My Putting Guide



5 Taktik

Wie auf dem Fairway ist es hilfreich, auch auf den Grüns eine Taktik zu entwickeln, die einem auf Dauer hilfreich ist, hier Schläge einzusparen. Sich eine hilfreiche Taktik zu recht zu legen, beginnt mit dem Schritt der reellen Selbsteinschätzung auf den Grüns. Hier gibt es keine ultimative Musterlösung.

 

Beginnen wir mit verschiedenen Grundinformationen über den Begriff Taktik, der neben der militärische Herkunft auch im Sport Fuß gefasst hat.

 

„Taktisches Denken bezeichnet die besondere Fähigkeit von Sportlern im Wettkampf, eigene und fremde Entscheidungsalternativen und Handlungspläne aufeinander zu beziehen und situativ die für den eigenen Erfolg optimale Entscheidung zu treffen“. Weiter heißt es…….

 

„Taktisches Verhalten bedarf der Entscheidungsalternativen, um zufälligen oder vom Gegner verursachten Abweichungen vom erwarteten Wettkampfverlauf begegnen zu können. Zum taktischen Verhalten gehört ferner die Fähigkeit, das eigene Wettkampfkonzept gegen das des Gegners durchzusetzen, dabei die eigenen Handlungspläne zu verschleiern, berechenbare Erfolgsrisiken einzugehen und vorübergehend, unter dem Primat des Gesamtziels, sogar bewusst kurzfristig Nachteile hinzunehmen.“ (Quelle: Internet, zur Taktik im Sport allgemein)

 

Taktisches Denken  und Taktisches Verhalten sind zwei Grundpfeiler, die nun speziell beim Putting sehr gut helfen können, das Beste aus meinen persönlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten herauszuholen.  Wie immer wird es hier verschiedene Ansätze und Meinungen geben. Seht diesen Ansatz als Möglichkeit und Impuls, euch mit eurer persönlichen Taktik zu befassen, diese zu optimieren und davon zu profitieren. Euer Verhalten baut auf eurem Denken auf. Was können wir nun Denken?

 

Ich selbst baue mein Putting und meine Taktik immer mit verschiedenen Bausteinen auf. Beim Thema Routine gehe ich nochmal auf diese Bausteine auf. Zwei meiner Grundgedanken lauten:

 

- KEET IT SIMPLE

 

sowie

 

-RAN UND REIN

 

Im Gesamtablauf unterteilen wir zunächst in Planung (Vorbereitung) und Durchführung (Putt) auf Basis dieser Gedanken. Die Vorbereitung fängt an, sobald der nächste Ball als Putt spielbar ist. Nach einer erfolgreichen Annäherung ins Grün also unmittelbar nach dem Annäherungsschlag. Auf dem Weg zum Grün bewerte ich also erste Eindrücke über die Lage des Balles im Verhältnis zur Fahne, sichtbare Breaks und ungefähre Entfernungen. Der Putt wird grob in kurz mittel oder lang eingeschätzt und auf dem Grün natürlich noch einmal neu aus der Nähe bewertet.

 

Nun greift das antrainierte Raster, welches mir bei der Abwicklung hilft. Natürlich ist es nun hilfreich ungefähre Längenangaben zu kurz, mittel und lang zu erhalten. Bei meiner subjektiven Einschätzung lege ich es so fest:

 

+ Kurz bis etwa 1,50 m

+ Mittel etwa 1,50 m bis 5,00 m

+ Lang etwa 5,00 m bis 15,00 m.

 

Die weniger beachtete Kategorie über 15,00m deklariere ich als Monster-Putt, der aufgrund meiner vielleicht ungenauen Annäherung zu Stande gekommen ist. Für die verschiedenen Kategorien habe und empfehle ich verschiedene Taktiken. Zunächst müssen wir uns dafür noch einmal in Erinnerung rufen, dass jedes Par auf Basis von zwei Putts bewertet wurde. Zwei Putts sind Standard und gut! Ein Putt ist besonders gut. Einen Drei-Putt gilt es zu verhindern, auch wenn dieses nicht immer möglich ist.

 

Die Kapitel Mentales und Routine werden noch weiter den Gesamtablauf aufgreifen und Verbindungen zur Taktik herstellen. Kommen wir nun zur Taktik für die verschiedenen Entfernungen. Die Denkweisen und Zielsetzung rufe ich mir in jeder Vorbereitung ins Gedächtnis.

