrün und einmal Monsterputts nach Søren Kjeldsen`s  Basic Instinct Putting Methode trainiert.

 

Übrigens vertraut er dieser Methode auch seine kürzeren Putts an. Wir beschäftigen uns aber erst einmal mit der Umsetzung für diese Aufgabe und vielleicht mit den Annäherungen, die uns in diese Situation gebracht haben. J Viel Spaß und Erfolg wünscht euch euer IYG-Team! C 

 


Inspire your Putting Grip

Bild JS by NYTimes
Bild JS by NYTimes

Unser Score wird auf den Grüns verdient. Meistens jedenfalls. Gutes Putting ist eine Bank – für Professionals und Amateure. Neben unserer, noch nicht beendeten Serie „My Putting Guide“, wollen wir heute eine Inspiration aufnehmen, die wir selbst jetzt gerade testen und uns vielleicht auch dauerhaft aneignen möchten. Gutes Putten hat mit Stabilität zu tun. Ein Unsicherheitsfaktor sind immer Griff und Handgelenke, die den Übergang der Puttbewegung auf den Schläger managen. Neulich beobachtete ich bei der Aufzeichnung eines Golfturniers der PGA Tour ganz genau den genial puttenden Jordan Spieth. Mit dem Crosshanded-Griff puttete er wie vom anderen Stern. Ich musste mich an das Putting unseres Top-Spielers im Club erinnern, der diese Technik nutzt und ebenfalls grandios puttet. Damals verspürte ich bei Crosshanded-Probeputts irgendwie ein Unbehagen. Das war nicht meins. Offensichtlich war mein Kopf noch nicht soweit. Nach der Aufzeichnung ging ich in meinen Putting-Keller und testete mit unterschiedlichen Puttern mal neue Putting-Griffe. Sergio Garcias „Klaue“ war auch dabei. Die Ergebnisse und das Gefühl waren besser als erwartet. Also Inspiration aufnehmen, testen und für die beste Variante entscheiden. Auch wenn es bei dem alten, herkömmlichen Griff bleibt. Entwicklung nach vorne basiert u.a. auf Offenheit einem neuen Thema gegenüber und dem Mut zur Veränderung.  Macht ihr mit? Also schauen wir uns erst einmal in Frage kommende Griffe genauer an, um dann eine Testphase auf den Grüns einzuleiten und dann eine bewusste Entscheidung für oder gegen einen Griff zu treffen. Lets go!

Wir starten erst einmal mit dem herkömmlich traditionellen Griff. Hier liegen beide Daumen mittig auf dem Griff und beide Handrücken recht parallel zueinander. Wir gehen hier mal von Rechtshändern aus, also ist die linke Hand wie bei jedem Schläger über der rechten Hand. Sorry, Linkshänder; ihr müsst jetzt mal für euch umdenken. Der linke Zeigefinger wird oft über die Finger der rechten Hand gelegt, um so eine bessere Einheit beider Hände und Putter herzustellen. Interlocking oder Baseballgriff gehen nach individuellem Gefühl aber auch. Buisness as usual halt. Diesen Griff habe ich so gelernt und jahrelang angewendet, ohne mir großartig Gedanken über einen anderen Griff zu machen. Jetzt wollen wir mal sehen…

Crosshanded-Putten ist nicht nur auf der PGA Tour angekommen. Was also hat es mit diesem Griff auf sich? Die linke Hand befindet sich hier bei Rechtshändern unterhalb der rechten und der rechte Zeigefinger wird oft über die Finger der linken Hand gelegt. Andere Kleinfingerspielchen sind hier auch wieder Gefühlssache. Die Handrücken sind auch recht parallel zueinander. Bei dieser Position hängt die rechte Schulter nicht automatisch tiefer als die linke und führt zu einer horizontalen Schulterachse, welches für sauberes Zielen und einen guten Treffmoment nützlich ist.  Weiterhin nimmt dieser Griff eine sehr dominante rechte Hand (Rechtshänder) aus dem Spiel. Dies war und ist eines meiner Hauptprobleme. Der Crosshanded-Griff stabilisiert die Handgelenke und führt zu einem besseren Pendelschwung ohne diese dominante rechte Hand. Die erste Runde mit diesem Griff hat ganz klar bestätigt, dass eine hervorragende Richtungskontrolle, guter Treffmoment / Roll aber noch gewöhnungsbedürftige Längenkontrolle. Ebenso muss ich persönlich noch einmal sehen, wo ich Finger bei diesem Griff genau positioniere. Aber alles ausbaufähig mit ner guten Basis. Der Crosshanded-Griff half mir besonders bei den kurzen Putts, die schön auf der Linie waren. Etwas komisch ist die Umstellung, auf dem Grün anders zu greifen, als bei den übrigen Schlägen. Ich bleibe auf jeden Fall am Ball.

