My Putting Guide



Putten mit Köpfchen und Sachverstand ist unser Ziel. Die nicht unwichtige Ebene des Puttgefühls wird sich über die Anwendung gleicher Elemente von selbst entwickeln. Nochmal! Dies ist keine Putting-Bibel sondern eine Sammlung von individuellen Gedankengängen und Anregungen, die man zur Entwicklung und Verbesserung seines persönlichen Puttings verwenden kann. Viel Spaß dabei!



9 - Das Putten

Wir sollten uns zunächst noch einmal deutlich machen, was Putten überhaupt bedeutet. Das Putten ist der bestimmte Bewegungsablauf, welcher aus einer bewusst gewählten Ansprechposition heraus erfolgt. Der Putterkopf wird auf dem Grün mit dem richtigen Tempo und exakt ausgerichtet durch den Ball gespielt. Der Ball ist das Feeback zur Genauigkeit dieses Steuerungselementes und rollt – unabhängig von der Beschaffenheit des Untergrundes – so, wie der Spieler den Putt tatsächlich gespielt hat. Länge und Richtung des Putts werden durch den Spieler bestimmt. Der Putt geht in das Loch oder auch nicht. Prinzipiell ist immer der Spieler für die Einstellung der Steuerungselemente verantwortlich.

 

Damit sich der Planungsvorgang dauerhaft mit dem gewünschten Ergebnis angleicht, gilt es wieder, die wichtigsten Komponenten zu kennen und dauerhaft in sein Spiel zu integrieren. Wie zuvor beschrieben gibt es auch hier keine ultimative Musterlösung. Die wichtigsten Komponenten sind jedoch:

 

+Einleitung des Putts

Die Einleitung des Rückschwungs ist bereits überaus wichtig. Diese Bewegung bzw. dieses Element  ist das Startsignal nach dem Übergang der Konzentrationsphase zur eigentlichen Puttbewegung. Ein gutes Beispiel für dieses Element sehen wir im bekannten „Forward Press“, der z.B. durch Phil Mickelson praktiziert wird. Aus der Konzentrationsphase wird in einem antrainierten Automatismus der Putter durch plötzliche Verschiebung der Hände nach vorne gepresst, um danach den eigentlichen Schwung durchzuführen. Der sich am Boden befindliche Putterkopf verändert so nur den Loft, der in dieser Position auch beibehalten wird, indem die Hände bewusst vor dem Ball bleiben. Die Einleitung kann natürlich auch über den Beginn der Schulter- oder Pendelrotation erfolgen. Wichtig ist, dass dieses Element bewusst wahrgenommen wird.      

 

+Rückschwung

Der Rückschwung bezeichnet das rückwärtige Ausholen des Putterkopfes auf seiner Bahn. Hier gilt es, die Faktoren

 

- Weg des Putterkopfes

- Länge des Rückschwungs

- das Tempo des Rückschwunges

 

zu kontrollieren. Alle einzelnen Faktoren müssen genau aufeinander abgestimmt sein und zum vor uns liegenden Putt passen.

 

Der Weg des Putterkopfes kann je nach Puttertyp unterschiedlich sein. Wir unterscheiden vom möglichst geraden Rückschwung bis zum eher rundlichen Bogen. Wichtig ist, dass der Weg des Rückschwunges klar ist und vor eurem geistigen Auge sichtbar ist. Beobachtet den Putterkopf bei dieser Bewegung genau. Falls dieser sich durch den Schwung ungewollt verkantet, probiert einen anderen oder leicht veränderten Griff aus.

 

Auch die Länge des Rückschwunges sollte vorher klar sein. Der Putterkopf wird auf seinem Weg bis zum Punkt X am Ende des Rückschwungweges geführt.

 

Das Tempo des Rückschwunges soll auf keinen Fall zu schnell sein. Es soll kontrollierbar bleiben und harmonisch zur gesamten Puttbewegung passen. Zur Übung empfehle ich bewusste langsame Rückschwünge. Vielleicht kommt ihr ja besser damit klar, als gedacht und übernehmt ein generell langsameres Tempo in eure Bewegung.  

 

+Durchschwung

Der harmonische Durchschwung führt den Weg vom Ende des Rückschwunges auf seiner vorgegebenen Linie zum Ball. Der Durchschwung endet am vorher bestimmten Ende des Durchschwunges. Der Putter wird kontrolliert bis an die Endposition geführt. Die Richtung sollte gefühlt auf das Loch (oder Zwischenziel) gehen. Ein hilfreicher Gedanke ist das Fegen des Balles auf dieses Ziel.  

 

+Treffmoment / Ballkontakt

Der gerade ausgerichtete Schlägerkopf trifft (auf seinem Weg) den Ball an seiner Position mit seinem Sweet Spot und in einer leichten Aufwärtsbewegung auf der Äquatorhöhe des Balles.

 

+Follow Through

Der Putter wird in der Endposition seines Schwungweges festgehalten, bis der Ball im optimalen Fall sein Ziel erreicht hat. Dieses Element rundet das Gefühl für den Putt ab und hilft, die exakte Bewegung (vorab) durchzuführen.

 

Wann der Kopf aus der unteren Position mit Blick auf den Ball dem Ball selbst folgt, sprich hinterherschaut wird hier nicht spezieller ausgeführt. Generell soll der Kopf möglichst lange unten bleiben. Ein zu frühes Hoch- oder Hinterherschauen greift ungewollt in den optimalen Ablauf des Putts ein.

 

Mit einer Übung kann man dies trainieren, indem man den Putt quasi blind spielt und in seiner unteren Kopfposition bleibt, auch wenn der Putt das Sichtfeld bereits verlassen hat. Dieser Punkt ist wieder individuell und Spielerabhängig. Versucht mal, möglichst lange „unten“ zu bleiben und registriert die Konzentration auf den Ablauf des Putts und  das Gefühl ohne sofort das Ergebnis kennen zu müssen.       

 


8 -  Mentales

Die mentale Seite des Puttings ist nicht zu unterschätzen. Nicht wenige meinen, dass es sogar die wichtigste Komponente beim Putten ist. Dass die mentale Seite eine große Rolle spielt, erahnt man wenn man vor einem sogenannten „Wadenbeisser“ steht. Der Rückputt zum Par oder Bogey auf etwa einem Meter. Normal ist diese Entfernung gut zu meistern. Mit einer Drucksituation, z.B. besonders im Matchplay, wird diese Aufgabe umso schwieriger. Gut ist, wenn man auf Situationen wie diese eine Lösung oder ein Werkzeug parat hat. Mentalarbeit ist eine höchstpersönliche Angelegenheit, da die unterschiedlichen Spieler auch ganz unterschiedliche Voraussetzungen haben, mit einer Situation umzugehen.

 

Was kann man also tun, um sich auf diese Situation oder eine andere einzustellen? Auch andere Situationen belasten uns mental. Die Aufgabe des Grünlesens, der lange 15m Putt, der ans Loch muss oder eine andere Spielsituation, die von einem wichtigen Ergebnis abhängt. Wie auch in anderen Spielsituationen kann der Spieler über die mentale Einstellung an einem besseren Ergebnis gehindert werden.

 

Mentalarbeit orientiert sich oftmals an unterstützenden Werkzeugen, die der Spieler bei Bedarf einsetzen kann. Diesem Einsatz gehen folgende  zwei elementare Dinge voraus:

 

  1. Die erlernte und trainierte Technik / Anwendung  und

  2. Konzentration auf die Durchführung

 

Folgende Anwendungen möchte ich beispielhaft erläutern und als Anregung für die persönliche Mentalarbeit verstanden wissen:

 

 

 

+In the Bubble

+Selfcaddy

+Das Tor

+On the beach

+Realität

+Der ist drin

 

 

 

Was ist denn das?