 

+ Kurzer Putt

Der kurze Putt soll ins Loch. Das Tempo und Zielen sind dafür entscheidend. Nach einer guten Vorbereitung im ersten Schritt, konzentriere ich mich nur auf den zweiten Schritt und das Tempo (auf der Spiellinie), welches den Weg des Balles in das Loch beeinflusst. Dies ist besonders bei kurzen Putts mit Break erforderlich. Aber auch gerade Putts benötigen das richtige Tempo. Ist der Ball zu langsam, nimmt er jede Kontur des Untergrundes an und wird dadurch abgelenkt. Ist er zu schnell droht die Gefahr, dass er bei einer kleinen Verkantung oder bei Verlesen des Grüns weit am Loch vorbei läuft. Auch ein Auslippen über den Lochrand droht. So muss jeder Putt also sein richtiges Tempo haben. Sekt oder Selters an die hintere Lochkante kann funktionieren; wenn nicht droht der Ball nachher weiter vom Loch entfernt zu liegen als vorher. Also sollte man versuchen, das notwendige Tempo zu erzeugen, dass er die notwendige Energie bis zum Loch aufrecht hält. Die Taktik hält sich noch ein Hintertürchen offen, zumindest den zweiten Putt nach Verfehlung sicher einzulochen. Sehr kurze Putts konsequent zu lochen nennt man häufig „stopfen“. Je nach Können und Selbstvertrauen legt der Spieler hier selbst fest, wann der Putt konsequent und mit einem aggressiveren Tempo gegen die hintere Lochkante gespielt wird und von dort ins Loch fällt. Meist sind es bessere Spieler, die sich das „Stopfen“ zutrauen.  Über verschiedene Übungen kann und sollte man diese Herangehensweise trainieren um sie abrufbar zu halten.

 

+Mittlere Putts

Die mittleren Putts (1,50-5,00m) sollen bei der gedanklichen Planung auf jeden Fall die Chance haben, ins Loch zu gehen. Dies bedeutet, dass sie dafür auf jeden Fall das Loch erreichen sollten. Never up - Never in lautet hier die Devise, die schon mit einem Zweiputt plant, sich jedoch eine kleine Chance auf einen Einputt offen hält. Der Unterschied zum kurzen Putt ist das selbst eingeschätzte Wahrscheinlichkeitsverhältnis, mit dem der Ball ins Loch gehen soll. Gerade für Spieler bis mittlerem Handicap ist es taktisch klug, diesen machbar erscheinenden Putt nicht zu aggressiv anzugehen. Hier werden durch Fehleinschätzungen Fehler provoziert, die nachher auf der Scorekarte weh tun. Einen sicher bis max. 50 cm  hinter das Loch und einen rein. Mit zunehmender Trainings- und Spielerfahrung wird sich die Quote der gelochten Putts auf diesen Entfernungen verbessern.

 

+Lange Putts

Diese Entfernungen (5,00 bis 15,00m)  sollte ich mit der Zielsetzung angehen, einen Dreiputt zu verhindern. Wieder ist hier der einfache Zweiklang Ran und Rein vollkommen ausreichend. Natürlich verschwimmen bei 5,50m die Grenzen, aber das sollte man für sich individuell und nach Situation einschätzen. Das Lochen auf diese langen Entfernungen kommt vor, ist aber in den meisten Fällen (gerade 10,0-15,0m) zu unwahrscheinlich um zu aggressiv vorzugehen.  Den ersten Putt auf max. 50cm anzunähern ist hier die Zielsetzung, die es zu verfolgen gibt. Der zweite Putt sollte dann sicher fallen.

 

Eine weitere taktische Denkweise ist es, bei der Planung den möglicherweise folgenden Schlag zu berücksichtigen. Dies gilt insbesondere für das feine kurze Spiel mit Chips und Putts. Bei  Putts, die in eine Hanglage gespielt werden und dort ausrollen, kann der Ball je nach Tempo und Spiellinie oberhalb oder unterhalb der Spiellinie zur Ruhe kommen. Wie im Kapitel „Grüns lesen“ näher beschrieben ist, sind Putts bergauf die einfacher zu spielenden Schläge. Also ist es ratsam, die Linie möglichst so zu wählen, dass der Putt unterhalb des Loches zur Ruhe kommt, wenn er vorher nicht schon im Loch verschwindet. Dies ist natürlich nicht einfach zu dosieren, aber wenn ihr wisst, worauf zu achten ist und dementsprechend trainiert, wird es immer mehr und wie selbstverständlich in eure Taktik einfließen.   

 

Ach ja, die Monster-Putts versuche ich immer nach Gefühl zu dosieren und das gelingt oftmals aus gar nicht schlecht. Natürlich kann man diese Längen auch trainieren. Der Knackpunkt ist, keine Angst vor diesen Längen zu haben. Macht euch einen Plan, wie oft ihr in welche Spielsituation mit welcher Puttlänge kommt und trainiert danach. Je kürzer die Entfernung, umso sicherer muss der Putt im Loch sein. Mit der richtigen Taktik und den richtigen Gedankengängen, was genau nun zu tun ist und worauf man zu achten hat, lässt sich jede Puttsituation entkrampfen. Und dies ist notwendig, um einen guten Putt zu machen. Eine feste, persönliche Taktik ist ein gutes Werkzeug, welches auch Tagesformen zumindest einigermaßen abfängt.