Bild: SG by NYTimes
Bild: SG by NYTimes

Etwas Außergewöhnlicher ist der Griff des amtierenden Masters-Champions Sergio Garcia. Er hatte jahrelang mit seinem Putting gehadert und scheint zwischendurch mit „der Klaue“ bestens zurecht gekommen zu sein. Beim Klauengriff greift der Rechtshänder mit der linken Hand wieder oben und setzt die rechte Hand als Führhand mit lockeren und abgespreizten Fingern darunter an den Griff. Das Zusammenspiel beider Hände gibt erstaunlich viel Stabilität und lässt eine weiche und saubere Puttbewegung zu. Wenn man hier seine Finger wieder ordentlich „unterbringt“, lässt sich damit hervorragend Putten. Falls ihr euch einmal mit Puttergriffen beschäftigen möchtet, sollte „The Claw“ nicht fehlen, auch wenn Sergio Garcia mittlerweile schon wieder anders greift.  

Andere, eher unorthodoxe Grifftechniken können ebenfalls erfolgreich sein. Hier ist natürlich das subjektive Empfinden des Spielers ausschlaggebend, der sich mit einer solchen aber brauchbaren Technik beschäftigt. Das Fixieren am Unterarm ist eine dieser Techniken. Gerade mit den längeren Belly-Puttern lässt sich das Fixieren des Schaftendes gegen den Unterarm sehr gut durchführen. Falls sich jemand hier für Bernhard Langers Technik mit dem Besenstiel-Putter interessiert, wäre das auch nochmal ein Thema für sich. Wer sich für eine andere Technik entscheidet, spart sich sicherlich Diskussionen über den Einsatz dieses Putters. Langer ist einer der wenigen, die nach der Regeländerung (Anchoring-Verbot) den Putter mit leicht veränderter Technik und regelkonform spielt. Der ehemalige „Besenputter“ Adam Scott ist nach dieser Regeländerung  übrigens auch bei der „Klaue“ gelandet.

 

Wenn wir uns über Grifftechniken unterhalten, sollten wir auch immer drei  weitere Punkte im Auge behalten. Zum einen die Dicke des Griffes und zum anderen die Länge des Putters. Weiterhin Gewicht / Kopfform des Putters. Alle baulich bedingten Optionen unterstützen, auch abhängig von körperlichen Eigenschaften und dem angewendeten Griff, den Putt als solches. Das Zielen mit einem kurzen Putter wird durch den Augenabstand zum Ball verbessert, ein dickerer Griff sorgt im Allgemeinen für mehr Stabilität in der Puttbewegung. Auch ein etwas schwereres Mallet-Modell lässt sich verallgemeinert besser in die Zielrichtung pendeln als ein leichterer Blade-Putterkopf. Die ausgewählte Grifftechnik wirkt sich wieder unterschiedlich auf die drei genannten Punkte aus. Alles muss zusammenpassen und sich gut anfühlen. Klingt auch irgendwie logisch. Ich teste die  unterschiedlichen Griffe derzeit mit ganz unterschiedlichen Puttermodellen, um hier Erfahrungen zu sammeln.              

So, nun haben wir eine ganze Menge über Puttergriffe und Co. erfahren. Jetzt sollten wir uns einfach mal trauen, eine neue Technik und vielleicht Verbesserung zuzulassen. Fakt ist, wer mit seinem Putting und den Puttwerten zufrieden ist, der sollte möglichst wenig ändern. Fragt Corey Pavin auf der amerikanischen Seniorentour. Er spielt seit Ewigkeiten mit dem gleichen Minigolfschlägerähnlichen-Puttermodell und derselben Putt-Technik. Alles eine Frage der Philosphie und des Ergebnisses. Ihr, als Amateure könnt für die Grifftests eure Puttwerte auf der Runde notieren oder wieder Übungen aus dem Booklet „Mein Golf Training“ anwenden. „Hit the Hall“ und „Circle-Putting“ sind zwei gute Übungen auf dem Putting-Green. Auch der Zock auf die 18 Übungslöcher des Puttinggreens (gegen Score oder Gegner) ist wunderbar geeignet. Lasst euch also inspirieren und schaut, ob euch ein Wechsel des Griffes angenehm ist und die Ergebnisse Potential versprechen.