 

+In the Bubble

Diese Denkweise oder Einstellung verhilft dem Spieler zu einer besseren Konzentration. Diese hilft nicht nur beim Putting selbst, sondern auch beim Lesen des Grüns. Der Spieler stellt sich vor,  eine Blase zu betreten und dort, im Inneren, von den äußeren und störenden Einflüssen abgeschottet zu sein. Aus Konzentration wird Tiefenkonzentration möglich, die auch dabei hilft, sich in weitere Mentalszenarien zu versetzen.  

 

+Selfcaddy

Der Selfcaddy ist der auf der Schulter sitzende imaginäre Begleiter und Berater. Er berät mich im gedanklichen Selbstgespräch und verhilft mir, meine Gedanken zu ordnen und störende Zweifel zu beseitigen. Er liest die Linie mit mir und berät mich hinsichtlich des Tempos. Er steht an meiner Seite, welches mich sicher meine Entscheidung treffen lässt.

 

+Das Tor

Jeder kennt es. Das “verflixt” kleine Loch mit seiner unangenehmen Entfernung. Optisch wirkt es kleiner als es ist. Diese Täuschung entsteht aus der Befürchtung, das Ziel zu verfehlen. Versuchen wir also den Spieß umzudrehen und uns das Loch gedanklich größer vorzustellen, um den inneren Druck abzubauen. Putten wir auf ein Tor und das Loch ist der Mittelpunkt. Wir können es gar nicht verfehlen!

 

+On the beach

Hier geht es um einen fiktiven „Happy Place“, einen Ort oder eine Sache auf die wir unsere Gedankengänge richten. Diese Gedankengänge steuern uns in eine Komfortzone, die nichts mit dem Vorgang des Puttens zu tun haben sollte. Der Gedankengang an einen völlig anderen Gegenstand kann ebenso funktionieren, wie der Gedankengang an den schönen Ort, an dem man gerade sein möchte.  

 

+Realitätsgedanke

Auch eine gute Möglichkeit die gern vergessen wird  ist es, sich bewusst zu machen, dass von diesem Putt keine ernsthafte Gefahr ausgeht. Golf ist ein Spiel und wenn der Putt nicht fällt, kann das passieren. Die Erde würde sich weiterdrehen. Diese Art der realistischen Gleichgültigkeit kann zur positiven Entspannung beitragen. Geistige Druckminderung hilft dabei, die Steuerung der betroffenen Muskelgruppen zu entspannen und die notwendigen Skills zu sensibilisieren.     

 

+Der ist drin

Eine weitere Methode, seine mentale Einstellung zu programmieren ist sich die Linie bis ins Loch gedanklich vorzustellen und sicher zu sein, dass der Putt nur so laugen kann und sicher ins Loch fällt. Diese Steuerung kann helfen, notwendiges Selbstbewusstsein aufzubauen und den Putt routiniert zu lochen. Sollte er doch vorbeigehen, nehmt es nicht zu tragisch sondern mit einem Lächeln!

 

Da es hier um Steuerung verschiedener Gedankenansätze und Einstellungen  geht, ist es notwendig noch einmal zu betonen, dass nicht jede Methode oder jedes Werkzeug zu einem passt. Es gibt die volle Bandbreite an Persönlichkeiten. Man selbst steckt irgendwo zwischen dem Realisten und dem Träumer. Also ist es notwendig, die Methode zu finden, die der eigenen speziellen Persönlichkeit entspricht. Im Übrigen ist es auch eine Methode, keine Methode zu haben, aber das muss der Spieler für sich selbst entscheiden.

 


7 - Die Ansprechposition

Die komplexe Ansprechposition beim Putten ist jeweils individuell zu optimieren und wiederholbar zu machen. Dabei sollen die Hauptkomponenten über einen routinierten Ablauf nahezu selbstständig überprüft werden. Die wichtigsten Komponenten sollen nach dem Einnehmen der Ansprechposition noch einmal kurz geprüft werden, bevor es mit dem Putten (siehe separater Absatz) weiter geht. Da es wieder keine universelle Musterlösung gibt, wird hier wieder die eigene und  beispielhafte Darstellung betrachtet.

 

Zu den Komponenten zählen u.a.:

 

+Ausrichtung des Putterkopfes und richtiges Zielen

+Einnehmen des Standes

+Justierung der Ballposition

+Ausrichtung des Körpers

+Ausrichtung der Körperwinkel (Arme, Beine, Beugung)

+Justierung des zielenden Auges

+Feinjustierung des Griffes

+Feinjustierung des Lofts/Schlägerwinkels

+Entspannungsphase, -break

 

Schauen wir uns nun wieder diese Komponenten genauer an:

 

Ausrichtung des Putterkopfes und richtiges Zielen

Die exakte Ausrichtung des Putterkopfes, square  auf 90° zur Spiellinie ist elementar. Wir gehen davon aus, dass wir einen soliden Putt mittig im Sweet Spot treffen wollen.  Nun sollte man beachten, dass das genaue Ausrichten des Putterkopfes gegen eine Parallelverschiebung der auseinanderliegenden Augen im Verhältnis zum Ball und dem Ziel arbeitet. Ich persönlich muss z.B. gegen eine Tendenz arbeiten, weil der Putterkopf gerne etwas zu offen steht. Dies bedeutet Millimeterarbeit und volle Aufmerksamkeit, sowie viele gute Zielübungen. Als Hilfsmittel dienen das Anvisieren mit dem dominanten Auge aus einer Position hinter dem Ball in Richtung Loch und das Festlegen eines Zwischenzieles, welches sich relativ nah am Ball befindet. Auf Turnieren kann man immer wieder beobachten, wie Pros erst die Schlagfläche ausrichten und danach ihren Stand einnehmen.

 

Einnehmen des Standes

Das Einnehmen des Standes sollte ein routinierter Ablauf werden. Hierbei sind folgende natürliche Faktoren kurz zu überprüfen und anzupassen.

 

+Ballposition zwischen den Füßen justieren

Diese sollte wegen der Position der Augen generell leicht links der Mitte bei Rechtshändern liegen. Abweichungen sind individuell möglich. Das sollte man jedoch auch im Training (Zielübungen)  einmal ausprobieren, mit welcher Position sich die besseren Ergebnisse erzielen lassen.

 

+Fußstellung parallel zur Spiellinie

+Abstand zwischen den Füßen (in etwa Schulterbreite)

+Abstand zum Ball (schwankt nach körperlichen Voraussetzungen wie der Größe und der Armlänge,  Schaftwinkel und Position der Hände)

+Gewichtsverteilung leicht auf dem vorderen Fuß

 

Ausrichtung des Körpers und der Körperwinkel (Kopf, Arme, Beine, Beugung)

Hier gilt es, eine stabile und gleichzeitig bequeme und wiederholbare richtige Körperhaltung einzunehmen, die einen sauberen Putt ermöglicht. Allgemein ist es für die spätere Puttbewegung ratsam, das Körpergewicht leicht mehr auf dem linken Fuß zu verlagern. Auch hier spielen die übrigen Faktoren eine wichtige Rolle, so dass der Spieler mit seinen körperlichen Voraussetzungen sein persönliches und stabiles Optimum herausfindet. Auch für die leichte Kniebeugung, die unter natürlicher Spannung für einen festen Stand sorgt, jedoch gleichzeitig Rotation ohne blockierende „Steifheit“ sorgt, gilt es individuell anzupassen.

 

Justierung des zielenden Auges

Das zielende Auge soll sich für einen guten Putt genau über dem Ball befinden. Wer sich hierbei unsicher ist, kann die Situation im Training überprüfen, indem er einen Ball oder eine Münze auf den Boden legt, diese über die Position des Auges anvisiert. Wenn nun ein Ball vor das Auge gehalten und fallengelassen wird, soll er im Optimalfall die am Boden liegenden Ziele mittig treffen. Mein Hilfsmittel auf der Runde ist das Formen eines „Zielrohres“ aus der Ansprechposition mit der linken Hand (als Rechtshänder – linke Hand verlässt den Griff), welches ich zum linken Auge führe und den Ball dadurch im Kimme-Korn-Prinzip anvisiere. 