 

Auf die bekannten „Wadenbeißer“ kommen wir noch im mentalen Bereich.    C


4 Technische Komponenten

Das erfolgreiche Putting ist wie auch der Golfschlag von einigen technischen Komponenten abhängig, die optimiert zusammen arbeiten. Zu diesen Komponenten zähle ich:

 

+Treffmoment / Sweet Spot

 

+Loft / Eintreffwinkel

 

+Länge Rückschwung

 

+Weg des Rückschwungs

 

+Länge Durchschwung

 

+Weg des Durchschwungs

 

+Weg des Schlägerkopfes +Griffstärke

 

Ziel ist es, die Komponenten zu kennen, zu optimieren und mit dem eigenen Bewegungsablauf wiederholbar anzuwenden. Betrachten wir zunächst die aufgezählten technischen Komponenten:

 

 +Treffmoment / Sweet Spot

Der sogenannte Sweet Spot findet sich in der Mitte eines jeden Putterkopfes.  Gezielte Übungen mit unterschiedlichen Treffpunkten (Heel oder Toe) am Ball lassen sich den Ball unterschiedlich anfühlen. Der 100% mittig getroffene Ball vermittelt einen besonders „stabilen“ Putt. Dies ist gerade bei längeren Putts zu spüren, ob der Ball im Sweet Spot oder daneben getroffen wurde. Wir sollten uns für stabile Putts auf diesen Punkt konzentrieren, der beim Putt auf den Ball treffen sollte.

 

Damit sind wir schon bei einem weiteren elementaren Punkt. Der Treffmoment am Ball, der ebenfalls sauber getroffen werden sollte, um einen guten Putt zu spielen. Stellen wir uns den Ball wie einen Globus vor. Wie ein Globus hat auch ein runder Golfball einen Äquator, der auch mittels einer Ballschablone eingezeichnet werden kann. Wer den Ball unterhalb des Äquators trifft, kann keine beständige Übertragung zwischen Putterkopf und Ball herstellen und konstanten Roll erzeugen. Ein häufiger Fehler ist es, des Ball unterhalb des Äquators zu treffen und einen kaum bemerkbaren „Hoppeleffekt“ zu produzieren, der der Beständigkeit im Wege steht. Es gilt also zunächst, den Sweet Spot präzise auf den Balläquator zu bringen, um beständige Ergebnisse zu produzieren.  Übrigens ist in vielen Golfbüchern von  bewussten Toe-Putts zu lesen, die absichtlich gespielt werden, wenn es bergab geht und ein sauberer Treffmoment den Putt schnell zu lang werden lässt. Der Putt wird also absichtlich in einem Bereich getroffen, der zwischen dem Sweet Spot und der Putterspitze liegt. Auch hier braucht man Erfahrung und etwas Übung, um einen solchen Putt etwas kontrollieren zu können.    

 

+Loft / Eintreffwinkel

Trifft der Schlägerkopf nun optimal auf den Ball, kommen zwei weitere Faktoren ins Rennen. Die Ausrichtung des Schlägerkopfes stellen wir noch etwas hinten an und betrachten lediglich den Loft des Putters im Treffmoment. Der vorgegebene und kaum wahrnehmbare Loft des Putters, kann durch die unterschiedlich möglichen Ansprechpositionen  und Haltungen verändert werden. Von vielen unterschiedlichen Trainern hört man, dass es ratsam ist, den Loft durch eine Griffposition vor dem Ball zu verändern, damit der veränderte Eintreffwinkel einen Top-Spin-Effekt verursacht und dem Ball einen besseren Roll mitgibt, der durch diese Vorwärtsbewegung quasi besser am Grün haftet. Wer analog die Hände im Treffmoment hinter dem Ball führt, öffnet den Loft und wird somit keinen gewünschten und konstanten Roll hinbekommen, zumal eine minimale Abweichung nach unten (unterhalb des Äquators) wieder zum unerwünschten Hoppeln führt. Der optimal getroffene Ball rollt spürbar konstant und klebt quasi am Grün.   