 

Falls dem nicht so ist, habt ihr für euch vermutlich den richtigen Griff gefunden und solltet dabei bleiben. Wechselt ggfs. aber nicht zu früh zurück. Die Verfeinerung der Technik erfordert natürlich ein gewisses Einspielen. Wir wünschen euch viel Mut, Durchhaltevermögen und Erfolg! C  

 


Unsere Basics

Wir wissen es alle – den Putter hat man ziemlich oft in der Hand und deshalb ist er auch ein überaus wichtiger Schläger. Aber behandeln wir ihn auch so? Schenken wir den Putts genau so viel Aufmerksamkeit wie den Drives z.B.? Das ist ja das Gemeine, dass ein 15 cm-Putt auf der Scorekarte genauso wertig ist wie der 270m-Drive. Ok, das kennen nur die Longhitter, also sagen wir mal 200m –Drives. Ihr wisst was ich meine. Natürlich wisst ihr es! Wie viele Artikel oder Bücher haben wir gelesen? Wie viele Filmchen angesehen? Und doch verzweifeln wir manchmal. Manchmal sogar öfter.

 

Was würden wir nur darum geben, ordentlich putten zu können.  Wie viele Schläge ließen sich einsparen? Nun, wie auch in anderen Beiträgen hier erwähnt, sind die entscheidenden Barrieren immer im Kopf des Golfers verankert. Auch  unser „Putting Guide“ berichtet davon und bietet Ansätze sowie Inspirationen.

 

Einer der wichtigsten Punkte ist immer, das Putting nicht nur auf Papier oder am Rechner ernst zu nehmen, sondern auch auf dem Grün. Das Abrufen von Technik, Vorstellungskraft und  mentaler Stärke zum richtigen Zeitpunkt. Das wäre es!

 

Aber was ist das Putten überhaupt? Das Spielen des Balls mit dem niedrig gelofteten Putter auf dem kurzgeschorenen Grün. Na klar – und weiter? Abgerufen werden soll die Präzision der Bewegung, mit der der Ball über verschiedene Richtungen (Breaks) und Entfernungen zum Loch rollt. Wir wissen selbst, dass dafür nicht nur die Fähigkeit gehört, den Ball so  technisch sauber zu spielen, wie es sich gehört. Nein, auch die Vorstellungskraft ist zur Beurteilung eines Putts vorab mehr als wichtig. Wie schnell oder langsam ist das Grün? Welche Wellenbewegung weist das Grün auf und wie wird sich der rollende Ball mit verschiedenen Geschwindigkeiten verhalten? Wo muss ich hinzielen, damit der Ball zum Loch rollt? Welche Geschwindigkeit ist optimal, welche zu schnell oder welche zu langsam? Welche Energie muss ich dafür einsetzen? Welche Zwischenziele gibt es?

 

Bei einem guten Putt stimmen alle Komponenten. Zumindest fast alle, denn manchmal gehen auch nicht so gut getroffene Putts ins Loch. Da lochen wir den 5m-Putt, denken dass wir es jetzt können und dann… Dann verziehen wir den 50cm-Putt am nächsten Grün obwohl der so einfach aussah! Ich denke, dass man dies nicht verhindern kann. Auch Professionals versemmeln einmal solche Putts. Die Frage ist, wie kann man beständiger werden? Wie kann man beständiger Putten? Damit wären wir ja alle zufrieden!

 

Nochmal! Wir sollten gerade gedanklich dem Putting die Bedeutung zukommen zu lassen, die für diesen wichtigen Baustein des Golfspiels angemessen ist. Es nutzt nichts, wenn wir nur etwas lesen, und nur mit etwas beschäftigen. Nein, es sollte auch  – wie in diesem Fall – auf dem Putting Grün  verinnerlicht und angewendet werden. Unverständlicherweise neigt man als Amateurgolfer nicht selten dazu, das Golfspiel nur bis zum Grün zu zelebrieren und das Putten mal eben „mitzunehmen“. Hier liegt oft der Hase im Pfeffer und möglicherweise können wir anhand der Inspirationen dazu beitragen, dass sich euer Putting verbessert. Folgt den weiteren Beiträgen zu den Themen Technik, Training und Mentales und folgt parallel dem „Putting Guide“, der das Thema nochmal ganz speziell aufgreift. Bis bald auf diesem Green und INSPIRE your GOLF! (C)