Feinjustierung des Griffes

Die Feinjustierung des Griffes ist eine sehr persönliche Sache. Es gibt viele unterschiedliche und keine richtige Griffhaltung. Sie muss bequem, wiederholbar, verlässlich sein und zu unserer Puttbewegung passen. Deshalb sollte man sich mit der genauen Griffstärke des Puttergriffes (z.B. SuperStroke o.ä.) und der genauen Position beider Hände beschäftigen. Ob der rechte Zeigefinger beispielsweise lang am Griff gestreckt ist, ist relativ egal, wenn die Putts verlässlich ihr Ziel finden. Auch die Position des linken Daumens kann hier variieren. Also ist die persönlich auserwählte Griffposition routiniert auszurichten, was auch für die Höhe bzw. Die Position der Hände am Puttergriff gilt. Es gilt sich also auch mit diesem Thema ausführlich zu beschäftigen. Auch der Griffdruck sollte optimiert werden.  Sprich also der Druck, den ihr mit euren Händen auf den Griff ausübt. Ihr wisst, dass ihr den Griff locker, mittel, fest oder irgendetwas dazwischen greifen könnt. Zu empfehlen wäre ein möglichst gleichbleibender Griffdruck im mittleren Bereich. Ein zu fester Griff blockiert – ist zu locker, werdet ihr das Gefühl bekommen, den Putter nicht richtig kontrollieren zu können. Kennt ihr, oder?!    

 

Feinjustierung des Loft und Lie – Schlägerwinkels

Über den Griff am Putter und die Position der Hände steuert man den Loft und Lie –Winkel. Um dem Ball einen guten Roll mitzugeben, sollten die Hände aus der neutralen Position leicht nach links (als Rechtshänder) verschoben werden. Der Loft verändert sich dadurch, welches man in der Verschiebung schön erkennen kann. Die Position der Hände sollte während des Putts beibehalten werden.  Wen man aus der neutralen Haltung die Hände näher an den Körper bringt und der Schlägerkopf weiter das Grün berührt, hebt sich die Spitze des Putterkopfes (Toe) leicht an. Dieser individuell eingestellte Winkel kann in Verbindung mit der persönlichen Puttbewegung zu einem geraden Putt führen, wenn man dazu neigt, die Putts nach links zu verziehen. Unterm Strich gilt es, sich auch mit diesen Winkeln intensiver zu beschäftigen und seine erfolgreichen Winkel zu bestimmen. Müsst ihr einfach mal probieren.    

 

Entspannungsphase, -break

Die Einstellung und Überprüfung der unterschiedlichen Bausteine unserer Ansprechposition erfordert Konzentration, die zur Anspannung führen kann. Diese Anspannung sollte man nun bewusst ablegen, um sich auf den zweiten entscheidenden Teil konzentrieren zu können. Der Weg des Putterkopfes und das ebenfalls längenbestimmende Tempo. Es kann also helfen, wenn ich zwischen den Elementen die bewusste Entspannungsphase lege. Diese kann natürlich individuell lang sein. Manchmal reicht das einmalige bewusste Ein- und Ausatmen. Manchmal ein bestimmter Gedankengang. Auf dieses kleine helfende Element sollten wir nicht verzichten.  

 

Als Vorschau verraten wir euch schon einmal die nächste Komponente, die uns zu erfolgreichen Puttern machen kann. Wir beleuchten dann die mentalen Aspekte des Puttings in der Serie „My Putting Guide“. 

 

Bilder oben: So individuell kann die Ansprechposition beim Putten sein. Martin, Jack Nicklaus, und ihr....? 


6b - Grüns lesen

Wir merken, dass viele Bausteine und Faktoren Einfluss nehmen. Neben der Länge eines Putts haben folgende Faktoren immer großen Einfluss:

 

+Breakverlauf und Spiellinie

 

+Putt bergauf

 

+Putt bergab

 

Schauen wir uns diese Faktoren noch einmal genauer an:

 

+Breakverlauf und Spiellinie

 

Einen Breakverlauf zu lesen bedarf einer guten visuellen Vorstellungskraft. Welche Neigungen des Grüns würde der Ball annehmen wenn er a) zu schnell, b) zu langsam oder c) mit optimalen Tempo gespielt wird? Die „C-Linie“ zu erkennen ist unser Ziel. Es gibt dazu auch wieder einige Übungen oder Hilfestellungen, deren Erfolg auch von persönlichen Neigungen und Fertigkeiten abhängig ist. Ein Gefühl kann man z.B. bekommen, wenn man in der Lage ist sich vorzustellen, wie Wasser über das Grün mit seinen Bewegungen ablaufen würde. Ins Training integriert werden kann die Übung, aus der Hocke mehrere Bälle flach und mit dem angemessenen Gefühl in Richtung Loch zu werfen und die gewonnenen Erkenntnisse in  2-3 folgende Putts umzusetzen. Auch das Abstecken oder markieren der Breaklinie und darauf folgende Übungsputts mit diesem Break lassen und Erkenntnisse gewinnen, die wir später nutzen können um besser zu putten. Im Kern gilt es immer, sich konzentriert mit der Aufgabe auseinander zu setzen und je nach persönlichen Fertigkeiten das Training ggfs. zu optimieren.

 

+Putt bergauf

 

Putts bergauf sind leichter als Putts bergab. Auch oder gerade wenn die Steigung zum Loch den Ball stärker ausbremst, sind diese Putts besser zu dosieren als bergab. Der Putt läuft stabiler, auch wenn er  mehr Tempo benötigt, um die natürliche „Bremse“ auszugleichen.

 

+Putt bergab

 

Putts bergab sind schwerer als Putts bergauf. Durch die Bergablage und die Erdanziehungskraft entwickelt der Ball nach dem Putt eine Dynamik, die schwer zu kontrollieren ist. Oft werden diese Putts schneller und länger als gewünscht und der Rückputt setzt uns unter Druck. Oft geht man auch zu vorsichtig ans Werk, so dass der Ball verhungert. Bergabputts sind schwer zu dosieren, deshalb sollte man diese noch gewissenhafter vorbereiten als Bergaufputts. Den Ball bewusst mit der Putterspitze (Toe) und somit dünner zu spielen, könnte ein Lösungsansatz sein, der jedoch situationsabhängig gemacht werden sollte.

 

Man liest heraus, dass neben einer soliden Technik auch das Gefühl und die Erfahrung durch gezieltes Training notwendig sind, um sich zu verbessern.

 

Fazit ist, dass das präzise Lesen der Grüns zum Putting gehören sollte und damit viele Schläge eingespart werden können. Also sollte es in euren Ablaufplan eingebunden werden, wenn ihr besser putten wollt. 

 


6 a - Grüns lesen

Lesen wir Grüns? Warum und wie machen wir das? Was ist zu wenig und was zuviel? Grüns lesen muss sein. Der Ball kann technisch noch so gut gespielt werden – ist das Grün schlecht oder gar nicht gelesen, sinkt die Chance, dass der Ball fällt oder nah am Loch liegt.

 

Das Grün sollte bereits auf dem Weg dorthin beurteilt werden. Mit den groben Erkenntnissen über Neigungen, Schieflagen, Entfernungen usw.  bereiten wir uns auf die Aufgabe der präzisen Beurteilung vor, die wir für unseren Putt benötigen. Wichtig ist, dass wir diese Aufgabe ernst nehmen weil sie uns unterm Strich viele Schläge einsparen wird. Wie lesen wir nun die Grüns?

 

Grundsätzlich ist eine Beurteilung aus der Hocke zu empfehlen, weil wir der Grünoberfläche näher kommen und so die Feinheiten und kleinen Bewegungen deutlich besser sehen. Die Positionen sollten routiniert immer gleich gewählt sein. Ob es zwei, drei oder vier Positionen sind hängt auch von der Fähigkeit ab, das Grün zwischen Ball und Loch gut einzuschätzen und sich sicher zu sein, alle Informationen für den anstehenden Putt verinnerlicht zu haben.