 

+Länge Rückschwung

Für die Länge des Rückschwungs gibt es keine universelle Lösung. Grüngeschwindigkeit, Putterkopf und Tempo sind Faktoren die es zu berücksichtigen gilt. Daher empfiehlt sich immer das bewusste Einputten. Auch wenn die Grüngeschwindigkeiten auf dem Platz und während der Runde unterschiedlich sind (Sonne, Tageszeit, Windanfälligkeit etc.) nähert man sich mit dem vorbereitenden Einputten dem später notwendigen Puttgefühl. Als Faustregel kann man mit der 1/3 – 2/3 – Längeneinteilung arbeiten. 1/3 – Rückschwung lassen 2/3 – Durchschwung folgen. Unabhängig von anderen Faktoren lässt sich bei gleicher Anwendung  die Länge eines Putts durch die Abstufung der Länge des Rückschwunges (analog Durchschwung) ungefähr bestimmen. Aber das geht nicht einfach von selbst. Konstanz in der Längenbestimmung kommt von der regelmäßigen Anwendung der gleichen Technik und dem entsprechenden Training.

 

Ich habe bereits für mein Training einen Ausrichtungsstick mit farblichen Markierungen gekennzeichnet, um über sich wiederholende Übungen das Gefühl für die Länge des Rückschwungs und Durchschwungs zu bekommen. Unterschiedliche Farbmarkierungen gehen von einer mittigen und markierten „Ballposition“ aus. Von dieser Position sind drei unterschiedliche 1/3-Markierungen für den  Rückschwung und analog als 2/3-Markierung für den Durchschwung in jeweils gleicher Farbe. Kurze Abstände für kürzere Putts – lange Abstände für längere Putts. Mit dieser Faustregel, einer Kontrolleinheit (es können auch Tees in das Grün gesteckt werden etc.) und einem gewissenhaften Training lässt sich die Länge des notwendigen Rückputts besser steuern.

 

+Weg des Rückschwungs

Zum Weg des Rückschwunges gibt es sicher unterschiedliche Auffassungen. Ob dieser nun gerade sein soll oder mit leichter natürlicher Schwungkrümmung möchte ich in den Hintergrund stellen. Ausschlaggebend werden andere Faktoren sein, wenn der Putterkopf square mit 90° und einem bestimmten Tempo im Treffmoment an den Ball kommt. Ich möchte hier meine Gedanken in eine andere Richtung lenken. Zunächst sollte uns der Weg des Rückschwunges vor dem Putt visuell klar sein. Der Putterkopf sollte stabil den Weg des Rückschwunges gehen können. Weiterhin sollte die Geschwindigkeit kontrollierbar bleiben und im harmonischen Rhythmus des gesamten Schwunges bleiben. Hier zählt es wieder sich mit den technischen Komponenten und seinem Putter auf dem Übungsgrün auseinanderzusetzen.

 

Auch wenn weitere angrenzende Komponenten später noch angesprochen werden, möchte ich jetzt schon einen alten Leadbetter-Trick verraten, den ich gerne anwende. Egal mit welcher Griffstärke man lieber puttet -  es kann helfen, die (bei Rechtshändern) linke Hand am Griff etwas weiter nach links zu drehen und die Ecken des Puttergriffes besser wahrzunehmen. Die rechte Hand wird wieder wie üblich am Griff ausgerichtet. Mir hilft diese kleine Änderung, um im Rückschwung den Putterkopf stabiler auf dem Weg zu halten. Auch ein etwas langsameres und bewusstes Tempo hilft dabei.  

 

+Länge Durchschwung

Die Länge des Durchschwunges wurde zum Teil bereits bei der Länge des Rückschwunges erwähnt. Die 1/3 – 2/3- Faustregel sollte angewendet werden, um seinen stabilen Puttschwung für kurze, mittlere und lange Löcher immer anwenden zu können. Wie beim Rückschwung sollte die Länge des Durchschwunges auch vorher visuell feststehen. Um den Schwung vor dem Putt richtig dosieren zu können und seinen Körper darauf einzustellen, helfen mehrere Probeschwünge in sicherer Entfernung zum Ball. Für die Gesamtheit des Puttschwunges und die eigene Kontrolle der korrekten Ausführung sollte man am Ende der Durchschwunglänge eine Zeit lang verharren. Ob man da nun wartet, bis der Ball zur Ruhe gekommen ist oder kurz im bewusst wahrgenommenen Ende verharrt, ist vermutlich nicht entscheidend. Anders herum ist es für die gesamte Ausführung und die eigene Putt-Konstanz hinderlich, wenn man sich angewöhnt (hat), immer sofort nach dem Treffmoment den Putt – auch körperlich – abzuschließen.

 

+Weg des Durchschwungs

Der Weg des Durchschwunges sollte ebenso bereits visuell feststehen. Es hat mir persönlich schon geholfen, den Weg bewusst wahrzunehmen und dafür das Tempo nicht zu schnell werden zu lassen. Die Vorstellung, den Putt ins Loch zu schieben und dafür den Putterkopf bewusst nach vorne bringen zu müssen hilft mir sehr. Probiert es mal aus.

 

+Weg des Schlägerkopfes

Der Weg des Schlägerkopfes wird in der seitlichen Betrachtung und rein von den körperlichen Aspekten sowie den verschiedenen Schwungmustern bestimmt. Wenn wir die Höhe betrachten, soll der Kopf ja im Treffmoment mittig auf die Äquatorebene des Balles treffen. Um den besseren Roll mit Top-Spin-Effekt hinzubekommen ist es förderlich, den Ball in der leichten Aufwärtsbewegung des Putterkopfes zu treffen.     

 

+Griffstärke

Mit welcher Stärke fasse ich meinen Griff wann an? Der Einfachheit halber unterteilen wir erst einmal hier in einen festen Griff, einen leichten Griff und einen mittleren Griff. Jeder Spieler hat wohl so etwas wie eine natürliche Griffstärke, die sowohl zu leicht als auch zu fest sein kann. Tendenziell werden Putts mit zu starkem Griff zu lang und mit zu leichtem Griff zu kurz. Es gilt also seine goldene Mitte zu finden und seine Eigenschaften als Putter mit unterschiedlichen Griffstärken herauszufinden. Ich selbst tendiere immer zu einem starken Griff, der das Gefühl für die Kraftübertragung auf den Ball blockiert. So empfinde ich es. Bei Putts aus dem Vorgrün ist es vorteilhaft, den Griff fester als normal zu greifen. Ich lege bei der Vorbereitung in meiner „Checkliste“ immer großen Wert auf die richtige Einstellung der Griffstärke vor dem Putt. Die Griffstärke darf natürlich auch nicht zu leicht sein, um das Gewicht des Schlägerkopfes kontrollieren zu können.  Bei schnellen Grüns ist ein leichterer Griff „als normal“ ratsam, um das Gefühl für die Geschwindigkeit übertragen zu können. Mit etwas Übung und Erfahrungswerten hinsichtlich der Griffstärke puttet man stabiler. Probiert es mal aus!

 

 

Dies waren in meinen Augen die wichtigsten technischen Komponenten. Ziel ist es, sich einmal mit diesen Komponenten und seinem persönlichen Putting auseinanderzusetzen. Um ein noch besseres Gefühl für den Sinn und die Auswirkungen der Komponenten zu bekommen, empfiehlt es sich, ganz bewusst kleine Veränderungen vorzunehmen und mit den Komponenten zu spielen. Natürlich nur im Training! Dies führt in Verbindung zu den optimierten Vorgängen zu einer bewussteren Wahrnehmung der Notwendigkeit und Auswirkung während des Puttings. Für den Wettkampf oder das Spiel sollten die optimiert antrainierten technischen Komponenten berücksichtigt werden. Viel Spaß beim Ausprobieren! C


3 Material

Die Materialfrage ist in erster Linie eine Glaubens- und Gefühlsfrage. Unterschiedliche Kopfformen wie z.B. Blade oder Mallet weisen unterschiedliche Gewichtungen aus. Tendenzen zeigen, dass höhere Handicapper zu schwereren Kopfformen tendieren und bessere Ergebnisse erzielen. Nicht unerheblich dabei sind die unterschiedlichen Putt-Bewegungen, die den Putter steuern. Dies kann man pendelnd oder eher schiebend tun. Um dieses speziell für sich zu optimieren hilft nur ein professionelles Putterfitting oder viel auszuprobieren.

 

Neben den Putterköpfen und den unterschiedlichen Bauformen und Gewichtungen steht heutzutage die Prüfung  eines dickeren Griffes (zB. Super Stroke) auf dem Programm.  Die Griffe gibt es für unterschiedliche Handgrößen und Gewichte in unterschiedlichen Griffstärken. Die Griffe sind ergonomisch so gebaut, dass der Griff besser in der Handfläche liegt und bei der Puttbewegung hilft, die Handgelenke zu stabilisieren. Neben den unterschiedlichen Griffstärken ist auch die Gewichtsverteilung nicht aus den Augen zu verlieren. Tendenziell benötigen große Hände und schwere Putterköpfe einen dickeren Griff. Hier entscheidet ein Putterfitting (mit messbaren Puttwerten) oder das Gefühl und die Erfahrung (in Verbindung mit guten Putt-Ergebnissen).