 

Das Lesen der Grüns erfordert eine angemessene Konzentration, sollte bei Amateuren aber nicht übertrieben werden. Der Spieler wird die Linie nicht besser lesen, wenn er mehr Zeit in das Lesen des Grüns investiert. Er wird in der Regel eher verunsicherter und stellt seine bereits festgestellte Beurteilung in Frage. Es geht also darum effizient und im Sinne des zügigen Spiels auch nicht zu langsam zu sein. Die Mitspieler werden es einem danken.

 

Von wo schauen wir uns die Linie an?

 

Je nach persönlichen Fähigkeiten und Neigungen ist es ratsam folgende Positionen und Linien zügig zu überprüfen:

 

+Linie aus einer Position hinter der Fahne zum Ball hin

+Bewertung der Umgebung des Loches im Radius von etwa 1,50 m

+Seitliche Beurteilung der Länge von der Mitte es Puttweges

+Linie aus einer Position hinter dem Ball zum Loch hin.

 

Bei allen Positionen sollte ein angemessener Abstand zur Linie, dem Ball oder dem Loch gewählt werden. Dies kann man auch trainieren, indem man unterschiedliche Linien bewusst aus verschiedenen Positionen und mit verschiedenen Abständen liest und die Erkenntnisse nicht nur speichert, sondern eine eigene Routine ableitet. Natürlich sollte dies nicht im normalen Spielbetrieb trainiert werden. Eine weitere Übung zu zweit erinnert uns an die Profis, die mit ihrem Caddy beraten. Zwei Trainingspartner beurteilen wieder unterschiedliche Linien und Entfernungen und versuchen jeweils dem Anderen ihre Erkenntnisse zu erläutern. Ziel ist es hier, dem Trainingspartner die Linie nachvollziehbar zu beschreiben und mittels der Sprache, die Gedanken zu der Linie für sich selbst zu ordnen. Leichter geht dies, wenn man z.B. immer diese Beurteilung mit dem gleichen Ablauf – wenn auch grob – beschreibt. Dies könnte in etwa wie folgt aussehen.

 

Wir beurteilen für uns oder mit dem Trainingspartner, bzw. wie lesen wir die Linie:

 

+Die Entfernung beträgt etwa 5m

+Die Neigung von rechts nach links wird den leicht Ball nach links ablenken

+An dieser Stelle des Grüns geht es  weder bergauf noch bergab

+Die Puttlinie ist eben, so dass der Ball ruhig rollen kann

+Aufgrund des schnellen Grüns wird der Ball auch schnell laufen

+Der Putt bricht an (z.B.) der Stelle mit dem hellen Fleck

+Die Ausrichtung zeigt auf diesen Punkt X (z.B. Richtung rechte Lochkante)

+Der Ball wird (richtig geputtet) an dieser Stelle X langsamer werden

+Der Ball soll konsequent gespielt sein bzw. eben das Loch erreichen

 

Es geht also darum Struktur in die Beurteilung und Erkenntnisse zu bekommen und dadurch selbst sicherer zu werden sowie mit diesem Gefühl mehr Putts zu lochen. > Teil 6b bald in diesem Kino :-)


5 Taktik

Wie auf dem Fairway ist es hilfreich, auch auf den Grüns eine Taktik zu entwickeln, die einem auf Dauer hilfreich ist, hier Schläge einzusparen. Sich eine hilfreiche Taktik zu recht zu legen, beginnt mit dem Schritt der reellen Selbsteinschätzung auf den Grüns. Hier gibt es keine ultimative Musterlösung.

 

Beginnen wir mit verschiedenen Grundinformationen über den Begriff Taktik, der neben der militärische Herkunft auch im Sport Fuß gefasst hat.

 

„Taktisches Denken bezeichnet die besondere Fähigkeit von Sportlern im Wettkampf, eigene und fremde Entscheidungsalternativen und Handlungspläne aufeinander zu beziehen und situativ die für den eigenen Erfolg optimale Entscheidung zu treffen“. Weiter heißt es…….

 

„Taktisches Verhalten bedarf der Entscheidungsalternativen, um zufälligen oder vom Gegner verursachten Abweichungen vom erwarteten Wettkampfverlauf begegnen zu können. Zum taktischen Verhalten gehört ferner die Fähigkeit, das eigene Wettkampfkonzept gegen das des Gegners durchzusetzen, dabei die eigenen Handlungspläne zu verschleiern, berechenbare Erfolgsrisiken einzugehen und vorübergehend, unter dem Primat des Gesamtziels, sogar bewusst kurzfristig Nachteile hinzunehmen.“ (Quelle: Internet, zur Taktik im Sport allgemein)

 

Taktisches Denken  und Taktisches Verhalten sind zwei Grundpfeiler, die nun speziell beim Putting sehr gut helfen können, das Beste aus meinen persönlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten herauszuholen.  Wie immer wird es hier verschiedene Ansätze und Meinungen geben. Seht diesen Ansatz als Möglichkeit und Impuls, euch mit eurer persönlichen Taktik zu befassen, diese zu optimieren und davon zu profitieren. Euer Verhalten baut auf eurem Denken auf. Was können wir nun Denken?

 

Ich selbst baue mein Putting und meine Taktik immer mit verschiedenen Bausteinen auf. Beim Thema Routine gehe ich nochmal auf diese Bausteine auf. Zwei meiner Grundgedanken lauten:

 

- KEET IT SIMPLE

 

sowie

 

-RAN UND REIN

 

Im Gesamtablauf unterteilen wir zunächst in Planung (Vorbereitung) und Durchführung (Putt) auf Basis dieser Gedanken. Die Vorbereitung fängt an, sobald der nächste Ball als Putt spielbar ist. Nach einer erfolgreichen Annäherung ins Grün also unmittelbar nach dem Annäherungsschlag. Auf dem Weg zum Grün bewerte ich also erste Eindrücke über die Lage des Balles im Verhältnis zur Fahne, sichtbare Breaks und ungefähre Entfernungen. Der Putt wird grob in kurz mittel oder lang eingeschätzt und auf dem Grün natürlich noch einmal neu aus der Nähe bewertet.

 

Nun greift das antrainierte Raster, welches mir bei der Abwicklung hilft. Natürlich ist es nun hilfreich ungefähre Längenangaben zu kurz, mittel und lang zu erhalten. Bei meiner subjektiven Einschätzung lege ich es so fest:

 

+ Kurz bis etwa 1,50 m

+ Mittel etwa 1,50 m bis 5,00 m

+ Lang etwa 5,00 m bis 15,00 m.

 

Die weniger beachtete Kategorie über 15,00m deklariere ich als Monster-Putt, der aufgrund meiner vielleicht ungenauen Annäherung zu Stande gekommen ist. Für die verschiedenen Kategorien habe und empfehle ich verschiedene Taktiken. Zunächst müssen wir uns dafür noch einmal in Erinnerung rufen, dass jedes Par auf Basis von zwei Putts bewertet wurde. Zwei Putts sind Standard und gut! Ein Putt ist besonders gut. Einen Drei-Putt gilt es zu verhindern, auch wenn dieses nicht immer möglich ist.

 

Die Kapitel Mentales und Routine werden noch weiter den Gesamtablauf aufgreifen und Verbindungen zur Taktik herstellen. Kommen wir nun zur Taktik für die verschiedenen Entfernungen. Die Denkweisen und Zielsetzung rufe ich mir in jeder Vorbereitung ins Gedächtnis.

 

+ Kurzer Putt

Der kurze Putt soll ins Loch. Das Tempo und Zielen sind dafür entscheidend. Nach einer guten Vorbereitung im ersten Schritt, konzentriere ich mich nur auf den zweiten Schritt und das Tempo (auf der Spiellinie), welches den Weg des Balles in das Loch beeinflusst. Dies ist besonders bei kurzen Putts mit Break erforderlich. Aber auch gerade Putts benötigen das richtige Tempo. Ist der Ball zu langsam, nimmt er jede Kontur des Untergrundes an und wird dadurch abgelenkt. Ist er zu schnell droht die Gefahr, dass er bei einer kleinen Verkantung oder bei Verlesen des Grüns weit am Loch vorbei läuft. Auch ein Auslippen über den Lochrand droht. So muss jeder Putt also sein richtiges Tempo haben. Sekt oder Selters an die hintere Lochkante kann funktionieren; wenn nicht droht der Ball nachher weiter vom Loch entfernt zu liegen als vorher. Also sollte man versuchen, das notwendige Tempo zu erzeugen, dass er die notwendige Energie bis zum Loch aufrecht hält. Die Taktik hält sich noch ein Hintertürchen offen, zumindest den zweiten Putt nach Verfehlung sicher einzulochen. Sehr kurze Putts konsequent zu lochen nennt man häufig „stopfen“. Je nach Können und Selbstvertrauen legt der Spieler hier selbst fest, wann der Putt konsequent und mit einem aggressiveren Tempo gegen die hintere Lochkante gespielt wird und von dort ins Loch fällt. Meist sind es bessere Spieler, die sich das „Stopfen“ zutrauen.  Über verschiedene Übungen kann und sollte man diese Herangehensweise trainieren um sie abrufbar zu halten.

 

+Mittlere Putts

Die mittleren Putts (1,50-5,00m) sollen bei der gedanklichen Planung auf jeden Fall die Chance haben, ins Loch zu gehen. Dies bedeutet, dass sie dafür auf jeden Fall das Loch erreichen sollten. Never up - Never in lautet hier die Devise, die schon mit einem Zweiputt plant, sich jedoch eine kleine Chance auf einen Einputt offen hält. Der Unterschied zum kurzen Putt ist das selbst eingeschätzte Wahrscheinlichkeitsverhältnis, mit dem der Ball ins Loch gehen soll. Gerade für Spieler bis mittlerem Handicap ist es taktisch klug, diesen machbar erscheinenden Putt nicht zu aggressiv anzugehen. Hier werden durch Fehleinschätzungen Fehler provoziert, die nachher auf der Scorekarte weh tun. Einen sicher bis max. 50 cm  hinter das Loch und einen rein. Mit zunehmender Trainings- und Spielerfahrung wird sich die Quote der gelochten Putts auf diesen Entfernungen verbessern.

 

+Lange Putts

Diese Entfernungen (5,00 bis 15,00m)  sollte ich mit der Zielsetzung angehen, einen Dreiputt zu verhindern. Wieder ist hier der einfache Zweiklang Ran und Rein vollkommen ausreichend. Natürlich verschwimmen bei 5,50m die Grenzen, aber das sollte man für sich individuell und nach Situation einschätzen. Das Lochen auf diese langen Entfernungen kommt vor, ist aber in den meisten Fällen (gerade 10,0-15,0m) zu unwahrscheinlich um zu aggressiv vorzugehen.  Den ersten Putt auf max. 50cm anzunähern ist hier die Zielsetzung, die es zu verfolgen gibt. Der zweite Putt sollte dann sicher fallen.

 

Eine weitere taktische Denkweise ist es, bei der Planung den möglicherweise folgenden Schlag zu berücksichtigen. Dies gilt insbesondere für das feine kurze Spiel mit Chips und Putts. Bei  Putts, die in eine Hanglage gespielt werden und dort ausrollen, kann der Ball je nach Tempo und Spiellinie oberhalb oder unterhalb der Spiellinie zur Ruhe kommen. Wie im Kapitel „Grüns lesen“ näher beschrieben ist, sind Putts bergauf die einfacher zu spielenden Schläge. Also ist es ratsam, die Linie möglichst so zu wählen, dass der Putt unterhalb des Loches zur Ruhe kommt, wenn er vorher nicht schon im Loch verschwindet. Dies ist natürlich nicht einfach zu dosieren, aber wenn ihr wisst, worauf zu achten ist und dementsprechend trainiert, wird es immer mehr und wie selbstverständlich in eure Taktik einfließen.   

 

Ach ja, die Monster-Putts versuche ich immer nach Gefühl zu dosieren und das gelingt oftmals aus gar nicht schlecht. Natürlich kann man diese Längen auch trainieren. Der Knackpunkt ist, keine Angst vor diesen Längen zu haben. Macht euch einen Plan, wie oft ihr in welche Spielsituation mit welcher Puttlänge kommt und trainiert danach. Je kürzer die Entfernung, umso sicherer muss der Putt im Loch sein. Mit der richtigen Taktik und den richtigen Gedankengängen, was genau nun zu tun ist und worauf man zu achten hat, lässt sich jede Puttsituation entkrampfen. Und dies ist notwendig, um einen guten Putt zu machen. Eine feste, persönliche Taktik ist ein gutes Werkzeug, welches auch Tagesformen zumindest einigermaßen abfängt.

 

Auf die bekannten „Wadenbeißer“ kommen wir noch im mentalen Bereich.    C


4 Technische Komponenten

Das erfolgreiche Putting ist wie auch der Golfschlag von einigen technischen Komponenten abhängig, die optimiert zusammen arbeiten. Zu diesen Komponenten zähle ich:

 

+Treffmoment / Sweet Spot

 

+Loft / Eintreffwinkel

 

+Länge Rückschwung

 

+Weg des Rückschwungs

 

+Länge Durchschwung

 

+Weg des Durchschwungs

 

+Weg des Schlägerkopfes +Griffstärke

 

Ziel ist es, die Komponenten zu kennen, zu optimieren und mit dem eigenen Bewegungsablauf wiederholbar anzuwenden. Betrachten wir zunächst die aufgezählten technischen Komponenten:

 

 +Treffmoment / Sweet Spot

Der sogenannte Sweet Spot findet sich in der Mitte eines jeden Putterkopfes.  Gezielte Übungen mit unterschiedlichen Treffpunkten (Heel oder Toe) am Ball lassen sich den Ball unterschiedlich anfühlen. Der 100% mittig getroffene Ball vermittelt einen besonders „stabilen“ Putt. Dies ist gerade bei längeren Putts zu spüren, ob der Ball im Sweet Spot oder daneben getroffen wurde. Wir sollten uns für stabile Putts auf diesen Punkt konzentrieren, der beim Putt auf den Ball treffen sollte.

 

Damit sind wir schon bei einem weiteren elementaren Punkt. Der Treffmoment am Ball, der ebenfalls sauber getroffen werden sollte, um einen guten Putt zu spielen. Stellen wir uns den Ball wie einen Globus vor. Wie ein Globus hat auch ein runder Golfball einen Äquator, der auch mittels einer Ballschablone eingezeichnet werden kann. Wer den Ball unterhalb des Äquators trifft, kann keine beständige Übertragung zwischen Putterkopf und Ball herstellen und konstanten Roll erzeugen. Ein häufiger Fehler ist es, des Ball unterhalb des Äquators zu treffen und einen kaum bemerkbaren „Hoppeleffekt“ zu produzieren, der der Beständigkeit im Wege steht. Es gilt also zunächst, den Sweet Spot präzise auf den Balläquator zu bringen, um beständige Ergebnisse zu produzieren.  Übrigens ist in vielen Golfbüchern von  bewussten Toe-Putts zu lesen, die absichtlich gespielt werden, wenn es bergab geht und ein sauberer Treffmoment den Putt schnell zu lang werden lässt. Der Putt wird also absichtlich in einem Bereich getroffen, der zwischen dem Sweet Spot und der Putterspitze liegt. Auch hier braucht man Erfahrung und etwas Übung, um einen solchen Putt etwas kontrollieren zu können.    