 

Allgemein ist es nicht schädlich, viele unterschiedliche Putter und Griffstärken einmal auszuprobieren, um sich selbst zu schulen, sein Putten zu verbessern oder einen neuen Putter zu finden. Eine weitere Komponente, die bereits mit dem Putterkopf verbunden ist, ist die Schlagfläche, die aus einer speziellen Legierung hergestellt wurde, speziell gefräst ist um z.B. den Roll zu unterstützen. Auch Inserts aus unterschiedlichen Materialien und in unterschiedlicher Oberflächenstruktur stehen zur Auswahl. Die unterschiedlichen Putterköpfe mit oder ohne Insert bzw.  Groove-Struktur vermitteln je nach Gewichtung und Eigenschaft einen besonderen Touch im Treffmoment. Genau so unterschiedlich wie die Menschen reagieren auch die Putterköpfe im Treffmoment. Hier wäre es ratsam, über z.B. das Ausprobieren unterschiedlicher Typen, Neigungen und Gefühl auszuloten, um zu seinem Putter zu kommen.

 

Nicht vergessen wollen wir den Schaft, der zwischen 33“ und 35“ lang sein kann. Die optimale Länge eines Schaftes bestimmt sich aus den körperlichen Voraussetzungen, der Körperhaltung in der Ansprechposition und der Puttbewegung. Kürzere Schäfte erlauben oft eine günstigere Ansprechposition und Ausrichtung um den Ball sauber zu treffen. Auch der Schaftwinkel kann sich unterscheiden, indem er grob steiler oder flacher ist. Die körperlichen Gegebenheiten und die Putt-Bewegung sind in Bezug auf den Schaftwinkel wieder durch ein Fitting oder durch ausgiebiges testen zu optimieren. Der richtige ggfs. angepasste Winkel fördert die Möglichkeit einer sauberen Puttbewegung durch den Ball. 

 

Ja – und welche Rolle spielt eigentlich der Ball dabei? Eine große! Zunächst ist es förderlich einen Ball zu spielen, den man vorher gefittet bekommen oder getestet hat. Es ist ein Unterschied, ob man die harten 2-Piece Bälle oder einen weichen Multilayer-Ball spielt. Hier, wo sich schon Unterschiede im langen und kurzen Spiel bemerkbar machen, spüren wir die Unterschiede besonders bei der feinfühligen Puttbewegung. Es ist kontraproduktiv, sein Bag mit Dutzenden unterschiedlichen Fundbällen zu befüllen und sich mit jedem Ball sensorisch auf ein neues Gefühl am Schläger einzustellen. Probiert es einmal am Putting Grün aus und ihr werdet diesen logischen Hinweis nachvollziehen können. Wer sich also richtig und nachhaltig mit seinem Material beschäftigen möchte, kommt an der Ballkomponente nicht herum.

 

Sehr ungünstig ist, wenn man überhaupt nicht weiß, was man gerade für einen Ball spielt. Ich habe für mein Putt-Training ein kleines Netz mit meinen bevorzugten und gleichen Wettkampfbällen. Diese nutze ich auch nur für das Putt-Training. Ein Nachteil, für den ich noch keine Lösung gefunden habe, liegt in meiner praktischen Veranlagung und Neugier begründet. Ich spiele mit zwei Puttern. Nicht gleichzeitig aber wechselnd. Neben meinem Putter Nr. 1 habe ich für mein Tragebag noch Putter Nr. 2. Dieser passt besser in die Aufnahme des Tragebags und spielt sich natürlich ebenfalls hervorragend. Im direkten Vergleich könnte ich derzeit keinen favorisieren. Noch nicht.

 

Beide haben Vor und Nachteile, auch wenn sie von der gleichen Firma sind und ähnliche Inserts mit ähnlichem Touch haben. Ein Griff ist Original schon etwas dicker und der andere mit einem SuperStroke 2.0 nachgerüstet. Mit den Griffen habe ich bereits mehrere Putter mit verschiedenen Gewichtungen nachgerüstet. Vom 1.0 bis 3.0 habe ich alle ausgiebig getestet. Für den Putter 2.0 habe ich mich aufgrund der Gewichtung für den 2.0 entschieden. Beide Putter funktionieren jeweils mit kleinen Stärken und Schwächen so wie ich es bis jetzt beurteile. Ich werde dies vorerst so beibehalten. Gerade weil der Putter Nr. 1 mein vollstes Vertrauen hat und der „Reiseputter“ Nr. 2 für eine entspannte Auswärtsrunde Ergebnisse liefert mit denen man sehr gut leben kann. Sollten weitere Erkenntnisse, Trainingsergebnisse und Rundenanalysen aufzeigen, dass Nr. 2 die Nr. 1 überholt hat, wird die Reihenfolge neu definiert.