 

+Loft / Eintreffwinkel

Trifft der Schlägerkopf nun optimal auf den Ball, kommen zwei weitere Faktoren ins Rennen. Die Ausrichtung des Schlägerkopfes stellen wir noch etwas hinten an und betrachten lediglich den Loft des Putters im Treffmoment. Der vorgegebene und kaum wahrnehmbare Loft des Putters, kann durch die unterschiedlich möglichen Ansprechpositionen  und Haltungen verändert werden. Von vielen unterschiedlichen Trainern hört man, dass es ratsam ist, den Loft durch eine Griffposition vor dem Ball zu verändern, damit der veränderte Eintreffwinkel einen Top-Spin-Effekt verursacht und dem Ball einen besseren Roll mitgibt, der durch diese Vorwärtsbewegung quasi besser am Grün haftet. Wer analog die Hände im Treffmoment hinter dem Ball führt, öffnet den Loft und wird somit keinen gewünschten und konstanten Roll hinbekommen, zumal eine minimale Abweichung nach unten (unterhalb des Äquators) wieder zum unerwünschten Hoppeln führt. Der optimal getroffene Ball rollt spürbar konstant und klebt quasi am Grün.   

 

+Länge Rückschwung

Für die Länge des Rückschwungs gibt es keine universelle Lösung. Grüngeschwindigkeit, Putterkopf und Tempo sind Faktoren die es zu berücksichtigen gilt. Daher empfiehlt sich immer das bewusste Einputten. Auch wenn die Grüngeschwindigkeiten auf dem Platz und während der Runde unterschiedlich sind (Sonne, Tageszeit, Windanfälligkeit etc.) nähert man sich mit dem vorbereitenden Einputten dem später notwendigen Puttgefühl. Als Faustregel kann man mit der 1/3 – 2/3 – Längeneinteilung arbeiten. 1/3 – Rückschwung lassen 2/3 – Durchschwung folgen. Unabhängig von anderen Faktoren lässt sich bei gleicher Anwendung  die Länge eines Putts durch die Abstufung der Länge des Rückschwunges (analog Durchschwung) ungefähr bestimmen. Aber das geht nicht einfach von selbst. Konstanz in der Längenbestimmung kommt von der regelmäßigen Anwendung der gleichen Technik und dem entsprechenden Training.

 

Ich habe bereits für mein Training einen Ausrichtungsstick mit farblichen Markierungen gekennzeichnet, um über sich wiederholende Übungen das Gefühl für die Länge des Rückschwungs und Durchschwungs zu bekommen. Unterschiedliche Farbmarkierungen gehen von einer mittigen und markierten „Ballposition“ aus. Von dieser Position sind drei unterschiedliche 1/3-Markierungen für den  Rückschwung und analog als 2/3-Markierung für den Durchschwung in jeweils gleicher Farbe. Kurze Abstände für kürzere Putts – lange Abstände für längere Putts. Mit dieser Faustregel, einer Kontrolleinheit (es können auch Tees in das Grün gesteckt werden etc.) und einem gewissenhaften Training lässt sich die Länge des notwendigen Rückputts besser steuern.

 

+Weg des Rückschwungs

Zum Weg des Rückschwunges gibt es sicher unterschiedliche Auffassungen. Ob dieser nun gerade sein soll oder mit leichter natürlicher Schwungkrümmung möchte ich in den Hintergrund stellen. Ausschlaggebend werden andere Faktoren sein, wenn der Putterkopf square mit 90° und einem bestimmten Tempo im Treffmoment an den Ball kommt. Ich möchte hier meine Gedanken in eine andere Richtung lenken. Zunächst sollte uns der Weg des Rückschwunges vor dem Putt visuell klar sein. Der Putterkopf sollte stabil den Weg des Rückschwunges gehen können. Weiterhin sollte die Geschwindigkeit kontrollierbar bleiben und im harmonischen Rhythmus des gesamten Schwunges bleiben. Hier zählt es wieder sich mit den technischen Komponenten und seinem Putter auf dem Übungsgrün auseinanderzusetzen.

 

Auch wenn weitere angrenzende Komponenten später noch angesprochen werden, möchte ich jetzt schon einen alten Leadbetter-Trick verraten, den ich gerne anwende. Egal mit welcher Griffstärke man lieber puttet -  es kann helfen, die (bei Rechtshändern) linke Hand am Griff etwas weiter nach links zu drehen und die Ecken des Puttergriffes besser wahrzunehmen. Die rechte Hand wird wieder wie üblich am Griff ausgerichtet. Mir hilft diese kleine Änderung, um im Rückschwung den Putterkopf stabiler auf dem Weg zu halten. Auch ein etwas langsameres und bewusstes Tempo hilft dabei.  

 

+Länge Durchschwung

Die Länge des Durchschwunges wurde zum Teil bereits bei der Länge des Rückschwunges erwähnt. Die 1/3 – 2/3- Faustregel sollte angewendet werden, um seinen stabilen Puttschwung für kurze, mittlere und lange Löcher immer anwenden zu können. Wie beim Rückschwung sollte die Länge des Durchschwunges auch vorher visuell feststehen. Um den Schwung vor dem Putt richtig dosieren zu können und seinen Körper darauf einzustellen, helfen mehrere Probeschwünge in sicherer Entfernung zum Ball. Für die Gesamtheit des Puttschwunges und die eigene Kontrolle der korrekten Ausführung sollte man am Ende der Durchschwunglänge eine Zeit lang verharren. Ob man da nun wartet, bis der Ball zur Ruhe gekommen ist oder kurz im bewusst wahrgenommenen Ende verharrt, ist vermutlich nicht entscheidend. Anders herum ist es für die gesamte Ausführung und die eigene Putt-Konstanz hinderlich, wenn man sich angewöhnt (hat), immer sofort nach dem Treffmoment den Putt – auch körperlich – abzuschließen.

 

+Weg des Durchschwungs

Der Weg des Durchschwunges sollte ebenso bereits visuell feststehen. Es hat mir persönlich schon geholfen, den Weg bewusst wahrzunehmen und dafür das Tempo nicht zu schnell werden zu lassen. Die Vorstellung, den Putt ins Loch zu schieben und dafür den Putterkopf bewusst nach vorne bringen zu müssen hilft mir sehr. Probiert es mal aus.

 

+Weg des Schlägerkopfes

Der Weg des Schlägerkopfes wird in der seitlichen Betrachtung und rein von den körperlichen Aspekten sowie den verschiedenen Schwungmustern bestimmt. Wenn wir die Höhe betrachten, soll der Kopf ja im Treffmoment mittig auf die Äquatorebene des Balles treffen. Um den besseren Roll mit Top-Spin-Effekt hinzubekommen ist es förderlich, den Ball in der leichten Aufwärtsbewegung des Putterkopfes zu treffen.     

 

+Griffstärke

Mit welcher Stärke fasse ich meinen Griff wann an? Der Einfachheit halber unterteilen wir erst einmal hier in einen festen Griff, einen leichten Griff und einen mittleren Griff. Jeder Spieler hat wohl so etwas wie eine natürliche Griffstärke, die sowohl zu leicht als auch zu fest sein kann. Tendenziell werden Putts mit zu starkem Griff zu lang und mit zu leichtem Griff zu kurz. Es gilt also seine goldene Mitte zu finden und seine Eigenschaften als Putter mit unterschiedlichen Griffstärken herauszufinden. Ich selbst tendiere immer zu einem starken Griff, der das Gefühl für die Kraftübertragung auf den Ball blockiert. So empfinde ich es. Bei Putts aus dem Vorgrün ist es vorteilhaft, den Griff fester als normal zu greifen. Ich lege bei der Vorbereitung in meiner „Checkliste“ immer großen Wert auf die richtige Einstellung der Griffstärke vor dem Putt. Die Griffstärke darf natürlich auch nicht zu leicht sein, um das Gewicht des Schlägerkopfes kontrollieren zu können.  Bei schnellen Grüns ist ein leichterer Griff „als normal“ ratsam, um das Gefühl für die Geschwindigkeit übertragen zu können. Mit etwas Übung und Erfahrungswerten hinsichtlich der Griffstärke puttet man stabiler. Probiert es mal aus!

 

 

Dies waren in meinen Augen die wichtigsten technischen Komponenten. Ziel ist es, sich einmal mit diesen Komponenten und seinem persönlichen Putting auseinanderzusetzen. Um ein noch besseres Gefühl für den Sinn und die Auswirkungen der Komponenten zu bekommen, empfiehlt es sich, ganz bewusst kleine Veränderungen vorzunehmen und mit den Komponenten zu spielen. Natürlich nur im Training! Dies führt in Verbindung zu den optimierten Vorgängen zu einer bewussteren Wahrnehmung der Notwendigkeit und Auswirkung während des Puttings. Für den Wettkampf oder das Spiel sollten die optimiert antrainierten technischen Komponenten berücksichtigt werden. Viel Spaß beim Ausprobieren! C


3 Material

Die Materialfrage ist in erster Linie eine Glaubens- und Gefühlsfrage. Unterschiedliche Kopfformen wie z.B. Blade oder Mallet weisen unterschiedliche Gewichtungen aus. Tendenzen zeigen, dass höhere Handicapper zu schwereren Kopfformen tendieren und bessere Ergebnisse erzielen. Nicht unerheblich dabei sind die unterschiedlichen Putt-Bewegungen, die den Putter steuern. Dies kann man pendelnd oder eher schiebend tun. Um dieses speziell für sich zu optimieren hilft nur ein professionelles Putterfitting oder viel auszuprobieren.

 

Neben den Putterköpfen und den unterschiedlichen Bauformen und Gewichtungen steht heutzutage die Prüfung  eines dickeren Griffes (zB. Super Stroke) auf dem Programm.  Die Griffe gibt es für unterschiedliche Handgrößen und Gewichte in unterschiedlichen Griffstärken. Die Griffe sind ergonomisch so gebaut, dass der Griff besser in der Handfläche liegt und bei der Puttbewegung hilft, die Handgelenke zu stabilisieren. Neben den unterschiedlichen Griffstärken ist auch die Gewichtsverteilung nicht aus den Augen zu verlieren. Tendenziell benötigen große Hände und schwere Putterköpfe einen dickeren Griff. Hier entscheidet ein Putterfitting (mit messbaren Puttwerten) oder das Gefühl und die Erfahrung (in Verbindung mit guten Putt-Ergebnissen).

 

Allgemein ist es nicht schädlich, viele unterschiedliche Putter und Griffstärken einmal auszuprobieren, um sich selbst zu schulen, sein Putten zu verbessern oder einen neuen Putter zu finden. Eine weitere Komponente, die bereits mit dem Putterkopf verbunden ist, ist die Schlagfläche, die aus einer speziellen Legierung hergestellt wurde, speziell gefräst ist um z.B. den Roll zu unterstützen. Auch Inserts aus unterschiedlichen Materialien und in unterschiedlicher Oberflächenstruktur stehen zur Auswahl. Die unterschiedlichen Putterköpfe mit oder ohne Insert bzw.  Groove-Struktur vermitteln je nach Gewichtung und Eigenschaft einen besonderen Touch im Treffmoment. Genau so unterschiedlich wie die Menschen reagieren auch die Putterköpfe im Treffmoment. Hier wäre es ratsam, über z.B. das Ausprobieren unterschiedlicher Typen, Neigungen und Gefühl auszuloten, um zu seinem Putter zu kommen.

 

Nicht vergessen wollen wir den Schaft, der zwischen 33“ und 35“ lang sein kann. Die optimale Länge eines Schaftes bestimmt sich aus den körperlichen Voraussetzungen, der Körperhaltung in der Ansprechposition und der Puttbewegung. Kürzere Schäfte erlauben oft eine günstigere Ansprechposition und Ausrichtung um den Ball sauber zu treffen. Auch der Schaftwinkel kann sich unterscheiden, indem er grob steiler oder flacher ist. Die körperlichen Gegebenheiten und die Putt-Bewegung sind in Bezug auf den Schaftwinkel wieder durch ein Fitting oder durch ausgiebiges testen zu optimieren. Der richtige ggfs. angepasste Winkel fördert die Möglichkeit einer sauberen Puttbewegung durch den Ball. 

 

Ja – und welche Rolle spielt eigentlich der Ball dabei? Eine große! Zunächst ist es förderlich einen Ball zu spielen, den man vorher gefittet bekommen oder getestet hat. Es ist ein Unterschied, ob man die harten 2-Piece Bälle oder einen weichen Multilayer-Ball spielt. Hier, wo sich schon Unterschiede im langen und kurzen Spiel bemerkbar machen, spüren wir die Unterschiede besonders bei der feinfühligen Puttbewegung. Es ist kontraproduktiv, sein Bag mit Dutzenden unterschiedlichen Fundbällen zu befüllen und sich mit jedem Ball sensorisch auf ein neues Gefühl am Schläger einzustellen. Probiert es einmal am Putting Grün aus und ihr werdet diesen logischen Hinweis nachvollziehen können. Wer sich also richtig und nachhaltig mit seinem Material beschäftigen möchte, kommt an der Ballkomponente nicht herum.

 

Sehr ungünstig ist, wenn man überhaupt nicht weiß, was man gerade für einen Ball spielt. Ich habe für mein Putt-Training ein kleines Netz mit meinen bevorzugten und gleichen Wettkampfbällen. Diese nutze ich auch nur für das Putt-Training. Ein Nachteil, für den ich noch keine Lösung gefunden habe, liegt in meiner praktischen Veranlagung und Neugier begründet. Ich spiele mit zwei Puttern. Nicht gleichzeitig aber wechselnd. Neben meinem Putter Nr. 1 habe ich für mein Tragebag noch Putter Nr. 2. Dieser passt besser in die Aufnahme des Tragebags und spielt sich natürlich ebenfalls hervorragend. Im direkten Vergleich könnte ich derzeit keinen favorisieren. Noch nicht.

 

Beide haben Vor und Nachteile, auch wenn sie von der gleichen Firma sind und ähnliche Inserts mit ähnlichem Touch haben. Ein Griff ist Original schon etwas dicker und der andere mit einem SuperStroke 2.0 nachgerüstet. Mit den Griffen habe ich bereits mehrere Putter mit verschiedenen Gewichtungen nachgerüstet. Vom 1.0 bis 3.0 habe ich alle ausgiebig getestet. Für den Putter 2.0 habe ich mich aufgrund der Gewichtung für den 2.0 entschieden. Beide Putter funktionieren jeweils mit kleinen Stärken und Schwächen so wie ich es bis jetzt beurteile. Ich werde dies vorerst so beibehalten. Gerade weil der Putter Nr. 1 mein vollstes Vertrauen hat und der „Reiseputter“ Nr. 2 für eine entspannte Auswärtsrunde Ergebnisse liefert mit denen man sehr gut leben kann. Sollten weitere Erkenntnisse, Trainingsergebnisse und Rundenanalysen aufzeigen, dass Nr. 2 die Nr. 1 überholt hat, wird die Reihenfolge neu definiert.

 

Welche Thematik hier nicht angesprochen wird, ist die unterschiedliche Bauweise von Heel-Toe oder Center-Schaft-Puttern. Die generell unterschiedlichen Bauweisen wirken sich auf die gesamte Gewichtsverteilung, die allgemeine Stabilität und das damit produzierte Puttgefühl aus. Auch das Auge isst hier mit. Es gibt Putter, die einem schon optisch weniger zusagen als die anderen. Zu solch einem Putter fällt es schwer, das notwendige Vertrauen aufzubauen. Bei mir sind es übrigens die Center-Schaft-Putter, bei denen der Schaft in der Mitte des Putterkopfes montiert ist und sich der Sweet-Spot somit auch unterhalb des Putterschaftes befindet. Es gibt Spieler die schwören auf die Bauform und erzielen gute Ergebnisse damit.

 

Fazit: Die Materialfrage ist also nicht einfach zu beantworten und erfordert zumindest einige Vergleichsmöglichkeiten.

 

 

Im Auge halten sollten wir folgende Elemente:

 

+Putterkopf

+Puttergewicht

+Insert / Schlagfläche

+Touch/Gefühl

+Schaftlänge

+Schaftwinkel

+Vertrauen / Gefühl

+Griff

+Ball

 

Weiter geht es demnächst mit dem 4. Teil des Putting Guides, hier auf diesem Green.       