 

Welche Thematik hier nicht angesprochen wird, ist die unterschiedliche Bauweise von Heel-Toe oder Center-Schaft-Puttern. Die generell unterschiedlichen Bauweisen wirken sich auf die gesamte Gewichtsverteilung, die allgemeine Stabilität und das damit produzierte Puttgefühl aus. Auch das Auge isst hier mit. Es gibt Putter, die einem schon optisch weniger zusagen als die anderen. Zu solch einem Putter fällt es schwer, das notwendige Vertrauen aufzubauen. Bei mir sind es übrigens die Center-Schaft-Putter, bei denen der Schaft in der Mitte des Putterkopfes montiert ist und sich der Sweet-Spot somit auch unterhalb des Putterschaftes befindet. Es gibt Spieler die schwören auf die Bauform und erzielen gute Ergebnisse damit.

 

Fazit: Die Materialfrage ist also nicht einfach zu beantworten und erfordert zumindest einige Vergleichsmöglichkeiten.

 

 

Im Auge halten sollten wir folgende Elemente:

 

+Putterkopf

+Puttergewicht

+Insert / Schlagfläche

+Touch/Gefühl

+Schaftlänge

+Schaftwinkel

+Vertrauen / Gefühl

+Griff

+Ball

 

Weiter geht es demnächst mit dem 4. Teil des Putting Guides, hier auf diesem Green.       

 


2 Philosophie

Ein wichtiger Bestandteil besser zu Putten, ist es sich mit der allgemeinen und eigenen Putt-Philosophie auseinanderzusetzen. Putten ist Golf und Golf wird zwischen den Ohren gespielt. Es ist egal, in welcher prozentualen Aufteilung genau das Putten zwischen Talent/Ballgefühl und grundsolider Technik unterteilt wird.

 

Je weniger Ballgefühl ich habe, desto solider sollte ich die Technik beherrschen, um Defizite auszugleichen. Putten ist eine Kunst, bei der der Ball mit möglichst wenigen Versuchen ins Loch muss. Wie im echten Leben gibt es mehr oder wenig aggressiv (oder Defensiv)ausgelegte Putter-Typen.

 

Die Berücksichtigung der eigenen „Komponenten“ ist hilfreich, um besser zu putten. Habe ich schon einmal über mich als puttender Golfspieler nachgedacht? Was habe ich für eine Philosophie? Habe ich überhaupt eine? Welchen Stellenwert sollte das Putting haben und hat es tatsächlich für mich?

 

Bin ich Künstler,  Handwerker oder von jedem etwas? Welche Gewichtung hat das wichtige Thema Konzentration auf die Sache für mich? Fest steht, dass es nur lohnen kann, Konzentration zu investieren, wenn man genau weiß, was zu tun ist. Wie putten eigentlich gute Putter und warum ist ihr Putting besser? Auch wenn man sich immer von Pros etwas abschauen darf sollte man den Focus auch auf den eigenen Amateurbereich legen. Pros haben andere Voraussetzungen, optimiertes Material, einen Trainerstab und natürlich viel Zeit, sich mit der Sache auseinanderzusetzen.

 

Aber welche Philosophie haben die Pros verinnerlicht? Was man beobachten kann ist, dass sie immer sehr konzentriert und strukturiert auf den Grüns vorgehen und ihre Arbeit erledigen. Die Längenkontrolle ist meist zuverlässig und auch das Anvisieren des Ziels ist selten ein Problem. Verpasste Putts kommen häufig bei kleinen Breaks vor, die zwar erkannt werden, jedoch der Putt nicht das richtige Tempo für den Break hat. Oft ist der Touch da, oft aber auch nicht. Wenn die Pros Ihre Abschläge und Eisen sehr gut beherrschen, jedoch mit der filigranen Umsetzung und den Feinheiten auf den Grüns Probleme haben, wird Putting nicht so einfach sein. Dies gilt für Amateure sowieso.

 

Ein Pro wirkt auf den Grüns häufig wie ein Handwerker. Meine ich zumindest. Strukturierte Vorgänge werden konzentriert abgearbeitet, das Grün teilweise mit Hilfestellung des Caddys gelesen, die Ausrichtung und Ansprechposition penibel genau eingenommen um dann, nach einer Phase des Innehaltens, Ihren Putt zu spielen. Es sieht so einfach aus, wenn die Pros lange Putts nah ans Loch bringen, mittlere Putts mit Break den Weg ins Loch finden oder kurze Putts wie im Schlaf versenkt werden. Das Putting der Pros ist das Ergebnis, harter und strukturierter Arbeit. Aber welche Philosophie soll man genau suchen und dann verfolgen?  

 

Betrachten wir zunächst die Definition, die Wikipedia uns bringt. Dort heißt es auszugsweise wie folgt. „In der Philosophie (wörtlich „Liebe zur Weisheit“) wird versucht, die Welt und die menschliche Existenz zu ergründen, zu deuten und zu verstehen.“ Weiterhin: „Von anderen Wissenschaften unterscheidet sich die Philosophie dadurch, dass sie sich oft nicht auf ein spezielles Gebiet oder eine bestimmte Methodologie begrenzt, sondern durch die Art ihrer Fragestellungen und ihre besondere Herangehensweise an ihre vielfältigen Gegenstandsbereiche charakterisiert ist.“ Ist die freie Art der Herangehensweise und die tiefgründige Auseinandersetzung mit der Materie bereits unsere Philosophie zum Thema Putting?

 

Ich denke, dass man es schon so verstehen kann und es erklärt, warum es viele richtige Philosophien geben kann. Wir sind also auf dem richtigen Weg, indem wir uns über verschiedene Ebenen mit der Materie auseinandersetzen um auch so unsere eigene Philosophie zum Thema Putten zu finden und zu ergründen.

 

Wenn wir uns unserer Putt-Philosophie bewusst sind und an ihr festhalten, dürfte einer Verbesserung nichts mehr im Weg stehen. Unsere Philosophie ist also die Gesamtheit und das Ergebnis unserer differenzierten Gedankengänge und Einstellungen zum Thema Putting. Wie mache ich was und warum auf den Grüns? Welche Schwerpunkte sind für mich persönlich am Wichtigsten? In welche Richtung muss ich meine Gedanken, also in der Vorbereitung und Durchführung eines Putts sowie mit dem Umgang des Ergebnisses, steuern? Die weiteren Kapitel werden uns sicher der persönlichen Lösung näher bringen. Arbeiten wir unsere Putt-Philosophie ein wenig aus.   (C)


1 My Putting Guide -Einleitung

Habt Ihr Lust, mit uns in die Welt des Puttings einzutauchen? Dann folgt uns durch 11 spannende Kapitel, die wir erarbeitet haben und für euch bereitstellen. Hier habt ihr bereits eine Übersicht. Lasst euch inspirieren! Viel Spaß dabei!     

 

  1. Vorwort

  2.  Philosophie

  3.  Material

  4.  Technische Komponenten

  5.  Taktik

  6.  Grüns lesen

  7. Ansprechposition

  8. Mentales

  9.  Putten

  10. Routine

  11. Training

     

Warum beschäftigt sich ein durchschnittlicher Bogey-Golfer intensiver mit dem Thema Putting und schreibt einen Putting-Guide, ohne selbst Experte zu sein? Die Lösung ist relativ einfach. Jahrelanges Putting und Sammeln von Informationen haben mich auch noch nicht zum Spitzenputter werden lassen.

 

Da auch ich meinen Score mit gutem Putting noch verbessern kann, möchte ich hier auf meine Art ansetzen.  Ich trainiere verhältnismäßig selten das Putting, obwohl es mir vermutlich mehr bringen würde. Ich probiere ziemlich viel aus und habe trotz meiner Erfahrung oder Spielstärke noch keine verlässliche Methode entwickelt, die mir und meinem Score weiterhilft. Und genau das ist die Zielsetzung. Nahezu jede Aufgabe lässt sich durch Gliederung dieser Aufgabe und anschließender Einzelbetrachtung zumindest besser bewältigen.

 

Leichter gesagt als getan. Man kann auch einen Pro oder Putting-Spezialisten aufsuchen, Videos anschauen oder wesentlich mehr trainieren. Eine Garantie gibt es vermutlich nicht. Da ich den Drang verspüre, diese Aufgabe irgendwie selbst zu lösen und das vorhandene Wissen effizienter anzuwenden, habe ich mich entschlossen die Aufgabe des Puttens zunächst  selbst aus meinem Blickwinkel zu strukturieren und Erkenntnisse niederzuschreiben. Dadurch betrachte ich die so wichtigen Bausteine wesentlich tiefgründiger und setze mein persönliches Puzzle optimierter zusammen.

 

Da man nur durch Schreiben oder Lesen nicht gleich besser puttet, gilt es natürlich, die Inhalte auf den Grüns umzusetzen. Der Vergleich zukünftiger Putt-Werte mit den Alten, wird die Wahrheit ans Tageslicht bringen. 

 

Mögen weitere Interessierte mit ähnlichen Ansichten nur ein klein wenig mitnehmen und von dem Putting-Guide profitieren. Noch einmal. Dies ist kein Lehrbuch im herkömmlichen Sinne, sondern nur meine Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Baustein des Golfspiels. Ich wünsche viel Spaß bei den folgenden Kapiteln, beim sammeln von Anregungen, trainieren und natürlich Score notieren. Wait for it! Inspire Your Golf! C