 


2 Philosophie

Ein wichtiger Bestandteil besser zu Putten, ist es sich mit der allgemeinen und eigenen Putt-Philosophie auseinanderzusetzen. Putten ist Golf und Golf wird zwischen den Ohren gespielt. Es ist egal, in welcher prozentualen Aufteilung genau das Putten zwischen Talent/Ballgefühl und grundsolider Technik unterteilt wird.

 

Je weniger Ballgefühl ich habe, desto solider sollte ich die Technik beherrschen, um Defizite auszugleichen. Putten ist eine Kunst, bei der der Ball mit möglichst wenigen Versuchen ins Loch muss. Wie im echten Leben gibt es mehr oder wenig aggressiv (oder Defensiv)ausgelegte Putter-Typen.

 

Die Berücksichtigung der eigenen „Komponenten“ ist hilfreich, um besser zu putten. Habe ich schon einmal über mich als puttender Golfspieler nachgedacht? Was habe ich für eine Philosophie? Habe ich überhaupt eine? Welchen Stellenwert sollte das Putting haben und hat es tatsächlich für mich?

 

Bin ich Künstler,  Handwerker oder von jedem etwas? Welche Gewichtung hat das wichtige Thema Konzentration auf die Sache für mich? Fest steht, dass es nur lohnen kann, Konzentration zu investieren, wenn man genau weiß, was zu tun ist. Wie putten eigentlich gute Putter und warum ist ihr Putting besser? Auch wenn man sich immer von Pros etwas abschauen darf sollte man den Focus auch auf den eigenen Amateurbereich legen. Pros haben andere Voraussetzungen, optimiertes Material, einen Trainerstab und natürlich viel Zeit, sich mit der Sache auseinanderzusetzen.

 

Aber welche Philosophie haben die Pros verinnerlicht? Was man beobachten kann ist, dass sie immer sehr konzentriert und strukturiert auf den Grüns vorgehen und ihre Arbeit erledigen. Die Längenkontrolle ist meist zuverlässig und auch das Anvisieren des Ziels ist selten ein Problem. Verpasste Putts kommen häufig bei kleinen Breaks vor, die zwar erkannt werden, jedoch der Putt nicht das richtige Tempo für den Break hat. Oft ist der Touch da, oft aber auch nicht. Wenn die Pros Ihre Abschläge und Eisen sehr gut beherrschen, jedoch mit der filigranen Umsetzung und den Feinheiten auf den Grüns Probleme haben, wird Putting nicht so einfach sein. Dies gilt für Amateure sowieso.

 

Ein Pro wirkt auf den Grüns häufig wie ein Handwerker. Meine ich zumindest. Strukturierte Vorgänge werden konzentriert abgearbeitet, das Grün teilweise mit Hilfestellung des Caddys gelesen, die Ausrichtung und Ansprechposition penibel genau eingenommen um dann, nach einer Phase des Innehaltens, Ihren Putt zu spielen. Es sieht so einfach aus, wenn die Pros lange Putts nah ans Loch bringen, mittlere Putts mit Break den Weg ins Loch finden oder kurze Putts wie im Schlaf versenkt werden. Das Putting der Pros ist das Ergebnis, harter und strukturierter Arbeit. Aber welche Philosophie soll man genau suchen und dann verfolgen?  

 

Betrachten wir zunächst die Definition, die Wikipedia uns bringt. Dort heißt es auszugsweise wie folgt. „In der Philosophie (wörtlich „Liebe zur Weisheit“) wird versucht, die Welt und die menschliche Existenz zu ergründen, zu deuten und zu verstehen.“ Weiterhin: „Von anderen Wissenschaften unterscheidet sich die Philosophie dadurch, dass sie sich oft nicht auf ein spezielles Gebiet oder eine bestimmte Methodologie begrenzt, sondern durch die Art ihrer Fragestellungen und ihre besondere Herangehensweise an ihre vielfältigen Gegenstandsbereiche charakterisiert ist.“ Ist die freie Art der Herangehensweise und die tiefgründige Auseinandersetzung mit der Materie bereits unsere Philosophie zum Thema Putting?

 

Ich denke, dass man es schon so verstehen kann und es erklärt, warum es viele richtige Philosophien geben kann. Wir sind also auf dem richtigen Weg, indem wir uns über verschiedene Ebenen mit der Materie auseinandersetzen um auch so unsere eigene Philosophie zum Thema Putten zu finden und zu ergründen.

 

Wenn wir uns unserer Putt-Philosophie bewusst sind und an ihr festhalten, dürfte einer Verbesserung nichts mehr im Weg stehen. Unsere Philosophie ist also die Gesamtheit und das Ergebnis unserer differenzierten Gedankengänge und Einstellungen zum Thema Putting. Wie mache ich was und warum auf den Grüns? Welche Schwerpunkte sind für mich persönlich am Wichtigsten? In welche Richtung muss ich meine Gedanken, also in der Vorbereitung und Durchführung eines Putts sowie mit dem Umgang des Ergebnisses, steuern? Die weiteren Kapitel werden uns sicher der persönlichen Lösung näher bringen. Arbeiten wir unsere Putt-Philosophie ein wenig aus.   (C)


1 My Putting Guide -Einleitung

Habt Ihr Lust, mit uns in die Welt des Puttings einzutauchen? Dann folgt uns durch 11 spannende Kapitel, die wir erarbeitet haben und für euch bereitstellen. Hier habt ihr bereits eine Übersicht. Lasst euch inspirieren! Viel Spaß dabei!     

 

  1. Vorwort

  2.  Philosophie

  3.  Material

  4.  Technische Komponenten

  5.  Taktik

  6.  Grüns lesen

  7. Ansprechposition

  8. Mentales

  9.  Putten

  10. Routine

  11. Training

     

Warum beschäftigt sich ein durchschnittlicher Bogey-Golfer intensiver mit dem Thema Putting und schreibt einen Putting-Guide, ohne selbst Experte zu sein? Die Lösung ist relativ einfach. Jahrelanges Putting und Sammeln von Informationen haben mich auch noch nicht zum Spitzenputter werden lassen.

 

Da auch ich meinen Score mit gutem Putting noch verbessern kann, möchte ich hier auf meine Art ansetzen.  Ich trainiere verhältnismäßig selten das Putting, obwohl es mir vermutlich mehr bringen würde. Ich probiere ziemlich viel aus und habe trotz meiner Erfahrung oder Spielstärke noch keine verlässliche Methode entwickelt, die mir und meinem Score weiterhilft. Und genau das ist die Zielsetzung. Nahezu jede Aufgabe lässt sich durch Gliederung dieser Aufgabe und anschließender Einzelbetrachtung zumindest besser bewältigen.

 

Leichter gesagt als getan. Man kann auch einen Pro oder Putting-Spezialisten aufsuchen, Videos anschauen oder wesentlich mehr trainieren. Eine Garantie gibt es vermutlich nicht. Da ich den Drang verspüre, diese Aufgabe irgendwie selbst zu lösen und das vorhandene Wissen effizienter anzuwenden, habe ich mich entschlossen die Aufgabe des Puttens zunächst  selbst aus meinem Blickwinkel zu strukturieren und Erkenntnisse niederzuschreiben. Dadurch betrachte ich die so wichtigen Bausteine wesentlich tiefgründiger und setze mein persönliches Puzzle optimierter zusammen.

 

Da man nur durch Schreiben oder Lesen nicht gleich besser puttet, gilt es natürlich, die Inhalte auf den Grüns umzusetzen. Der Vergleich zukünftiger Putt-Werte mit den Alten, wird die Wahrheit ans Tageslicht bringen. 

 

Mögen weitere Interessierte mit ähnlichen Ansichten nur ein klein wenig mitnehmen und von dem Putting-Guide profitieren. Noch einmal. Dies ist kein Lehrbuch im herkömmlichen Sinne, sondern nur meine Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Baustein des Golfspiels. Ich wünsche viel Spaß bei den folgenden Kapiteln, beim sammeln von Anregungen, trainieren und natürlich Score notieren. Wait for it! Inspire Your Golf! C